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Fotografieren lernen

Nun hat es dich also auch gepackt - die Faszination der Fotografie - und du möchtest möglichst schnell besser fotografieren lernen. Willkommen im Klub! Es ist Zeit, deine Kreativität bis aufs Äusserste zu testen. Gerne helfen wir dir dabei, das Beste aus dir und deiner Kamera herauszuholen. Freue dich auf erstaunliche Bilder, die nicht nur dich, sondern auch dein Umfeld faszinieren und begeistern werden.

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Fotografieren lernen Schritt für Schritt

Unzählige Ideen warten darauf, umgesetzt zu werden – wie aber sollst du sie angehen? Wie gelangst du zu außergewöhnlichen Fotos, die deinen großen Ideen gerecht werden? Möglicherweise hast du aber auch schon mit dem Fotografieren lernen angefangen: Dank moderner digitaler Kameras gestaltet sich der Einstieg in aller Regel recht unkompliziert. Ein Klick auf den Auslöser – fertig ist das Bild. Zumeist kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen. Doch je länger du dabei bist, desto eher wirst du feststellen, dass du dein Potenzial noch nicht voll ausschöpfst.

Wann ist es ein gutes Bild? Dieses Zitat trifft es auf den Kopf (hier gibt’s übrigens noch mehr inspirierende Fotozitate).

Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.Henri Cartier-Bresson

Schritt 1: Die wichtigsten drei Kameraeinstellungen

Keine Angst, fotografieren lernen ist einfacher, als du denkst. Bevor du als Anfänger also nach Tipps oder Gründen zum Kauf einer neuen, noch besseren Kamera oder unzähligen Objektiven suchst, solltest du dich erst einmal mit der Technik beschäftigen und ein paar einfache Tipps zum Ausprobieren. Beschäftigen wir uns erst einmal mit den technischen Grundlagen, die jeder Fotograf in- und auswendig kennen muss. Sie bilden die absolute Basis. Ohne sie gehts nichts. Wenn du sie aber beherrschst, bist du schon einen großen Schritt weiter als die zahlreichen Knipser im Automatikmodus, die wahllos alles ablichten, was ihnen in die Quere kommt (war jetzt etwas böse ausgedrückt… ist aber eben oft so 🙂 ).

Da sind sie, die Top 3 der Kameraeinstellungen:

  • Blende,
  • Lichtempfindlichkeit (ISO) und
  • Belichtungszeit

Sagt dir alles nichts? Kein Problem. Ich werde dir anhand von Bildern und Anleitungen in den nächsten Abschnitten zeigen, was es damit auf sich hat. Die Blende (oder auch Englisch „Aperture“ genannt), die sich in der Linse oder direkt dahinter befindet, beeinflusst die durch die Linse fallende Lichtmenge. Die ISO-Zahl kontrolliert die Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors. Je höher sie ist, desto höher fällt auch die Lichtempfindlichkeit aus. Die Belichtungszeit hat Einfluss auf die Lichtmenge, die in die Kamera eindringt. Bei einer kurzen Belichtungszeit ist die Blende nur für einige Millisekunden geöffnet, sodass nur wenig Licht in die Kamera gelangt. Bei einer längeren Belichtungszeit dementsprechend mehr. Wie du sicher gerade merkst, bedeutet fotografieren lernen nicht nur eine Foto-Challenge nach der anderen zu absolvieren, sondern eben auch ein wenig Theorie in den Kopf zu bringen.

Blende

Die Blendeneinstellung wird auch als Blendenzahl bezeichnet und besitzt eine numerische Folge. Wenn ein Fotograf von der Blende spricht, die er für ein bestimmtes Bild benutzt hat, benutzt er Zahlen wie f/1.8, f/2.8 oder f/5.6. Das Interessante daran ist: Je höher die Zahl hinter dem f/ ist, umso kleiner ist die Öffnung der Blende. So gelangt weniger Licht ins Kamerainnere. Und umgekehrt: Je kleiner die Blendenzahl ist, umso größer die Blendenöffnung. So kann mehr Licht ins Kamerainnere eindringen. Durch die Blende wird dein Foto gestalterisch beeinflusst, denn mit ihrer Hilfe wird die Schärfentiefe kontrolliert. So kannst du beispielsweise Unschärfen im Hintergrund erzeugen. Falls du dich bereits vertieft damit auseinandersetzen willst, haben wir hier das Lernmaterial zur Blende.

