21 Hochzeitsfotografie Tipps für Amateur Hochzeitsfotografen

“Hilfe – ich bin kurz davor meine erste Hochzeit zu fotografieren… Helft mir bitte mit einigen Tipps und Ratschlägen zur Hochzeitsfotografie!” Diese Anfrage haben wir in den letzten Monaten häufiger erhalten. Ich bin zwar kein Profi in der Hochzeitsfotografie, aber ich denke es ist an der Zeit, ein paar meiner Tipps und Ratschläge zum Thema Hochzeitsfotografie mit euch zu teilen.

 

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Diese 21 Tipps werden dir aber garantiert helfen, damit dein Hochzeits-Shooting gelingt. Die technischen Feinheiten der Hochzeitsfotografie für Profis sind hier kein Thema, denn als Anfänger musst du nur einmal die Grundlagen kennen.

 

 

Hochzeitsfotografie Tipps

 

#1 Erstelle eine “Aufnahmen Liste”

Einer der wichtigsten Tipps zum Thema Hochzeitsfotografie gleich zuerst. Gib dem zukünftigen Ehepaar die Möglichkeit, sich über die gewünschten Hochzeitsbilder Gedanken zu machen. Daraus kannst du einfach eine Liste erstellen, welche du später durcharbeiten und abhaken kannst. Besonders hilfreich ist das wenn es um die Gruppenfotos mit der Familie geht. Es gibt nichts schlimmeres, als beim Erhalt der Hochzeitsbilder festzustellen zu müssen, dass die Grossmutter einfach vergessen ging…

 

 

#2 Hochzeitsfotografie – Familienfoto Koordinator

Die Familienfotos in der Hochzeitsfotografie können sehr anstrengend werden. Die Leute sind überall – und doch auch nirgendwo. Man ist sich der Dynamik welche im Spiel ist gar nicht richtig bewusst…. bis zu dem Punkt, an dem es ziemlich chaotisch werden kann. Lass das frisch gebackene Ehepaar ein Familienmitglied auswählen (oder eine Person pro Familienseite), welches dich bei der Organisation vor Ort unterstützt. Diese Person kann helfen, dass alles in Bewegung kommt und schnell von statten geht. Damit ist das Paar dann auch schnell wieder zurück auf der Feier und kann diese geniessen.

 

Die Anweisungen müssen immer klar und deutlich sein. Diese Dame im Video macht das ganz gut. Wenn du etwas Englisch Kenntnisse und Humor hast, gibts hier sicher was zu lachen:

 

 

 

#3 Erkunde die Shooting Location

Besuche die Hochzeitsfotografie Orte und die verschiedenen Plätze, an denen die Aufnahmen am großen Tag des Brautpaares entstehen sollen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Profis dies nicht immer tun. Ich halte dies aber wirklich für äußert sinnvoll, um Ideen zu sammeln und die Möglichkeiten auszuchecken. Bei einigen Hochzeiten besichtigte ich die Orte auch gleich vorab mit dem Brautpaar und machte ein paar Testaufnahmen (es entstanden wunderschöne „Verlobungsbilder“). Die weiteren Hochzeitsfotografie Tipps gelten natürlich auch für diese Pre-Shootings.

 

 

#4 In der Hochzeitsfotografie ist Vorbereitung alles

So vieles kann schief gehen an so einem Tag. In der Hochzeitsfotografie ist es echt wichtig, perfekt vorbereitet zu sein:

 

  • Alternative Shooting Orte: Wenn du die Shooting Location besuchst, schaue dich auch gleich nach Plätzen um die auch bei schlechtem Wetter funktionieren
  • Batterien der Kamera voll aufladen. Dazu nimmst du unbedingt einen oder mehrere Ersatzakkus mit.
  • Leere deine Speicherkarte, bevor du an die Hochzeit gehst. Auch hier gilt wieder, nimm eine Ersatz-Speicherkarte mit.
  • Ablaufplan nicht vergessen: Erstelle dir ein einfaches Drehbuch mit den verschiedenen Hochzeitsfotos die gemacht werden sollen. Notiere dir dabei auch gleich die Plätze, an welchen jedes Foto gemacht werden soll.
  • Bei der Probe dabei sein: Die meisten Paare „proben“ den Gang in die Kirche. Eine super Möglichkeit für dich, die Lichtverhältnisse in der Kirche oder den Shooting Plätzen in Erfahrung zu bringen. Frag einfach, du kannst sicher dabei sein.

