Kamera Pufferspeicher verstehen – Die Leistung deiner DSLR

Deine Kamera hat einen internen Pufferspeicher. Doch wozu ist der gut und wie beeinflusst er die Leistung deiner Kamera? Lass uns einen näheren Blick auf den Kamerapufferspeicher werfen, denn er ist ein wichtiges Kriterium beim Kauf deiner nächsten Kamera. Der Pufferspeicher spielt nämlich in verschiedenen Bereichen der Fotografie eine unterschiedliche Rolle.

kamera-pufferspeicher-erklaerung serien aufnahmen

Gegenteilig zur Meinung einiger Anfängerfotografen, wird ein Foto nicht sofort auf der Speicherkarte gesichert, nachdem der Verschlussknopf gedrückt wurde. Stattdessen läuft ein mehrteiliger Vorgang ab, der unter anderem eine vorübergehende Speicherung der Bilddaten im Kamerapufferspeicher beinhaltet. Meistens ist dieser Prozess ein nahtloser Übergang. Deshalb würdest du wahrscheinlich niemals annehmen, dass deine Kamera diesen Schritt benötigt, um die Bildinformationen auf der Speicherkarte abzuspeichern.

Warum gibt es den Bildpufferspeicher?

Nimmst du mit deiner Kamera ein Foto auf, wird der Kamera-Sensor in einem Teil des Vorgangs dem Licht ausgesetzt. Dieses Licht wird vom Sensor wiederum auf einer Pixel-für-Pixel-Basis gemessen. Sensoren gibt es in verschiedenen Grössen, demnach besitzen sie auch eine unterschiedliche Anzahl von Pixeln. Ein 14-Megapixel-Sensor verfügt über 14 Millionen Pixel. Ein 20-Megapixel-Sensor enthält dagegen 20 Millionen Pixel. Ich denke, du verstehst das Prinzip…

kamera sensor bildpuffer

PS: So sieht ein Kamera Sensor aus.

Die Moral der Geschichte ist, dass der Kamerasensor eine Menge Lichtinformationen aus einer Menge Pixel zu sammeln hat. Aber das ist noch nicht alles… Dein Kamerasensor sammelt außerdem Informationen über die Farbe des auf die Pixel einfallenden Lichts, sowie über die Lichtintensität. All diese Informationen werden vom Bildprozessor der Kamera in digitale Daten konvertiert. Diese digitalen Daten sind deinen Computerdaten nicht unähnlich – denn sie nehmen die Form einer Zahlenreihe an.

Diese numerischen Daten werden von der Kamera verarbeitet und auf der Speicherkarte gesichert.

 

Dass dieser Vorgang in Sekundenschnelle abläuft, ist dabei nur durch den Bilderpufferspeicher deiner Kamera möglich. Mit anderen Worten: Der Bildpufferspeicher erfüllt die Funktion, die Datengewinnung, Datenverarbeitung und den Speicherprozess zu beschleunigen.

Der Bildpufferspeicher hilft dabei, die Daten zu verschieben

Solltest du jemals vom Computerbegriff RAM gehört haben, wird dir das Konzept eines Puffers bekannt sein. Genau wie RAM auf deinem Computer, hilft dir der Bildpufferspeicher dabei, die Verarbeitungsprozesse deiner Kamera zu beschleunigen. Dafür werden die Daten vorübergehend in der Kamerahardware gespeichert, sodass die Kamera sie schnell und einfach auf die Speicherkarte überschreiben kann. Aber die Geschwindigkeit dieses Vorgangs hängt von einer Zahl Faktoren ab.

 

  1. Erstens bestimmt die Größe des Bildpufferspeichers der Kamera, wie viele Informationen vorübergehend gespeichert werden können. Je größer der Pufferspeicher, desto mehr Informationen können gespeichert werden.
  2. Zweitens besitzen Kameras andere Datenschreibgeschwindigkeiten als Speicherkarten sie haben. Noch einmal: Je schneller die Schreibgeschwindigkeit von Kamera und Speicherkarte sind, desto schneller kann der Pufferspeicher wieder von den gesammelten Informationen befreit, resp. geleert werden.

Grössere Puffer in teureren Kameras – was sind die Vorteile?

High-End-Kameras besitzen oftmals größere Speicherpuffer und schnellere Schreibgeschwindigkeiten als Einsteiger- und Enthusiasten-Kameras.