Ein Muss für jeden Fotografie-Anfänger ist folgende Grafik. Damit kannst du den Einfluss der Blende jederzeit „nachschauen“.

Blende und Schärfentiefe

ISO – Lichtempfindlichkeit

Die ISO-Zahl bestimmt die Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors. Je höher sie ist, desto höher auch die Lichtempfindlichkeit. Dadurch wird nur wenig Licht benötigt, um die optimale Belichtung zu erzeugen – die Belichtungszeiten verkürzen sich. Eine niedrige ISO-Zahl auf der anderen Seite reduziert die Lichtempfindlichkeit, so dass weniger Licht für das Foto benötigt wird. Bei guten Lichtverhältnissen sollte daher eine niedrige ISO-Zahl zwischen 100 und 200 gewählt werden. Bei bedecktem Himmel oder Abendlicht ist dagegen eine ISO-Zahl zwischen 400 und 800 empfehlenswert. Allerdings kommt es bei einer höheren Lichtempfindlichkeit häufig zu Bildrauschen, also zu einer Verschlechterung der Bildqualität durch störende Pixel. So können viele Details im Foto verloren gehen.

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit, auch als Shutter Speed bekannt, beeinflusst die Lichtmenge, die in die Kamera eindringt. Bei einer kurzen Belichtungszeit ist die Blende nur für einen Sekundenbruchteil geöffnet, so dass nur wenig Licht das Kamerainnere erreicht. Bei einer langen Belichtungszeit gelangt dagegen viel Licht in die Kamera, was besonders nachts ideal ist: Mit Langzeitbelichtung kannst du atemberaubende Fotos vom Nachthimmel, von den Sternen und vom Mond machen. Hier haben wir ein Tutorial erstellt, wie du mit langer Belichtungszeit einen Wasserfall sanftmütig und weich aussehen lassen kannst. Zudem spielt die Belichtungszeit auch dann eine Rolle, wenn dein Motiv sich bewegt: Denn bei einer kurzen Belichtungszeit können selbst dynamische Szenen scharf eingefangen werden. Bei einer langen Belichtungszeit können dagegen verwackelte Bilder entstehen. Bei beweglichen Motiven solltest du daher eine kurze Belichtungszeit wählen.

fotografieren lernen belichtungszeit

Je schneller sich ein Motiv bewegt, desto kürzer sollte die Verschlusszeit sein, damit ein scharfes Bild entsteht.

Schritt 2: Zusammenhänge erkennen

Nachdem du nun weisst, welchen Einfluss Blende, Lichtempfindlichkeit (ISO) und Belichtungszeit auf deine Bilder haben, solltest du dich auch mit ihrem Zusammenspiel beschäftigen. Denn wenn du den Zusammenhang einmal verstanden hast, wirst du beim Fotografieren lernen nie wieder auf Motivprogramme zurückgreifen müssen. Wenn du im Freien fotografierst, eignen sich eine Blende von F8, eine Lichtempfindlichkeit von ISO 100 und eine Belichtungszeit von 1/500 Sekunden perfekt. Reduzierst du die Belichtungszeit, benötigt die Kamera mehr Licht für das Bild – so beispielsweise bei Innenaufnahmen, bei denen kaum natürliches Licht vorhanden ist. In der Folge sollte die ISO-Zahl erhöht und die Blende weiter geöffnet werden.

fotografieren lernen belichtungs-triangel

Belichtungs-Triangel: Diesen Einfluss nehmen ISO, Blende und Belichtungszeit auf dein Bild

Du siehst also: Ganz gleich, ob du dich für die Porträtfotografie oder die Landschaftsfotografie interessierst, beim Fotografieren lernen ist es wichtig, dass du dich mit den technischen Grundlagen deiner Kamera beschäftigst. Das sind aber nicht die einzigen Basics, von denen du schon einmal etwas gehört haben solltest. Das Schöne daran ist: Fotografie funktioniert immer auf die gleiche Art und Weise. Wenn du deine Grundlagen kennst, kannst du also alles fotografieren, was du möchtest.

Schritt 3: So kommt Leben in dein Bild

Reduziert man die Fotografie auf die wesentlichen Elemente, kann man mit diesen vier Schritten jedes Motiv fotografieren. Diese Abfolge gilt für jedes Motiv, sei es nun eine dynamische Szene oder ein idyllisches Landschaftsbild.