 

 

#5 Erwartungen des Brautpaars kennen

Zeige dem Brautpaar deine bisherigen Hochzeitsfotografie Arbeiten oder deinen Bildstil von anderen Shootings. Damit wissen sie, was sie erwartet. Finde heraus, was sie sich wünschen. Wenn das Brautpaar z.B. Schwarz-Weiss Bilder bevorzug, kannst du hier unsere Tipps zur Schwarz-Weiss Fotografie nachlesen.

 

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Viele Dinge wie die gewünschte Anzahl der Bilder, Schlüsselmomente die fotografisch festgehalten werden sollen, oder auch wofür die Aufnahmen verwendet werden sollen (Druck zum Beispiel) müssen unbedingt im Voraus geklärt werden. Leider verschätzen sich einige Brautpaare in den Kosten der gesamten Hochzeit. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du auf eine Vorauszahlung bestehen.

 

 

#6 Schalte den Ton deiner Kamera aus

Pieptöne oder auch das Klacken des Spiegels sind während der Zeremonie störend. Schalte daher den Ton der Kamera vorher ab.

 

 

#7 Achte auf die kleinen Details

Fotografiere die Ringe, die Kleidung, Schuhe, Blumen, Tischgedecke, Menus und weitere kleine Details. Solche Bilder vervollständigen später das Hochzeitsalbum und sind ein wichtiger Bestandteil der Hochzeitsfotografie. Die schöne Decko ist genauso wichtig wie das Menu im Restaurant und Onkel Paul. Du brauchst Inspiration? Blättere durch ein Hochzeitsmagazin und die Ideen werden nur so aus dir heraussprudeln! 🙂

 

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#8 Nutze zwei Kameras

Erbettele, leihe, miete oder klaue dir eine zweite Kamera für diesen Tag. Bestücke diese mit einem anderen Objektiv. Ich fotografiere meist mit einem Weitwinkel Objektiv (großartig für Schnappschüsse oder in engen Räumen besonders während der Zeremonie) und einem Teleobjektiv (es kann von Vorteil sein eine Linse um die 200mm zu haben – Ich nutze ein 70-200mm).

 

 

#9 Ein zweiter Hochzeitsfotograf

Einen zweiten Backup-Fotografen dabei zu haben kann eine gute Strategie sein. Das bedeutet weniger Stress während der Zeremonie und den Reden. Wenn der eine Fotograf für die Schnappschüsse und der andere für die formalen Aufnahmen zuständig ist, geht garantiert nichts vergessen. Ein zweiter Hochzeitsfotograf entlastet und unterstützt dich in der Hochzeitsfotografie und nimmt damit auch etwas den Druck.

 

 

#10 Sei mutig, aber nicht aufdringlich

Mit Schüchternheit erreichst du nicht “DAS Bild” – manchmal benötigt man Mut um einen speziellen Moment zu erfassen und festzuhalten. Der richtige Zeitpunkt in Kombination mit dem richtigen Standort ist der Schlüssel in der Hochzeitsfotografie. Achte aber darauf, dass du die Zeremonie dadurch nicht störst. Während der Zeremonie wechsele ich jeweils 4-5 mal den Standort. Am unauffälligsten sind Standortwechsel zwischen den Liedern, vor oder nach dem Gelübde und zwischen den Reden. Während der formalen Aufnahmen ist zu beachten, dass man weiß was man will und dies mit dem Paar abspricht. Wenn die Feier beginnt, heißt es in Bewegung bleiben, um Momente und Emotionen festzuhalten

 

 