Das bedeutet, dass sie Bilddaten schneller verarbeiten und auf eine Speicherkarte überschreiben, sowie den Pufferspeicher schneller leeren können. Zusammengefasst ermöglichen sie dem Fotografen also das schnellere Fotografieren. Das heißt auch, dass mit professionellen Kameras ausgerüstete Fotografen länger im Serienbildmodus Modus fotografieren können. Diesem Serienbild- oder Burst-Modus widmen wir uns im nächsten Abschnitt. Damit du trotzdem einen Einblick in die Pufferspeicherleistung bekommst, schau dir dieses Video an (habe leider nur ein englisches Video gefunden)

 

 

Falls du dich gerade mit dem Kauf einer neuen Kamera auseinandersetzt, kannst du hier die Vor- und Nachteile von Systemkameras gegenüber Spiegelreflexkameras nachlesen. Oder wie wäre es mit dem Direktvergleich von Canon vs. Nikon?

Der Bildpufferspeicher ist wichtig für das Fotografieren im Serien-Modus

In Bedienungsanleitungen für digitale Kameras wirst du oft etwas von „Serien Aufnahmegeschwindigkeit“ und „Burst-Rate“ lesen können. Beides bezieht sich auf die Anzahl der Bilder, die deine Kamera in einer Sekunde aufnehmen kann. Besitzt deine Kamera also eine Aufnahmegeschwindigkeit von 7fps, kann sie 7 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Es gibt da allerdings einen Vorbehalt…. rate mal? Richtig, der Pufferspeicher.

kamera-pufferspeicher bewegte motive

Berücksichtige deshalb die Größe des Bildpufferspeichers und das Ausmaß, in dem er die Leistung der Kamera beeinflusst. Im Burst Modus aufzunehmen bedeutet also nicht, dass die Kamera bis in alle Ewigkeit 7 Bilder pro Sekunde schafft! Denn am Ende füllt sich der Pufferspeicher bis zur Grenze und die Kamera arbeitet dadurch verlangsamt weiter, bis im Pufferspeicher wieder genug Platz frei ist. Bis das passiert, nimmt deine 7fps-Kamera vielleicht nur ein oder zwei Schnappschüsse pro Sekunde auf. Das ist alles kein Problem, wenn du Stillleben, Portraits, Landschaften oder andere eher beständige Motive fotografierst. Aber wenn du deine Kamera gekauft hast um dein Basketball spielendes Kind oder Motorradrennen zu fotografieren, dann gilt: Je grösser der Bildpufferspeicher, desto besser. Das gilt vorallem auch, wenn du einen Timelapse erstellen willst.

Manche Pufferspeicher arbeiten vor der Bildverarbeitung, andere danach

Abhängig von der jeweiligen Kamera arbeitet der Bildpufferspeicher entweder vor oder nach der Bildverarbeitung. In einem vor der Verarbeitung aktiven Pufferspeicher, werden die Sensordaten direkt zum Bildpufferspeicher weitergeleitet. Zu diesem Zeitpunkt werden die Bildinformationen verarbeitet und auf die Speicherkarte überschrieben. Kameras mit solchen vorher aktiven Pufferspeichern haben allerdings den Nachteil einer begrenzten Anzahl Bilder, die in einer Serien-Aufnahme gemacht werden können. Anders formuliert: Selbst wenn du die Größe der gespeicherten Bilddateien reduzierst, ist es der Kamera unmöglich, im Serien Modus mehr Schnappschüsse aufzunehmen.

kamera-pufferspeicher burst mode einfluss

Bei Pufferspeichern die nach der Verarbeitung aktiviert werden, werden die Daten dagegen eben zuerst verarbeitet und dann an den Bildpufferspeicher gesendet. In diesem Fall kannst du die Anzahl von Fotos die deine Kamera in Serien Modus aufnehmen kann, erhöhen. Das gelingt durch das Festlegen einer kleineren Dateigröße, die dann bereits verarbeitet an den Pufferspeicher weitergeleitet wird.

Zusammenfassung interner Kamera Pufferspeicher

Der Bildpufferspeicher ist ein wichtiger – wenngleich ein unterschätzter – Bestandteil im Vorgang der Fotoaufnahme. Behalte im Gedächtnis, dass ein großer Bildpufferspeicher praktisch ist – denn deine Kamera kann durch ihn mehr Informationen speichern und schneller arbeiten. Aber all das ist nur nötig, wenn du schnelle Aufnahmen von bewegten Motiven wie z.B fahrenden Autos oder Sportlern im Serien Aufnahme-Modus machen möchtest. Kameras mit einem umfangreichen Pufferspeicher und einer schnellen Schreibgeschwindigkeit sind eher kostspielig. Wenn du diese hohe Geschwindigkeit nicht benötigst, konzentriere dich lieber auf andere Kamera-Spezialisierungen, die für dich relevant sein könnten (wie z.B. Sensorgröße, ISO-Leistung und sicher spielt auch der Preis eine Rolle!).

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