  1. Perspektive wählen,
  2. Ausschnitt einstellen,
  3. Schärfentiefe festlegen,
  4. Belichtungszeit beachten.

Nachfolgend wirst du die wichtigsten Gestaltungs-Tricks beim Fotografieren lernen. Mit der Zeit wirst du deinen eigenen Bildstil entwickeln. Zu Beginn sind aber ein paar Grundkenntnisse über gängige Modelle wichtiger. Diese bilden sozusagen die Basis, auf welche du deine eigene Kreativität aufbauen kannst. Modelle wie die Drittelregel sind mittlerweile wissenschaftlich fundiert und beeinflussen die Wahrnehmung des Betrachters sehr stark. Mehr dazu aber im nächsten Abschnitt.

Die Drittelregel

Wenn du fotografieren lernen möchtest, solltest du nicht nur die technischen Basics deiner Kamera beherrschen, sondern dich auch mit der Bildkomposition beschäftigen. Dazu gehört auch die Drittelregel, die beim Fotografieren lernen als Grundlage der Bildgestaltung dienen kann. Hierbei teilst du dein Foto in drei nebeneinander- und übereinanderliegende Teile ein. Wenn du dich als Fotografie-Anfänger schon länger über das Gitternetz im Sucher deiner Kamera wunderst, solltest du jetzt hellhörig werden: Denn dieses Gitternetz, das im Sucher oder Display der Kamera zu- und abschaltbar ist, eignet sich perfekt, um die Drittelregel in deinen Bildern umzusetzen.

fotografieren lernen drittel regel

Drittel Regel in der Fotografie

Platziere dein Hauptmotiv hierzu einfach auf der Trennlinie zum linken oder rechten, oberen oder unteren Drittel – schon bist zu der perfekten Bildkomposition einen grossen Schritt näher.

Kameraperspektive

Ein gutes Foto hat eine gewisse Spannung, eine schöne Komposition und ein bestimmtes Seitenverhältnis. Wenn du dich mit der Kameraperspektive auskennst, kommst du dieser begehrten Dreifaltigkeit einen wichtigen Schritt näher: Sei es die Normalperspektive, der Dutch Angle, die Vogelperspektive, der Low Angle oder die Froschperspektive, manchmal kann es sich lohnen, einen anderen Blickwinkel zu deinem Motiv einzunehmen. Das nächste Mal, wenn du etwas fotografierst, kannst du vielleicht auf die Knie gehen oder dich sogar auf den Boden legen. Begib dich auf die gleiche Höhe wie dein Motiv und lass dich vom Ergebnis überraschen. Es kann durchaus passieren, dass sich dir eine ganz neue Welt auftut.

Licht

Es ist wichtig, das Licht nicht nur aus einer technischen Perspektive zu betrachten: Denn erst der sensible Umgang mit dem vorhandenen Licht und das Aufspüren einzigartiger Lichtsituationen machen dich zum wahren Künstler. Andererseits solltest du dir aber auch darüber im Klaren sein, dass das schönste Licht nichts bringt, wenn die Tonwerte im Bild nicht stimmen. Auch hier empfiehlt es sich also, die eigene Kamera mitsamt ihrer Optionen und Einstellungen ausgiebig kennenzulernen. Wir haben dazu folgende Artikel für dich:

Motivwahl

Bei der Motivwahl gibt es eine wichtige Regel zu beachten: Konzentriere dich auf das Wesentliche und versuche nicht, zu viele Details mit einer Aufnahme abzudecken. Denke bei der Bildgestaltung auch an dein späteres Ausgabeformat. Sind mehrere Details in dem Bildausschnitt wichtig, kannst du die Details vielleicht mit mehreren Detailaufnahmen abdecken. Stelle dir, solange du noch dabei bist, das Fotografieren zu lernen, aber auch später folgende drei Fragen:

  • Wie kann ich die Aufmerksamkeit des Betrachters auf mein Hauptmotiv lenken?
  • Wie kann ich das Auge des Betrachters durch die Komposition begleiten?
  • Welche störenden Elemente kann ich aus dem Foto verbannen?
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Fokussiere auf das Wesentliche / @Carlos Vaz unsplash

Ob du früher oder später Adobe Photoshop oder ein anderes Bildbearbeitungsprogramm hinzunimmst, hängt von deiner Art zu fotografieren und von deinen Ansprüchen ab.