#11 Unterschiedliche Lichtverhältnisse kennen

Wenn du kein sehr lichtstarkes Objektiv besitzt, wirst du bei schlechten Lichtverhältnissen nicht um einen Blitz herum kommen. Der richtige Einsatz des Blitzes in der Hochzeitsfotografie ist aber entscheidend. Ein Blitzgewitter ist zum einen unangenehm für die Gesellschaft, und zum Anderen verblassen die Bilder sehr schnell. Nutze einen Diffusor, um ein weiches Licht zu erzeugen. Ich verwende jeweils einen GaryFong Diffusor und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Kläre vorher ab, ob blitzen in der Kirche überhaupt erlaubt ist, denn einige Kirchen gestatten dies nicht. Denke darüber nach, ob sich die Möglichkeit ergibt mit einem indirekten Blitz zu arbeiten.

 

 

#12 Fotografiere in RAW

Fotografiere im RAW Format. Was das genau ist kannst du in unserem Artikel über RAW nachlesen. Viele Hochzeitsfotografen denken, dass man gar nicht die Zeit für RAW Aufnahmen hat. Die Kamera arbeitet durch die Verarbeitung einen kleinen Ticken langsamer. Aber eine Hochzeit ist ein Ereignis, bei dem dies von besonderem Nutzen sein kann. Denn nach der Hochzeit wirst du viel Zeit mit der Nachbearbeitung der Bilder verbringen. Wenn du die Bilder im RAW Format zur Verfügung hast, stehen dir alle Möglichkeiten der Entwicklung immer noch offen. So kannst du zum Beispiel auch nachträglich noch die Belichtung und den Weissabgleich einstellen.

 

 

#13 Zeige die Aufnahmen schon an der Hochzeit

Im Gegensatz zur Analogen Fotografie hast du mit deiner digitalen Kamera den Vorteil, dass deine Bilder sofort verfügbar sind. Nutze diesen Vorteil und lasse einige Bilder die du während des Tages gemacht hast bereits am Abend auf einem Panel rotieren. Die Gäste werden sich freuen! Deine Diashow wird garantiert ein spassiges Element bei der Abendunterhaltung. Hochzeitsfotografie Live!

 

 

#14 Achte auf Hintergründe

Die Gäste an einer Hochzeit bewegen sich ständig, was eine echte Herausforderung in der Hochzeitsfotografie darstellt. Denn mit der Bewegung einer Person ändert sich oft auch der Hintergrund. Bei den formellen Aufnahmen ist es besonders wichtig, sich vorher über den Hintergrund und die richtige Position Gedanken zu machen. Idealerweise bieten sich Bereiche an, welche nicht zerklüftet oder gegen die Sonne gerichtet sind. Positioniere die Personen vor einer Wand wenn du ganz sicher sein willst, dass die Grossmutter nicht durch den Hintergrund rennt.

 

 

#15 Lösche keine Bilder!

Die Versuchung der digitalen Fotografie besteht darin, die Aufnahmen permanent zu kontrollieren und die weniger zufriedenstellenden Ergebnisse sofort zu löschen. Oft gehen dabei aber Hochzeitsbilder verloren, welche durch eine Nachbearbeitung einen künstlerischen oder gar abstrakten Effekt erhalten könnten. Keine Panik wenn du mal nicht den richtigen Bildausschnitt erwischst. In der Nachbearbeitung kannst du den Ausschnitt ja immer noch anpassen.

 

 

16. Wechsle die Perspektive

Im Hochzeitsalbum werden die „normalen“ Bilder schlussendlich sicher dominieren. Trotzdem ist es wichtig, dass du verschiedene Perspektiven ausprobierst. Fotografiere das Paar aus verschiedenen Winkeln. Einmal von oben, seitlich, von unten, weitwinklig… sei einfach kreativ. Dir fällt bestimmt etwas ein. Am Schluss macht die Mischung verschiedener Perspektiven ein gelungenes Hochzeitsfotografie Shooting aus.

