12 Naturfotografie Tipps für bessere Naturfotos

Die Naturfotografie fokussiert sich auf den Bereich der Flora und Fauna. Damit gemeint sind Pflanzen, Blumen und Tiere, die bildlich in ihrer unmittelbaren Umgebung festgehalten werden können. Du möchtest in die Naturfotografie einsteigen oder fühlst dich noch etwas unsicher in diesem Bereich? Die Vielfalt der Motive und Bewegungen werden dich herausfordern. Kein Problem, unsere Tipps bereiten dich bestens dafür vor.

Naturfotografie Anleitung und Ausrüstung

Herausforderung Naturfotografie: die besten Tipps.

1 Die richtige Wahl des Objektivs

Ein berühmter Pfadfindergruss lautet – “Sei(d) bereit!”. Dasselbe gilt für deine Kameraausrüstung, um gelungene Fotos in der Naturfotografie festzuhalten. Das richtige Objektiv für ein bestimmtes Foto auszuwählen, ist keine exakte Wissenschaft. Denn du wirst nicht für jede Aufnahme dasselbe Ziel haben. Generell verwendest du am besten ein Objektiv mit einer längeren Brennweite. Das könnte zum Beisipel ein Zoom-Objektiv mit einer grösseren Blendenöffnung sein. Weshalb?

  1. Erstens: Du wirst die grösstmögliche Reichweite haben wollen, denn einige Motive, wie zum Beispiel Tiere, brauchen eine gewisse Distanz. Auf diese Weise kannst du beobachten und fotografieren, ohne die scheuen Lebewesen zu stören.
  2. Zweitens, möchtest du bestimmt ein scharf gestochenes Bild von deinem Motiv. Am besten hervorgehoben von einem verschwommenen Hintergrund. Dadurch wird dein Motiv zum Mittelpunkt. Dazu musst du aber die Vordergrund- und Hintergrundabstände verstehen und ein Objektiv mit großer Blendenöffnung wie f/1.4, f/1.8 oder f/2.0 benutzen.
Naturfotografie Wahl des Objektivs

Die richtige Wahl des Objektivs (@Andre Furtado, pexels.com)

2 Das Motiv im Bild hervorheben

Naturfotografien beinhalten in der Regel Motive wie eine Pflanze, ein Tier oder eine Blume. Das bedeutet, dass du das einzelne Motiv von seiner Umgebung im Hintergrund trennen musst. Beurteile dafür als Erstes die Positionierung der einzelnen Elemente in deinem Bild und nimm dann ein paar Anpassungen vor. Um eine geringe Tiefenschärfe zu erreichen, wirst Du einen gewissen Abstand zwischen Vorder- und Hintergrund benötigen. Verwende dazu eine größere Blendenöffnung (kleinere Blendenzahl), wie zum Beispiel f/2.0 oder f/2.8. Richte die Fokussierung nun auf dein Motiv im Vordergrund. Mit der grösseren Blendenöffnung wirst du einen weicheren und verschwommenen Hintergrund für deine Naturfotografie erzielen können.

Naturfotografie Hervorhebung vom Hintergrund

Blumen vom Hintergrund hervorgehoben (@Irina Iriser, pexels.com)

3 Nahaufnahmen von Strukturen, Farben, Linien und Formen

Für viele Dinge im Leben lassen wir uns von der Natur inspirieren. Von Farben, über Klänge, bis hin zu Mustern. Einige der interessantesten Motive befinden sich direkt vor deiner Nase. Wenn du die Natur fotografierst, zoome doch einfach mal näher heran (wenn du ein Festbrennweite-Objektiv verwendest, trete einfach ein oder zwei Schritte näher) und erstelle eine Nahaufnahme davon. Das könnte eine Baumrinde, ein Blatt, der Waldboden oder die Haut einer Eidechse sein – was immer in deinen Blick fällt. Du wirst sehen, eine ganz neue Welt wartet auf dich, wenn du nur genauer hinsiehst.