Ausrüstung

Mit mehr oder besserer Ausrüstung wirst du keine besseren Bilder machen. Eine Kamera mit einem Weitwinkel und einem Teleobjektiv reichen für dein erstes Jahr in der Fotografie aus. Das einzige, was wir dir noch empfehlen, ist ein Stativ. Wenn du keines dabei hast und du keine ruhige Hand hast, kann es dir helfen, dich an eine Wand anzulehnen oder deine Kamera auf einer Bank, einer Mauer oder einem Briefkasten abzustellen. Achte auch darauf, nicht zu hektisch auf den Auslöser zu drücken.

Generell raten wir dir aber zum Kauf eines Stativs – du wirst es auch bei einigen unserer Tutorials brauchen. Es kann dir dabei helfen, atemberaubende Fotos im Abendlicht oder in der Nacht zu machen. Auch Innen- und Architekturaufnahmen gewinnen durch ein Stativ an fotografischer Qualität. Du kannst dir mehr Zeit nehmen und verfällst nicht so schnell in Hektik.

Schritt 4: Fotografieren lernen braucht Zeit

Du kannst du dir die Fotografie als ein grosses Haus vorstellen. Wenn du ganz nach oben möchtest, musst du es Etage für Etage durchqueren. Wichtig ist, dass du auch den Weg dorthin geniesst. Es geht beim Fotografieren lernen nicht nur darum, eine moderne digitale Kamera zu kaufen. Schliesslich schaffen es von allen Menschen, die sich eine neue Kamera kaufen, am Ende vielleicht gerade einmal ein bis zwei Prozent, wirklich tief in die Fotografie einzusteigen und aussergewöhnliche Fotos zu machen. Auch dir mag das Fotografieren lernen anfangs vielleicht noch mühsam erscheinen – tatsächlich ist es mit etwas Übung aber gar nicht so schwierig.

Resultate sind unsicher – auch unter den erfahrensten Fotografen.Matthew Brady

Abschliessend noch ein paar inspirierende Worte: Setz dich beim Fotografieren lernen nicht unter Druck. Koste dein neues Hobby voll und ganz aus und mach dir klar, dass Erfolg nicht kalkulierbar ist. Du musst nicht von heute auf morgen zum selbstständigen Fotografen werden, der sich mit der Kunst der Fotografie seine Brötchen verdient. Und, vielleicht am wichtigsten: Sei nicht neidisch auf all jene, die auf dem Weg nach oben vielleicht schon einen Schritt weiter sind, denn auch sie haben mal klein angefangen. Taste dich langsam ans Fotografieren lernen heran. Hab Spass und gib nicht gleich auf, wenn es nicht ganz so läuft, wie du dir das vorgestellt hast. Geh konsequent deinen Weg und übe, übe, übe. Schliesslich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Wir, das Team von pixolum, helfen dir gerne dabei, das Beste aus deinem Talent und deiner Kamera herauszuholen. Wir möchten, dass du den eigenen Fortschritt in deinen Bildern siehst. Dass du Emotionen auslöst und deinen Fotos mehr Ausdruck verleihst. Auf unserer Seite findest du alle möglichen Artikel, die dir beim Fotografieren lernen helfen sollen.

Zusatz: Was ist Fotografie eigentlich?

Das wird sich wohl jeder fragen, der das Fotografieren lernen möchte oder der bereits regelmässig eine Kamera in die Hand nimmt. Im Grunde beantwortet sich jeder Fotograf diese Frage selbst. Eine Antwort, die aber auf jeden Fall zutrifft, ist: Fotografie ist Kunst. Tatsächlich kann man sie mit der grössten Kunst überhaupt, der Malerei, vergleichen, obwohl viele Maler das in Frage stellen würden. Denn wo der Maler in stunden- oder tagelanger mühsamer Arbeit den Pinsel schwingt, drückt der Fotograf »nur« den Auslöser – fertig ist das Kunstwerk. Ganz so einfach ist es dann aber natürlich doch nicht…

Fotografie ist die Übertragung von Gedanken und Gefühlen auf ein Motiv. Dabei ist es nicht nötig, in ferne Länder zu reisen und exotische Orte aufzusuchen: Denn authentische Fotografie beginnt direkt vor deiner Haustür. Wer fotografieren lernen möchte, sollte sich daher nicht nur mit den technischen Aspekten seiner Kamera, sondern auch mit Themen wie der Bildkomposition beschäftigen. Denn die Kamera an sich ist ein kaltes, dummes Gerät – nur du kannst dem ganzen Leben einhauchen und bestimmte Gefühle in dein Bild transportieren. Erst, wenn alle wesentlichen Aspekte ineinanderfliessen, kommt ein gutes Foto dabei heraus.

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