Blaue Stunde fotografieren für atemberaubende Bilder

Die blaue Stunde sorgt für tolle Lichtverhältnisse, welche du unbedingt mit deiner Kamera festhalten solltest! Das Licht und Stimmungen sind während der blauen Stunde einzigartig. Die Natur schenkt uns für wenige Minuten am Tag einen besonders stimmungsvollen Moment, welchen man in der Fotografie geschickt nutzen kann. Es gibt einige Tipps und Tricks, wie deine Bilder in der blauen Stunde noch eindrucksvoller werden. Hier verraten wird dir alle Geheimnisse – damit auch dir die besten Bilder gelingen.

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Die blaue Stunde bei Sonnenuntergang

Die blaue Stunde bezeichnet die Zeit zwischen Dämmerung und Nacht. Während dieser Zeit verringert sich das „Available Light“ – also das natürliche Umgebungslicht – bis es schliesslich dunkel ist. Das Besondere daran? Der Sonnenuntergang ist rot und gelblich. Dieses Licht mischt sich mit dem Blau der Dämmerung. Betrachtet man einen Farbkreis, so kann man sehen, dass diese beiden Farben Komplementärfarben sind und sich perfekt ergänzen.

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Die vorherrschenden Farben Blau und Rot-Gelb während der blauen Stunde sind Komplementärfarben.

Die Mischung der Farben erzeugt eine harmonische und einzigartige Farbwelt. Auch mit künstlichen Lichtquellen lässt sich dieser Effekt erreichen. Es gibt Abende, an welchen die gelben Farben der Sonne aufgrund des Wetters oder des Sonnenstandes nicht genug präsent sind. Künstliche Lichtquellen ermöglichen wie in der Nachtfotografie eine komplett andere Bildgestaltung, da mehr mit Schatten und Konturen gearbeitet werden kann. Vor allem Lichtquellen mit warmen Farben eigenen sich, damit sich die Komplementärfarben gegenseitig verstärken.

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Solch wunderschöne Farbverläufe sind nur in der blauen Stunde möglich.

Den richtigen Zeitpunkt für die Blaue Stunde Fotografie

Die blaue Stunde dauert normalerweise keine ganze Stunde. Je nachdem wo auf der Welt man sich aufhält verändert sich diese Zeit. Auch das Wetter und die Jahreszeit spielen eine entscheidende Rolle. Wie findet man also den optimalen Zeitpunkt, um in der blauen Stunde zu fotografieren? Als Frühaufsteher kannst du die blaue Stunde in der Morgendämmerung nutzen. Wer lieber ausschläft, sucht sich den besten Zeitpunkt folgendermaßen:

Diverse Apps im Apple oder Google Play Store zeigen dir den Zeitraum der blauen Stunde jeweils täglich an. Zudem bieten die Apps meist viele weitere Funktionen wie die Berechnung des Sonnenuntergangs oder zeigen gar die Windrichtung an. Besonders gut finden wir auch diese Website – Check it out!

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Blaue Stunde fotografieren – Kamera Einstellungen und Setup

Wenn du schon einmal mit Langzeitbelichtung gearbeitet hast, verfügst du sicher auch schon über die notwendige Kamera-Ausrüstung um in der blauen Stunde zu fotografieren. Bei wenig Umgebungslicht muss länger belichtet werden, damit das Bild nicht zu dunkel wird und die Konturen des Motivs gut erkennbar bleiben. Zu diesem Zweck brauchst du ein Stativ und einen Fernauslöser, damit das Bild nicht verwackelt. Als Objektiv verwendet man ein Weitwinkelobjektiv, um mehr Tiefe ins Bild zu bekommen. Alles vorhanden? Dann kann es losgehen mit den optimalen Kamera-Einstellungen.

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Kamera Einstellungen für die blaue Stunde

Die Kamera-Einstellungen müssen in der blauen Stunde den Lichtverhältnissen angepasst sein. Mit folgenden Einstellungen kannst du aber starten und diese nach den ersten Bildern nach deinen Wünschen anpassen. Die Lichtverhältnisse können sich währende dem Shooting schnell ändern. Nutze also den Zoom auf deinem Display, um die Fotos jeweils zu kontrollieren (z.B. dass alle Konturen noch sichtbar sind).