Und an diesem Punkt unterscheidet sich die Naturfotografie von vielen anderen Bereichen. Für einen noch genaueren Blick empfehlen wir dir, in ein Makroobjektiv zu investieren. Diese Objektive vergrößern selbst das kleinste Detail und können dadurch erstaunliche Bilder hervorbringen.

Nahaufnahme von Herbstblättern

Nahaufnahme von Herbstblatt mit Wassertropfen (@Daniel Frank, pexels.com)

4 Beobachte dein Ziel

Die Naturfotografie ist und bleibt stets auf der ganzen Welt ein sehr interessantes Thema. Es ist wichtig, dein Motiv genau zu beobachten und die Tipps zur Naturfotografie aufmerksam anzuwenden. Wenn du die Dinge besser verstehst, kannst du dementsprechend auch bessere und spezifischere Fotos aufnehmen. Wenn du die Gewohnheiten deines Gegenübers kennst, dann kannst du deine Schnappschüsse auch vorhersehen. Zum Beispiel, wann ein Schwan angreifen, oder wann diese bestimmte Pflanze in Blüte stehen wird. Oder, wenn du durch Beobachten herausfindest, zu welchem Zeitpunkt das Tier, welches du fotografieren möchtest, weniger gefährlich für dich ist? Dann kannst du mit deinen einzigartigen Nahaufnahmen beginnen.

5 Fotografiere dein Motiv in seiner natürlichen Umgebung

Das soll nun keine festgeschriebene Regel sein, sondern eher ein Leitfaden. Wenn du Naturaufnahmen machst, versuche alles im Bild in seiner natürlichen Umgebung festzuhalten. Wie es der Name “Naturfotografie” schon verrät, ist dieser Hinweis von grundlegender Bedeutung.
Es ist Nichts falsch daran, ein Bild von einem Vogel auf einer Stromleitung oder ein Bild von einer Spinne an der Seite deines Hauses zu machen. Es kann sicher für einige kreative und interessante Nebeneinanderstellungen sorgen. Doch bist du auf der Suche nach einem kraftvollen Naturfoto, dann fotografiere die Tiere und Pflanzen in ihrem natürlichen Lebensraum. Zum Beispiel auf einem Baum, einem Blatt oder in einem Gewässer.

Fotografie Grundlagen Natur fotografieren

Ein Schmetterling in seiner natürlichen Umgebung.

6 Die richtige Kameraausrüstung

Wir haben bereits über Objektive gesprochen und später werden wir uns mit geeigneten Kameras befassen. Aber erst einmal zu den einfachsten Dingen, die trotz ihrer Wichtigkeit leicht zu übersehen sind.

  • Fotografieren mit einer Kameratasche, Speicherkarten, Batterien und Objektiven im Handgepäck – ist ein Kinderspiel. Die absolute Basis-Ausrüstung.
  • Aber wie oft wagen sich Fotografen ohne ihr Stativ an abgelegene Orte? Mehr als du zählen kannst, das sei dir versichert. Dabei gibt es heute so leichte Reisestative, die du im Gewicht kaum bemerkst. Ich habe meines immer dabei, egal wohin ich gehe!
  • Vergiss nicht, je nach Ort und Jahreszeit die richtige Kleidung zu tragen. Es mag dir vielleicht an einem Tag nicht so kühl vorkommen und du lässt deine Jacke deshalb zu Hause. Aber warte nur ab, bis die Sonne hinter dem Horizont untergeht, dann wirst du deine Jacke vermissen und die Naturfotografie aus diesem Grund abbrechen müssen.Plane also stets im Voraus. Hüte, Handschuhe (speziell für Fotografen) und verschiedene Schuhe könnten sich als sehr nützlich erweisen. Dies ist einer der wichtigsten Tipps zur Wildnis Fotografie für Anfänger.
  • Und was ist mit der Navigation? Verlasse dich nicht nur auf dein Handy. Trage stets eine aktuelle Karte und einen Kompass mit dir und lerne, wie man diese Tools richtig einsetzt.
Naturfotografie Ausrüstung