 

Dieser Hochzeitsfotograf scheint der absolute Profi im Perspektiven-Wechsel zu sein… weniger ist manchmal echt mehr, also bitte nicht übertreiben 🙂

 

 

 

17. Gruppenaufnahmen in der Hochzeitsfotografie

Eine Sache die ich bei jeder Hochzeit gemacht habe sind Gruppenfotos, auf welchen alle Anwesenden verewigt sind. Ganz wichtig ist dabei, dass du etwas höher stehst als die Gruppe. Besorge dir also eine Leiter oder einen hohen Stuhl, um die richtige Höhe zu erreichen. Der Vorteil einer erhöhten Position liegt auf der Hand. Die Leute eichten ihren Blick auf deine Kamera, welche ja nun auch erhöht ist. Dadurch schauen alle leicht nach oben und alle Gesichter werden gut sichtbar sein.

 

 

18. Reflektoren richtig einsetzen

Reflektoren sind eine gute Möglichkeit, um das Hochzeitspaar optimal auszuleuchten. Gerade wenn du gegen die Sonne fotografierst, werden die Gesichter oft dunkel und das Bild unbrauchbar. Mit einem Reflektor kannst du das Sonnenlicht spiegeln und das Motiv damit gut ausleuchten. Achte aber darauf, dass das Brautpaar dadurch nicht geblendet wird. Zugekneifte Augen auf jedem Foto wollen wir ja schliesslich nicht…

 

 

19. Modus Serienbildaufnahmen

Die meisten DSLR’s oder DSLM’s verfügen über eine Serienbild-Aufnahmefunktion. Schnell eine Vielzahl von Bildern zu schiessen ist auch in der Hochzeitsfotografie super praktisch. Es gibt Momente an einer Hochzeit, die darfst du einfach nicht verhauen. Zum Beispiel das Anstecken der Ringe oder der Kuss. Da musst du einfach auf „Nummer Sicher“ gehen. Der Serien-Aufnahmemodus hilft dir dabei optimal. Mit mehreren Bildern pro Sekunde ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass du den besten Moment verpasst.

 

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20. Erwarte das Unerwartete

Ein weiterer Ratschlag den mir jemand an meinem eigenen Hochzeitstag gab: „Die Dinge werden schief gehen – aber es könnten die besten des Tages sein.“ Bei jeder Hochzeit an der ich bisher teilgenommen habe, gab es immer etwas, was schief ging. Der Trauzeuge der den Ring nicht finden kann, Regen der sich über der Gesellschaft ergießt, der Bräutigam der seine Fliege vergisst, ein Blumenmädchen welches nur den halben Weg bis zum Altar gehen will, oder auch die Braut die sich nicht mehr an ihr Gelübde erinnern kann…..

 

Diese Momente können ein Gefühl von Panik auslösen. Aber genau diese Momente sind es, die tatsächlich den Tag ausmachen. Später wird man darüber lachen können, insbesondere wenn man sich anhand deiner Hochzeitsfotos daran erinnert. Vielleicht verwendest du sogar das eine oder andere Panik-Bild im Hochzeitsalbum 🙂 Es gibt viele Beispiele von lustigen Schnappschüssen an Hochzeiten:

 

 

 

Ich erinnere mich noch immer an die erste Hochzeit, die ich fotografierte. Ich wartete in einem Park auf die Braut und den Bräutigam, welche mit dem Auto unterwegs waren. Vor meinen Augen prallten sie kurz vor dem Parken in eine Strassenbahn. Der Braut standen die Tränen im Gesicht, der Bräutigam war nervlich am Ende. Aber nachdem sich alle beruhigt hatten begannen sie darüber zu lachen. Wir machten ein paar echt gute Bilder mit Polizei und Crash-Auto. Diese Bilder waren letztendlich die absoluten Favoriten! Du weisst also nie was dich erwartet. Aber nutze das Unerwartete.

 

 

21. Habe Spaß

Hochzeiten sind Feiern – sie soll Spaß machen. Je mehr Spaß man als Hochzeitsfotograf hat, desto entspannter sind die Fotografierten. Der beste Weg um sein Gegenüber aufzulockern ist ein Lächeln! (Warnung: Ich habe nach dem Fotografieren von Hochzeiten immer einen Muskelkater von dieser Lächelstrategie).

 

Was sind deine Erfahrungen in der Hochzeitsfotografie? Hast du weitere Tipps oder eine Story die du mit uns teilen möchtest?

 

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