Modeln mit Kurven: Darauf solltest du achten

„Strong is the new skinny” – so lautet das Motto für 2020. Während bis vor einigen Jahren noch Magermodels die Laufstege beherrschten, gehört der Schlankheitswahn zunehmend der Vergangenheit an. Diesem Trend musste sich selbst Victoria’s Secret geschlagen geben: Ende 2019 verkündete das Dessous-Label, dass die alljährliche Modenschau fürs Erste nicht mehr stattfinden wird. Grund für diese Entscheidung war vor allem die wachsende Kritik an dem Schönheitsideal, das Victoria’s Secret bisher vertreten hat.

Model mit Kurven schönes Gesicht

4 wichtige Tipps, wie du den Einstieg als Curvy Model schaffst.

Vorbilder wie Ashley Graham oder Kim Kardashian haben bewiesen, dass Frauen nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Rundungen erfolgreich sein können. Die Chancen stehen also besser denn je für alle, die sich als Plus-Size-Model behaupten möchten. Trotz aller „Body Positivity“ solltest du jedoch nicht unterschätzen, wie viel harte Arbeit hinter einer solchen Karriere steckt. Bis zu einem perfekten Foto ist es oftmals langer Weg mit vielen Stolpersteinen. Worauf du unbedingt achten solltest, wenn du in der Plus-Size-Branche Erfolg haben willst, verraten wir hier.

1 Mach’s dir bequem

In der Modewelt kommt es nicht nur auf die äußeren Werte an. Was du anziehst, kann einen großen Einfluss darauf haben, wie du dich fühlst – und das strahlst du wiederum nach außen aus.

Wenn du beispielsweise ein zu enges Kleid oder wacklige High-Heels trägst, wirst du dich kaum entspannt durch den Raum bewegen. Dadurch kann schnell der Eindruck entstehen, dass du keinen Spaß hast oder es dir an Selbstbewusstsein mangelt. Wann immer du bei Castings oder Agenturen vorsprichst, lautet die erste Regel also: Wähle ein Outfit, das bequem sitzt und dir persönlich gefällt!

Curvy Model auf einem Feld

@Alena Ozerova

Dennoch solltest du auch bei Casual-Looks auf Qualität achten. Am besten greifst du auf Kleidungsstücke aus einem hochwertigen Online-Shop für Plus-Size-Mode zurück. Hier findest du beispielsweise Tuniken und Kaftane in allen möglichen Variationen, darunter:

  • romantische Blumenmuster
  • extravagante Animalprints
  • elegantes Chiffon
  • leuchtende Farben von Petrol bis Pastellrosa.

Auf der Suche nach dem richtigen Style solltest du ruhig auf deinen eigenen Geschmack vertrauen – schließlich möchtest du dich gegenüber Kunden so authentisch wie möglich geben. Das Wichtigste ist, dass du dich in deiner Haut wohlfühlst. Nur so kannst du positive Energie verbreiten, die letztendlich auch bei deinem Publikum ankommt.

2 Werde sichtbar

Sicherlich hast du auch schon oft Geschichten von Mädchen gehört, die auf der Straße von Modelscouts angesprochen wurden und mir nichts, dir nichts auf den Catwalks in Mailand und Paris gelandet sind. Die Realität sieht in den meisten Fällen leider anders aus. Selbst Größen wie Gisele Bündchen oder Tyra Banks mussten viele Jahre lang kämpfen, bis sie es ganz nach oben geschafft haben. Anstatt auf einen glücklichen Zufall zu warten, solltest du also dein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Je mehr du dich in der Öffentlichkeit präsentierst, desto eher werden potenzielle Kunden auf dich aufmerksam. Daher solltest du so früh wie möglich ein aussagekräftiges Portfolio zusammenstellen.

Plus Size Model am Laptop Sedcard

@Yulia Grigoryeva

Um dich für einen Modeljob zu bewerben, benötigst du idealerweise eine Sed Card mit mindestens 10 professionellen Fotos. Seriöse Agenturen verlangen zunächst kein Geld für die Erstellung von Sed Cards, sondern ziehen diese Ausgaben prozentual von deiner Gage ab, sobald du die ersten Jobs an Land gezogen hast. Darüber hinaus gibt es aber noch andere Wege, Erfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen:

  • Bei Nachwuchscastings für Plus-Size-Marken gibt es oftmals ein kostenloses Profi-Shooting zu gewinnen.
  • Über Online-Plattformen kannst du Fotografen kennenlernen, die auf TFP-Basis (Time for Pictures) gratis oder gegen ein geringes Entgelt Bilder von dir anfertigen.
  • Auf einer eigenen Website oder mit einer online Sedcard kannst du dich gezielt von deiner besten Seite zeigen und einen ausführlichen Einblick in deinen Facettenreichtum liefern.

Nicht zuletzt spielen auch die sozialen Medien eine entscheidende Rolle für Plus-Size-Models. Je mehr Follower und Likes du auf Instagram und Co. vorweisen kannst, desto eher kommst du für bestimmte Marken als Werbepartner infrage. Außerdem kannst du dich auf diesem Weg auch mit kleineren Designerlabels vernetzen, die auf der Suche nach bezahlbaren Fotomodellen sind.

3 Kreiere eine Marke

Egal, wieviel Talent du mitbringst – die Konkurrenz schläft nicht! Bei jedem Casting gibt es zahllose wunderhübsche Mitbewerberinnen, die für den Job genauso brennen wie du. Schönheit allein reicht also nicht aus. Zusätzlich brauchst du einen besonderen Wiedererkennungswert, mit dem du dich von der breiten Masse abhebst und dir damit Vorteile am Casting verschaffst. Das können zum einen äußere Merkmale sein wie eine wilde Lockenmähne, ein moderner Kurzhaarschnitt oder eine ausgefallene Augenfarbe.

Auffälliges Plus Size Model auf Strasse

@Alena Ozerova

Daneben kommt es jedoch vor allem auf deine Persönlichkeit an. Ob sich ein Kunde für dich entscheidet, hängt in den meisten Fällen nicht davon ab, welche körperlichen Eigenschaften du besitzt, sondern wie du diese einsetzt. Wenn du Fotos für dein Portfolio schießt, solltest du immer hinterfragen:

  1. Passt mein Make-up und Outfit zur jeweiligen Situation?
  2. Was drückt meine Mimik und Körpersprache aus?
  3. Welche Botschaft sende ich mit diesem Bild?
  4. Welche Zielgruppe kann sich mit meinem Image identifizieren?

Als Plus-Size-Model beschränkt sich deine Funktion nicht allein darauf, Kleider zur Schau zu Stellen. Vielmehr musst du durch dein Auftreten die Message widerspiegeln, die hinter der jeweiligen Marke steht: Selbstbewusstsein, ein positives Körpergefühl, Lebensfreude usw. Deine potenziellen Kunden interessiert vor allem, welchen Mehrwert du über dein Äußeres hinaus bieten kannst. Wenn du dich für einen Job bewirbst, verkaufst du letztendlich ein „Produkt“ wie jeder andere Anbieter auch – nur, dass es sich in diesem Fall nicht um einen tatsächlichen Gegenstand, sondern um deine Persönlichkeit handelt. Behalte also bei allen Projekten und Aufträgen immer das Gesamtpaket im Blick, das du mit deinem Auftreten vermittelst.

4 Rück dich ins beste Licht

Wenn du alle bisherigen Tipps umgesetzt hast und die ersten Jobs ergattern konntest, geht die Arbeit erst richtig los. Letztendlich steigt und fällt dein Erfolg in der Plus-Size-Branche immer mit den Fotos, die du vorweisen kannst. Aber wie bekommst du den perfekten Shot?

Model Vorbereitung Shooting

@Anna Demianenko

Darauf gibt es leider keine Pauschalantwort. Ob ein Shooting gut oder schlecht läuft, hängt von zahlreichen Faktoren ab: Zeitdruck, Lichtverhältnisse bzw. Wetterbedingungen, technische Ausstattung und die Fachkompetenz des jeweiligen Fotografen. Obwohl du auf diese Umstände meistens keinen Einfluss hast, gibt es zahlreiche Tricks, mit denen du auch bei suboptimalen Bedingungen das Beste aus deiner Figur herausholen kannst:

Geize mit Reizen:

Nach dem Motto „weniger ist mehr“ solltest du niemals zu viel auf einmal preisgeben. Überleg dir vor jeder Pose, welche Körperpartie du damit hervorheben möchtest: Dekolletee, Hüften, oder vielleicht doch die Beine? Indem du bewusst Akzente setzt, kannst du besondere Details voll zur Geltung bringen, ohne eine Reizüberflutung beim Betrachter zu riskieren.

Nimmt die Sache in die Hand:

Ein gutes Model liefert von sich aus verschiedene Posen ab, ohne dass der Fotograf dazu auffordern muss. Es ist also wichtig, dass du dir im Lauf des Shootings immer wieder etwas Neues einfallen lässt. Dafür solltest du alle Möglichkeiten nutzen, die das jeweilige Set bietet: Eventuell gibt es einen Stuhl, ein Kissen, oder sonstige Gegenstände, die als Requisiten dienen können? Auch mit deiner Kleidung oder deinen Haaren kannst du gezielt spielen, damit das Bild lebendiger wirkt. Bleib in Bewegung und scheu dich nicht davor, zu experimentieren!

Bring dich in Form

Für alle, die ihre Figur perfekt in Szene setzen wollen, lautet die Zauberformel: Üben, üben, üben. Um dich auf ein Shooting vorzubereiten, solltest du zu Hause vor dem Spiegel so viele Posen wie möglich ausprobieren – sei es im Stehen, Sitzen oder Liegen. Achte dabei genau darauf, wie sich dunkles oder Licht auf deine Kurven auswirkt, und was eine leichte Drehung nach links, rechts, oder vorne verändern kann. Je besser du deinen eigenen Körper kennst, desto leichter wird es dir fallen, vor der Kamera alle deine Schokoladenseiten zur Schau zu stellen. Inspiration für Posen findest du in allen Modemagazinen – allenfalls steht dir gar eine Karriere als Katalog-Model bevor?

pixolum
Über den Autor

Patrick ist der Gründer von pixolum und versorgt dich seit 2012 mit spannendem Fotografie-Stoff. Neben seiner Leidenschaft für Kameras & Design unterstützt er kreative Köpfe beim Aufbau ihres Business. Er trinkt jeden Tag 7 Kaffees aus der pixolum Tasse, ist absoluter SEO Nerd und beginnt mehr, als er zu Ende bringen kann.

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