Fotograf mit guter Ausrüstung für Naturfotografien (@dr jelibon, pexels.com)

7 Die beste Kamera für die Naturfotografie

Falls du gerade fotografieren lernst, empfehlen wir dir bei deiner aktuellen Kamera zu bleiben. Vielleicht klingelt der Satz „die beste Kamera ist die, welche du bei dir trägst“ schon zu laut in deinen Ohren. Aber es liegt definitiv ein Stückchen Wahrheit darin. Mit einem iPhone oder Android-Gerät zum Beispiel, kannst du bereits schon beeindruckende Smartphone-Fotos aufnehmen. Kleinere Blenden, Dual-Linsen und optisches Zoomen werden immer häufiger dabei eingesetzt. Diese Handytools ermöglichen dir, auch ohne DSLR, einige überzeugende Bilder aufzunehmen. Um zu sehen, was noch so alles möglich ist, wenn man ein Smartphone zum Fotografieren benutzt, lies unseren Beitrag dazu (coming soon). In diesem Beitrag erklären wir dir, was andere Fotografen mit minimaler Ausrüstung und winzigen Kamerasensoren alles geschafft haben. Denn auch die Fotografen vom National Geographic hatten nicht immer Digitalkameras dabei.

8 Verwende natürliches Licht

Die Naturlicht-Fotografie ist eine Aussenaufnahme mit direktem oder indirektem Sonnen- oder Mondlicht. Naturfotografien werden bei Morgen- oder Abendlicht im Allgemeinen immer großartig wirken. Sicher hast du schon von der blauen Stunde oder der goldenen Stunde gelesen. Falls nicht, dann ist jetzt die richtige Zeit dafür! Dieses Licht nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang ist vieler weicher und kreiert sanfte, wohlige Bilder. Es beleuchtet deine Motive gleichmäßiger und eliminiert die starken Schattierungen.

Stell dir einen kleinen Vogel auf einem Baum vor, oder sogar nur die Blätter dieses Baumes. Wenn das dein Motiv wäre, wird es sanft mit den goldenen Farbtönen einer untergehenden Sonne beleuchtet. Das ist es, was wir als stimmungsvoll bezeichnen würden. Diese Art von Licht kann eine emotionale Hülle über deine Aufnahmen legen. Eine solche Fotografie wäre schwer künstlich zu reproduzieren. Probiere einen Schnappschuss morgens oder abends und einen mitten am Tag aus. So wird beispielsweise im Herbst ein attraktives Farbspektrum angeboten. Du wirst sofort den Unterschied in der Wirkung  bemerken. Vielleicht siehst du sogar einen Unterschied zwischen deinen Morgen- und Abendaufnahmen. Überprüfe dabei, ob sich die Farbtemperatur verändert.

Es gibt noch weitere Vorteile beim Fotografieren am frühen Morgen oder am späten Abend. Die Wahrscheinlichkeit, dass der von dir besuchte Ort weniger überfüllt ist, sollte ziemlich gross sein. Besonders in stark frequentierten „touristischen“ Gebieten, lohnt sich ein frühmorgendlicher oder spätabendlicher Besuch. Dieser Tipp gilt übrigens auch bei der Reisefotografie. Wie zum Beispiel beliebte Nationalparks und andere gut besuchte Sehenswürdigkeiten, welche um diese Zeit weniger überfüllt sind und mehr Platz für dich und deine Fotos bieten. Und wenn du Tiere fotografieren möchtest, dann ist es wahrscheinlicher, dass dir ein guter Schnappschuss in den Morgen- oder Abendstunden gelingt. Denn viele Tiere sind um einiges aktiver, wenn ihr Gebiet nicht von der Tageshitze oder anderen störenden Faktoren überschattet wird.

