Gewitter und Blitze fotografieren – Kamera Einstellungen und Tipps

Mit den richtigen Tipps und Kamera-Einstellungen kann jeder tolle Gewitterfotos machen. Blitzbilder faszinieren immer wieder! Die gewaltige Ladung an Energie, welche auf die Erde geschossen wird versetzt uns immer wieder ins Staunen. Ich nehme mir gerne Zeit und setze mich mit einem heissen Kaffee oder Tee auf den Balkon und beobachte das Spektakel. Fotografiere das Gewitter, damit du länger etwas davon hast! Mit dieser Anleitung gelingt dir das bestimmt. Und wer weiss, vielleicht hängt ja schon bald dein persönliches Blitzfoto in deiner Wohnung.

 

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Safety first – Achtung beim Blitze fotografieren

Gewitterfotografie und Blitzfotografie ist nicht ganz ungefährlich. Jedes Jahr werden mehrere Menschen von Blitzeinschlägen getroffen. Der Blitz ist eine elektrische Ladung, welche sich den schnellsten Weg sucht, um sich zu entladen. Deine persönliche Sicherheit ist weitaus wichtiger, als ein Gewitterbild. Gehe daher kein unnötiges Risiko ein. Am besten fotografierst du ein Gewitter aus einem Haus oder Auto heraus. Welche Orte man bei Blitzgewitter meiden sollte, kannst du vorher noch nachlesen.

 

 

Wie finde ich ein optimales Gewitter?

Die Wettervorhersage verrät schon einiges darüber, wann und wo ein Gewitter mit Blitzen aufzieht. Die klarsten Bilder kannst du machen, bevor das Gewitter richtig ausbricht und die grossen Regenmassen strömen. Eine tolle Website welche sich speziell auf Blitzvorhersagen konzentriert ist www.blitzortung.org. Diese haben mehrere Blitzsensoren in der Schweiz und Deutschland. Auf diesen Karten kannst du Live sehen, wo es gerade blitzt (aktuell leider gerade nicht in Europa, daher ein aktueller Ausschnitt aus den USA). Falls du unterwegs immer auf dem Laufenden sein willst, gibt es auch eine App namens «livelightning», welche die dir Blitze in Echtzeit anzeigt.

 

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Die beste Tageszeit um Gewitter zu fotografieren

Blitze bei Tag zu fotografieren ist ein wenig schwieriger als bei Nacht oder in der blauen Stunde. Bei Tag braucht man einen ND-Filter (Graufilter), welcher das Licht blockt. Bei Tageslicht kann man ohne einen solchen Filter kaum ein klares Bild mit einem kräftigen Blitz erhalten, weil der Helligkeitsunterschied zwischen Blitz und Himmel einfach zu gering ist. Versuche es am besten bei Nacht, um einfacher gute Gewitterfotos zu machen.

 

 

Was brauche ich neben der Kamera sonst noch zum Blitze fotografieren?

Ein Blitz erscheint normalerweise maximal eine Sekunde am Himmel. Man muss also gut vorbereitet und ausgerüstet sein, um einen zu erwischen. Ein Gewitterfoto ist kein Schnappschuss! Da wir bei Nacht fotografieren, gibt es wenig Umgebungslicht. Damit trotzdem genug Licht (der Gewitterblitz) auf den Sensor der Kamera fällt, muss lange belichtet werden. Das heisst, der Verschluss der Kamera bleibt länger offen – genau wie beim fotografieren von Feuerwerk.

 

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Langzeitbelichtung bedeutet, dass man nicht aus der Hand fotografieren kann, da das Bild sonst verwackelt und unscharf wird. Aus diesem Grund ist ein Stativ und am besten auch ein Fernauslöser bei der Gewitterfotografie pflicht. Um einen möglichst grossen Bereich am Himmel abzudecken, verwendet man ein Weitwinkel-Objektiv. Was brauche ich sonst noch?

 

  • Stativ und Kamera
  • Fernauslöser
  • Ersatzakku (Langzeitbelichtung frisst viel Strom)
  • Weitwinkel-Objektiv
  • Regenschutz für die Kamera (Schirm oder mit Plastiktasche einpacken)
  • Je nach Wetter sollte man sich warm anziehen. Handschuhe, Mütze und Regenjacke

 

 

Gewitterfotografie Kamera Einstellungen

Nun ein paar Tipps für den richtigen Modus deiner Kamera, damit ein gutes Gewitterfoto gelingt. Je länger man belichtet, desto heller wird das Bild. Der Gewitter-Blitz ist ja für eine bestimmte Zeit am Himmel sichtbar. Die Belichtungszeit muss diesen Zeitraum umfassen – ist also länger, als der Blitz. Nehmen wir an der Blitz dauert 1 Sekunde, so muss die Belichtungszeit darüber liegen – z.B. 3-4 Sekunden. Die Belichtungszeit ist also gegeben. Nun werden wir die restlichen Kamera Einstellungen wie ISO und Blende entsprechend ergänzen.

 

  1. Kamera mit dem Stativ aufstellen und den Bildausschnitt wählen
  2. Kamera-Modus auf A oder S (Halbautomatik-Modus) einstellen. In diesem Modus können wir die optimale Belichtungszeit herausfinden. Dafür stellt man die Blende auf einen Wert zwischen f5.6-8.0 ein und drückt den Auslöser halb herunter, um die Belichtungszeit (irgendwo zwischen 3-5 Sekunden) anzuzeigen.
  3. Kamera in manuellen Modus M stellen und die gewonnen Werte einstellen – z.B: Blende f8.0, Belichtungszeit: 4 Sekunden und den ISO Wert so tief wie möglich einstellen. Versuche es zuerst mit ISO 100
  4. Den Fokus auf manuell stellen und unendlich fokussieren. Unendlich fokussieren ist notwendig, weil es für den Autofokus zu dunkel ist. Die Zeit für das Fokussieren während dem Blitz reicht nicht aus. Lies hier, wie man unendlich fokussieren kann.
  5. Mit dem Fernauslöser das erste Bild machen und das Ergebnis beurteilen. Wenn du keinen Fernauslöser besitzt, dann klappt es auch mit dem Selbstauslöser. Ist das Bild zu dunkel geworden? Dann muss der Blenden-Wert oder ISO erhöht werden. Bei zu hellem Bild entsprechend tiefere Werte. Achtung: die Blende beeinflusst die Tiefenschärfe – unter einen Wert von 5.6 sollte man nicht gehen.

 

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Üblicherweise müssen viele Bilder gemacht werden, bis man sein perfektes Gewitterfoto erhält. Denn auslösen sollte man die Kamera bereits, bevor der Blitz am Himmel auftaucht. Etwas Übung, genug Zeit und Geduld bringen aber sicher ein tolles Ergebnis.

Alternativ zu einer fixen Belichtungszeit kann auch im Bulb-Modus fotografiert werden. Dabei wird keine fixe Belichtungszeit eingestellt, sondern man steuert diese manuell mit dem Auslöser.

 

 

Zusammenfassung

  • Gewitter fotografieren ist nicht ungefährlich – suche eine passende, ungefährliche Location
  • Informiere dich über die Wetterlage, und wo es blitzen wird
  • Packe Kamera, Stativ, Weitwinkel-Objektiv, Regenschutz und allenfalls ND-Filter ein
  • Kamera in manuellen Modus stellen und Werte zum Start bei Blende 8, Belichtungszeit 4 Sekunden und ISO 100 einstellen
  • Autofokus abstellen und unendlich fokussieren
  • Auslösen mit Fernauslöser und Werte gegebenenfalls anpassen

 

 

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