  • Bildstabilisator: Nachdem du deine Kamera auf dem Stativ angebracht hast, solltest du den Bildstabilisator am Objektiv ausstellen. Diesen brauchst du mit einem Stativ nicht.
  • Bildausschnitt: Positioniere deine Kamera so, dass du den gewünschten Bildausschnitt im Sucher hast. Beachte dabei auch die Regeln des „Goldenen Schnitts“
  • ISO: Im manuellen Kamera-Modus „M“, stellt man als Erstes den ISO Wert auf 100 ein. Dieser sollte möglichst tief sein, um ein körniges Bild zu vermeiden. Die Helligkeit können wir später mit einer längeren Belichtungszeit erhöhen, falls notwendig.
  • Blende: Im Normalfall will man bei der blauen Stunde Fotografie keinen unscharfen Hintergrund. Ansonsten würden z.B. entfernte kleine Lichter verschwommen dargestellt. Aus diesem Grund wählen wir eine eher hohe Blendenzahl zwischen f8.0 und f11.0. Damit bleibt der Hintergrund scharf. Die Blende ist aber dennoch weit genug geöffnet, dass genug Licht auf den Sensor fallen kann.
  • Belichtungszeit: Dies ist die einzige Variable, welche du den aktuellen Lichtverhältnissen anpassen musst. Starte einmal mit einer Belichtungszeit von 1 bis 2 Sekunden. Falls das Bild zu dunkel wird, dann erhöhe die Verschlusszeit (=Belichtungszeit). Bei einem zu hellen Bild kannst du die Belichtungszeit reduzieren. Die Langzeitbelichtung bewirkt, dass der Verschluss für längere Zeit offen bleibt. Je länger diese Zeit, desto länger fällt Licht auf den Sensor (damit dieser genug Bildinformationen sammeln kann).
  • Spiegel: Falls du eine Spiegelreflexkamera verwendest, dann aktiviere die „Spiegel-Vorauslösung“. Damit verhinderst du, dass der Spiegel sich während der Aufnahme bewegt. Die leichte Vibration könnte das Bild verwackeln.
  • Fokussieren: Mit dem Autofokus kannst du dein Motiv bei wenig Licht schlecht fokussieren. Schalte diesen also ab und fokussiere manuell, bis alles scharf gestellt ist.
  • Fotografieren: Erstelle das erste Bild. Nutze die Zoom Funktion auf dem Display, um dein Bild zu beurteilen. Besonders wichtig ist hier auch ein Blick auf das Histogramm, mit welchem du mehr Informationen zu ausgebrannten Stellen erhältst.

Nutze das RAW Format und HDR Fotografie für kontrastreiche Bilder der blauen Stunde

Da du für das Fotografieren der blauen Stunde nur 30-45 Minuten Zeit hast, solltest du im RAW-Format fotografieren. Damit kannst du die oben vorgenommenen Einstellungen später teilweise anpassen, indem du das Bild z.B. in Photoshop „entwickelst“. Erfahre hier die Vorteile von RAW und wie man es nutzen kann, kannst du in diesem Artikel nachlesen.

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Sehr gut geeignet für das fotografieren in der blauen oder goldenen Stunde ist HDR. Mit HDR machst du nicht ein einzelnes Bild, sondern erstellst Serienaufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. Die Bilder einer Serie werden später in Photoshop vereint, um mehr Kontrast ins Bild zu bringen. Mit dieser Anleitung zu HDR Fotografie gelingt dir das auch in der blauen Stunden.

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Über den Autor

Patrick ist der Gründer von pixolum und versorgt dich seit 2012 mit spannendem Fotografie-Stoff. Neben seiner Leidenschaft für Kameras & Design unterstützt er kreative Köpfe beim Aufbau ihres Business. Er trinkt jeden Tag 7 Kaffees aus der pixolum Tasse, ist absoluter SEO Nerd und beginnt mehr, als er zu Ende bringen kann.

3 Gedanken und Fragen

  1. Hartmut Domröse

    Mit meiner Kamera kann ich nur entweder HDR-Fotografieren oder Fotos im RAW-Format machen. Ist das mit jeder Kamera so? Ich habe eine NIKON D7100.

    Antworten
    1. Anika

      Hallo,
      Hier meine Laienhafte Antwort, da HDR Fotografie noch neu für mich ist.
      Einen HDR Modus haben manche Kameras. In dem Modus werden die Bilder der Reihenaufnahme schon direkt nach der Aufnahme zu einem Bild zusammengefügt. Dabei werden vorgefertigte Einstellungen verwendet – oft gibt es verschiedene HDR Modi zur Auswahl.
      Aber besser ist es, wenn man die Belichtungsreihen manuell im RAW Format aufnimmt (also zum Beispiel 3 Bilder von dunkel bis hell) und diese dann über ein Programm (Fotomatix, Fotoshop,…) zusammenfügt. Dabei kann man dann viel individueller schauen, welchen Effekt man erzielen möchte und die RAW Bilder kann man vorher noch bearbeiten/entwickeln für bessere Ergebnisse.

      Liebe Grüße von Anika

      Antworten
    2. Sarah

      Nein das ist nicht mit jeder Kamera so. Hochwertige Kameras können jpegs in unterschiedlichen Qualitäten abspeichern, natürlich Raw und das i.d.R auch in Kombination. HDR ist ja erstmal kein Bildformat, sondern eine Zusatzfunktion.

      Antworten

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