Lichteinfall in einen Wald in der freien Natur

Natürlicher Lichteinfall im Wald (@VisionPic .net, pexels.com)

9 Bleibe dir selbst treu – auch als Naturfotograf

Bei der Naturfotografie geht es nicht darum, jemand anderem zu gefallen. Oder an den Stil eines anderen zu appellieren. Es geht darum, zu fotografieren, was dich glücklich macht. Nimm dir ruhig die Zeit, die Arbeiten anderer Naturfotografen zu studieren, wenn Sie noch nicht Ihren eigenen Stil entdeckt haben. Welche Winkel verwenden sie in der Regel? Welche Farben koordinieren sie innerhalb des Bildes? Wie nahe kommen sie ihrem Motiv? Versuche dann etwas Anderes zu machen und entwickle deinen eigenen, unverkennbaren Bildstil. Schwimme gegen den Strom, verwende einen anderen Winkel, mache eine Nahaufnahme, wo andere ihre Motive von Weitem aufnehmen würden. Die Natur bietet uns unbegrenzt schöne Kulissen. Geh da raus und nutze sie! Benutze deine eigene Kreativität, das ist einer der besten Tipps für Einsteiger.

10 Crop-Sensor statt Vollformat

Unsere Fotoausrüstung

Du fragst dich mit welcher Ausrüstung wir fotografieren? Hier findest du unser Equipment.

Ausrüstung anzeigen

Wenn du sowohl eine Vollformat- als auch eine Kamera mit Crop-Sensor hast, solltest du deine  Vollformat-Kamera zu Hause lassen. Die Objektive haben nämlich bei Crop-Sensor-Kameras eine ausgeprägte Brennweite. Dies ist besonders beim Fotografieren von Tieren nützlich. Um die Tiere nicht zu erschrecken, musst du nämlich eine gewisse Distanz einhalten. Ein 50 mm-Objektiv auf einem Crop-Sensor-Kameragehäuse zeigt eine 1,6-fache Vergrößerung gegenüber einer Vollformatkamera. Die Verwendung eines Crop-Sensors hilft dir, für deine Natur- und Tierfotografien so nah wie nur möglich ranzukommen.

Bär in seiner natürlichen Umgebung

Ein Bär im Wald aus Distanz fotografiert (@Janko Ferlic, pexels.com)

11 Respekt gegenüber Tieren und der Umwelt

Dir ist der Satz „Hinterlasse nur Fussspuren“ sicherlich bekannt. So klischeehaft diese Aussage auch ist, es könnte nicht treffender formuliert werden. Achte immer darauf, einen Beutel mitzunehmen, um deinen Müll oder andere Abfälle darin verstauen zu können. Auch wenn ein Gegenstand biologisch abbaubar wäre, eine Orangen- oder Bananenschale kann bis zu 2 Jahre brauchen, um sich zu zersetzen.

Respektiere die Umgebung, in der du fotografierst. Du musst im übertragenen Sinne kein verliebter Baumknuddler sein. Aber man muss verstehen, wie wichtig es ist, die natürliche Umwelt nicht zu stören. Wir fotografieren eine sensible Welt, die die Heimat vieler Lebewesen ist. Und deshalb sollten wir jede Anstrengung auf uns nehmen, um damit einen möglichst geringen dauerhaften Einfluss auf diese Welt zu haben.

Naturaufnahme mit einer Hand die ein Blatt hält

Hand berührt sanft die Pflanze im Wald (@Alice Castro, pexels.com)

12 Teile deine Leidenschaft

Bist du ein Naturfreund und leidenschaftlicher Fotograf? Welche Tipps würdest du einem Einsteiger geben? Was sind deine Lieblingsmotive und Szenarien für die besten Fotos in der freien Natur? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Mehr Tipps zur Tierfotografie

Magst du diesen Beitrag?

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar