Drohnenfotografie – Diese 11 Tipps machen dich zum Überflieger

In diesem Beitrag erhältst du 11 tolle Tipps, wie du deine Drohnenfotografie verbessern kannst. Von den Sicherheitsvorkehrungen zur Start-Checkliste, über Kameraeinstellungen bis zum Fliegen bei völliger Dunkelheit ist hier alles dabei!

Drohnenfotografie DJI Phantom

Das Fliegen von Drohnen erfordert ruhige Hände. (@Inmortal Producciones auf Pexels)

Die neuen Möglichkeiten der Drohnenfotografie

Als ich anfing, zu meiner Arbeit zu reisen, habe ich nach neuen Wegen gesucht, die Schönheit unseres Planeten von oben einzufangen. Schon in den 90er Jahren begann ich mit allen erdenklichen Alternativen zu experimentieren: Ultraleichtflugzeuge, Hubschrauber, Wasserflugzeuge, Heissluftballons und Hängegleitern. Für mich war die Drohnenfotografie einfach ein Traum, der sich vor meinen Augen verwirklichte – der Beginn einer neuen Ära, die mir alle Türen öffnete und mich auf der Suche nach neuen fotografischen Elementen, Perspektiven und Kompositionen befreite.

Drohnenfotografie Küste

Helikopter war gestern. Heute kann jeder atemberaubende Luftaufnahmen machen! (@Free-Photos auf Pixabay)

Mit dem Aufkommen der Drohnenfotografie fand ich auch wieder zurück zum Filmen. In 30 Jahren Fotografie hatte ich es immer gemieden. Aber bei der Arbeit mit Drohnen inspirierte und begeisterte mich die dynamische Qualität des Videos, mehr als die Fotografie selbst. Ich war begeistert von der Suche nach Perfektion in der Bewegung. Ich genoss die Herausforderung und die Konzentration, die es erfordert, Augen, Hände und Geist zu koordinieren.

Der Reiz der Herausforderung

Meine Drohnenkarriere begann ich mit der DJI Phantom 1, dann mit der 2, 3, 4 und 4 Pro, sowie der Mavic Pro, der 2 Pro, 2 Zoom und der Parrot Anafi. Seit 2016, als die Zuverlässigkeit und Qualität der Drohnen endlich allen meinen Bedürfnissen entsprach, begann ich überall zu fliegen und habe seitdem mit Drohnen in 17 Ländern für mein Projekt „Over the Horizon“ gefilmt.

Ich spezialisiere mich zunehmend auf Drohnenfotografie mit langen Flügen in extremen Umgebungen. In einer Vielzahl von Umgebungen. Darunter Gletscher, Eisberge, Wasserfälle, Geysire, Wüsten, Steppen, Savannen, Ozeane, Korallenriffe und Vulkane – überall da habe ich die Grenzen getestet. Ich bin bei 20 Grad unter Null über den 80. nördlichen Breitengrad geflogen, habe eine Flugdistanz von mehr als 3,5 Kilometern erreicht und sogar die Höhenschwelle von 1‘500 Metern geknackt, um die Schönheit der atemberaubenden Nosy Iranja-Inseln Madagaskars einzufangen, die noch nie jemand zuvor aus einer solchen Sicht gesehen hat. Am anderen Ende des Spektrums bin ich auch nur 30 Meter von der Mündung des ausbrechenden Vulkans Stromboli und der glühenden Lava des sizilianischen Ätna geflogen.

Drohnenfotografie Autobahn

Schwindelerregende Höhen, plötzlich greifbar. (@Aleksejs Bergmanis auf Pexels)

11 Tipps fürs Fotografieren mit der Drohne

Genug geredet. Hier sind 11 Tipps, die dir beim Fliegen, Fotografieren und Filmen mit einer Drohne helfen.

1. Sicherheit hat Priorität

Damit ist nicht die Sicherheit der Drohne gemeint, sondern die der Menschen. Ich fliege, obwohl ich die Drohne schon über alle Grenzen hinausgebracht habe, nie in unmittelbarer Nähe von Menschen und vermeide Menschenmassen und Versammlungen. Wenn möglich sogar Städte, es sei denn, ich arbeite an einem speziellen Auftrag, der solches Material erfordert und zulässt.

2. Regeln sind da, um gebrochen zu werden

Das ist die Steve McCurry-Philosophie. Aber bei der Drohnenfotografie (und in der traditionellen Fotografie) gilt das meist das gleiche Grundprinzip: Regeln müssen gelernt werden, bevor sie gebrochen werden können. Die Drohnengesetze ändern sich im Moment noch laufend. In Deutschland gilt aktuell immer noch das lokale Drohnengesetz aus dem Jahr 2017. Das neue, EU-weit gültige Gesetzt ist aber bereits in Vernehmlassung. Die lokalen Gesetze solltest du auf jeden Fall einhalten. Wir gehen nun nicht näher auf Einzelheiten ein. Nur ein Beispiel. In Deutschland, als auch in der Schweiz gilt das Gesetz, dass du deine Drohne während dem Flug nie aus den Augen lassen darfst. Das ist der sogenannte VLOS-Flug (Visual Line of Sight). Sonderbewilligungen gibt es nur vom BAZL. Besten Dank an Cornelius Fischer Fotografie für den Hinweis.

Du willst Regeln brechen? Hier findest du eine Liste von fotografischen Regeln, die du mit gutem Gewissen brechen darfst um deiner Kreativität freien Lauf zu lassen.

Ansonsten gilt es, die maximale Kontrolle über das Fluggerät zu behalten und beim Fotografieren regelrecht in den Flug einzutauchen. Du musst vollkommen mit deiner Fernbedienung harmonieren, ohne den Blick lange von der Drohne abzuwenden. Für maximale Effizienz bei der Rückkehr zur Landung, drehst du die Nase der Drohne manuell zu dir hin, damit du sehen kannst, was die Drohne sieht. Folge mit der DJI Go 4-App der Karte und richte den Pfeil auf den Startpunkt aus. Wenn du von einem Boot aus fliegst, denk daran, die Fernbedienung auf «dynamischer Startpunkt» einzustellen und nicht auf RTH (Return to Home) – sonst kann deine Drohne im Wasser landen!

Drohnenfotografie Sichtkontakt

Der direkte Sichtkontakt zu deiner Drohne ist wichtig. (@The Lazy Artist Gallery auf Pexels)

3. Mach eine Start-Checkliste

Du weisst, was deine Drohne kann und wo man sie fliegen kann. Du denkst also wahrscheinlich, dass es an der Zeit ist, sie endlich in die Luft zu bringen. Aber bevor du das tust, ist es ratsam, zuerst eine Checkliste für den Flug zu erstellen. Eine Start-Checkliste stellt nicht nur sicher, dass du alles hast, was du brauchst, sondern auch, dass alle um dich herum sicher sind (einschliesslich der Drohne).

Bevor du fliegst, hake diese Punkte auf deiner Liste ab:

  • Fluggebiet: Wo wirst du fliegen? Ist es privater oder öffentlicher Raum?
  • Wetter: Sind die Flugbedingungen gut? Brauchst du vielleicht die Anti-Stabilisierung wegen des Windes?
  • Umgebung: Sind Leute im Fluggebiet? Ist es sicher, hoch oder tief zu fliegen? Könntest du jemanden stören mit deiner Drohne?
  • Akku: Hast du den Akku geladen? Wie lange kannst du in der Luft bleiben?
  • Einstellungen: Welche Auflösung brauchst du? Auf welche Helligkeit musst du die Kamera einstellen? Welche Frame Rate-, Verschlusszeit- und ISO-Einstellungen sind nötig, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen?
  • Rotoren: Wie sehen die Rotoren aus? Sind sie sauber und gerade oder musst du sie ersetzen?
  • Motor: Sind die Motoren in Ordnung? Können sie sich frei drehen? Machen sie komische Geräusche? Sind alle Schrauben gut angezogen?
  • Kontrollgerät: Falls du ein Smartphone oder Tablet benutzt; ist es bereit für den Flug? Sind alle anderen Apps ausgeschaltet? Ist es vollgeladen? Wenn du eine Fernbedienung hast; sind Batterien drin? Reagiert die Drohne darauf?

Wenn du alle diese Punkte abgehakt hast, kommt der aufregende Teil – das Fliegen der Drohne.

Drohnenfotografie Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung ist schon die halbe Miete. (@Roman Koval auf Pexels)

4. Der Akku

Unsere Fotoausrüstung

Du fragst dich mit welcher Ausrüstung wir fotografieren? Hier findest du unser Equipment.

Ausrüstung anzeigen

Obwohl Drohnen immer ausgefeilter werden und mit intelligenten Batterien ausgestattet sind, rate ich dir, den Batteriestatus zu Beginn des Fluges immer zu überprüfen. Lass die Drohne vor dem Start einige Sekunden lang schweben und versuche dann, die Drohne mit den Steuerhebeln in alle vier Richtungen zu schwenken, um sicherzustellen, dass sie stabil bleibt. Bei Einsätzen unter niedrigen Temperaturen (-20 Grad Celsius und tiefer) ist es ratsam, die Batterien warm zu halten. Du kannst zum Beispiel mit Klebeband einen Handwärmer an der Drohne befestigen, damit sie während des Flugs warm bleibt. Wenn du mit dem Flugzeug reist, lege die Akkus nie ins normale Gepäck, sondern nimm sie ins Handgepäck. Entlade die Batterien, um die Brandgefahr an Bord zu verringern (denk an das brandgefährliche Samsung Note 7).

5. Kalibriere den Kompass

Von den Batterien mal abgesehen, ist der Kompass das grundlegende Element für eine erfolgreiche Rückkehr der Drohne zur Heimatbasis. Eigentlich sind es vielmehr „Kompasse“, da es zwei eigenständige Einheiten gibt. Du solltest immer zuerst die Kompasskalibrierung durchführen, vor allem dann, wenn der vorherige Flug in einem anderen Land stattgefunden hat. Die schlimmste Meldung, die du von deiner Drohne bekommen kannst, ist „Kompassfehler“. Das bedeutet, dass sie den Kompass und seine Ausrichtung verloren hat, wodurch die RTH-Funktion ausfällt. In diesem Fall besteht deine einzige Möglichkeit darin, das GPS auszuschalten und zu versuchen, die Drohne im ATTI-(attitude) Modus zurückzubringen. Bei windigen Bedingungen ist das aber schwer und die Drohne darf nicht zu weit weg sein.

DJI empfiehlt, niemals über den 70. Breitengrad hinaus zu fliegen, weil er in der Nähe des magnetischen und geomagnetischen Nordpols liegt, der die Kompasse beeinflusst. DJI hat sicherlich Recht. Tatsächlich spielt eine meiner Drohnen genau beim 80. Breitengrad verrückt, aber die arktische Schönheit, die in diesen extremen Breitengraden eingefangen werden kann, ist jedes Risiko wert!

Drohnenfotografie Rückkehr

Deine Drohne sollte immer sicher zu dir zurückkehren können. (@Jakob Owens auf Unsplash)

6. Benutze einen Graufilter

Für Video wie auch Foto wird dringend empfohlen, ja sogar vorgeschrieben, einen Graufilter (auch ND-Filter) zu verwenden. Am besten hast du eine ganze Reihe von NW 4 bis 32 zur Hand, damit du je nach Lichtverhältnissen und Landschaftsform (Meer, Wald, Eis, Sand etc.) das Richtige auswählen kannst. Um dein Video so flüssig wie möglich zu machen, ist es ideal, bei 25 oder 50 FPS (Frames pro Sekunde) zu filmen. Einige Drohnenmodelle besitzen keine Blendeneinstellung, daher ist es zwingend erforderlich, die Lichtmenge zu reduzieren. So kann der Verschluss (Shutter) die Verschlusszeit auf die oben genannten Werte runterschrauben.

Drohnenfotografie Kameraeinstellungen

Zu Beginn die richtigen Einstellungen zu wählen, erspart viel Zeit und Ärger. (@K15 Photos auf Pexels)

7. Drohnenfotografie in der Nacht

In der Nacht zu fliegen ist immer sehr riskant. Man kann sich nie zu 100% auf die Sensoren verlassen, die tagsüber funktionieren. Du kannst deine Drohne mithilfe der Positionslichter im Auge behalten, besser wäre es aber, wenn du noch zusätzliche Lichter für maximale Sichtbarkeit installieren würdest.

Drohnenfotografie bei Nacht

Das fliegen bei Nacht ist reizvoll, aber auch tückisch. (@Goh Rhy Yan auf Unsplash)

8. Achte auf das Wetter (besonders auf Wind)

Sei beim Fliegen bei starkem Wind besonders vorsichtig. Verwende immer den Windmesser, um zu prüfen, ob der Wind mit über 40 km/h bläst. Starte niemals vom Boden aus, sondern immer von der Hand, damit du den Start der Drohne begleiten kannst. Am besten fliegst du immer gegen den Wind, damit die Drohne auch im schlimmsten Fall noch in deine Richtung gedrückt wird. Bei Regen fotografieren ist keine gute Idee – da lässt du es besser ganz bleiben. Dies zum Schutz der Motoren und des Objektivs. Mit Wassertropfen auf der Linse werden Fotos und vor allem Videos unbrauchbar. Du kannst eine Drohne bei Regen fliegen (oder allgemein bei schlechter Witterung). Aber die Elemente herauszufordern, kann seinen Preis haben.

Drohnenfotografie Start per Hand

Starte deine Drohne bei Wind mit der Hand! (@Jc Laurio auf Pexels)

9. Batteriestatus

Manchmal geht man bei der Drohnenfotografie ungewollt Risiken ein. Ich bin einmal über eine riesige Fläche von terrassenförmig angelegten Reisfeldern in China geflogen und mit 1% Akku gelandet! Das ist absolut nicht empfehlenswert, vor allem wegen der Belastung des Akkus, der nie so stark entladen werden sollte. Bei einer verbleibenden Ladung von 20% sagt dir die Drohne, dass sie langsam zu dir zurückkehren sollte (RTH). Bei 10% aber beginnt sie automatisch von allein zu landen, egal wo du dich befindest. Dann kannst du sie nur in der Luft halten, wenn du die Motoren selbst beschleunigst. Das ist aber ziemlich anspruchsvoll, vor allem, wenn man dieses Manöver nicht gewohnt ist. Fazit: Vermeide dieses Szenario!

10. Lerne, manuell zu fliegen

Du musst deine Drohne im vollmanuellen Modus fliegen können. Nur mithilfe dieses Könnens wird es möglich, anspruchsvolle Manöver zu fliegen und damit grossartige Spezialeffekte zu erzielen. Zum Beispiel das Rotieren um statische Motive, wie bei einem Dolly-Zoom-Effekt. Ein solcher kann, wenn er manuell gesteuert wird, oft den Unterschied zwischen mittelmässigem und grossartigem Material macht. Um „gut“ zu sein, solltest du in der Lage sein, drei manuelle Stickbewegungen gleichzeitig zu steuern. Um den „phänomenalen“ Status zu erreichen, sind vier notwendig!

Drohnenfotografie Flugzeug im Wasser

Je besser deine Flugkünste sind, desto spektakulärer werden die Aufnahmen. (@Francisco Echevarria auf Pexels)

11. Nutze mehrere Drohnen

Nimm immer mindestens zwei oder sogar drei Drohnen an einen Drehort mit, da die Bedingungen und Flugzwischenfälle unvorhersehbar sind. Dies ist besonders in abgelegenen Gebieten von entscheidender Bedeutung. Wenn du zum Beispiel in der mongolischen Taiga arbeitest oder über den Riffen von Raja Ampat filmst, werden schnelle Ersatzlösungen schwierig, wenn nicht gar unmöglich sein. Denk daran, dass jeder Flug der letzte sein könnte. Aus diesem Grund wechsle ich die SD-Karte und den Akku am Ende jeder Mission. Ich empfehle auch, dass du die Streaming-Videodaten zumindest über deine App herunterlädst. So kannst du sicherstellen, dass selbst im schlimmsten Fall zumindest dein Video, auch wenn es von schlechter Qualität ist, nicht völlig verloren geht. Drohnenfotografie kann frustrierend und teuer sein, muss sie aber nicht. Pass gut auf dein Material auf!

Drohnenfotografie einsame Bucht

Einsamkeit kann so schön sein. Ausser man braucht eine Ersatzdrohne. (@Max Ravier auf Pexels)

So. Du hast nun einiges über Drohnenfotografie gelernt. Deswegen musst du jetzt aber nicht aufhören, neue Sachen auszuprobieren, denn diese Technologie steckt so voller Möglichkeiten. Und jetzt wünsche ich dir viel Spass und gute Flüge! Denk immer an die erste Regel – der Respekt vor Menschen und ihrer Sicherheit muss immer an erster Stelle stehen.

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