Bildbearbeitung | Die wichtigsten 5 Grundregeln

Die Bildbearbeitung ist etwas, mit dem viele Fotografen zu kämpfen haben. Bilder sehen direkt aus der Kamera oft fade aus. Sie können auch schnell unrealistisch aussehen, sobald man sie bearbeitet. Ein erfahrener Fotograf kann leicht erkennen, ob ein Bild gut bearbeitet wurde und ob es mit einigen Tricks noch verbessert werden kann. In diesem Artikel werde ich dir die fünf Grundregeln der Bildbearbeitung erklären.

bildbearbeitung grundregeln

Die Grundregeln der Bildbearbeitung.

Bitte beachte, dass die folgenden Regeln mit Vorsicht zu geniessen sind. Das bedeutet, dass sie nur dazu dienen, den Einstieg in die Bildbearbeitung zu erleichtern. Nicht mehr als das. Es gibt einige Ausnahmen dieser Regeln, besonders wenn du bereits ein wenig Erfahrung mit der Bildbearbeitung hast.

1. Wähle ein gutes Bild aus

Der folgende Fehler ist einer der grössten, den viele Anfängerfotografen machen. Anfänger denken oft, dass ein schlechtes Foto durch Bildbearbeitung gerettet werden kann. Wenn du bereits mit einem schlechten Foto beginnst, kannst du auch mit der Nachbearbeitung kein umwerfendes Endresultat erwarten. Dabei ist es egal, wie viel Zeit du mit der Bildbearbeitung verbringst. Selbst wenn du ein Photoshop-Profi bist, der Himmel und Motive auf Fotos ersetzen kann.

Die wichtigste Regel für eine erfolgreiche Bildbearbeitung ist, mit einem guten oder zumindest teilweise guten Bild zu beginnen. Beginne erst mit der Bildbearbeitung, wenn dir ein Foto wirklich gelungen ist. Erinnere dich daran, was in der Fotografie wirklich wichtig ist. Licht, Motiv, Emotion, Stimmung und Komposition. Setze dein Know-How ein, um ein wirklich gutes Bild aufzunehmen. Dann macht auch die Bearbeitung mehr Spass.

Bevor du ein Bild aufnimmst, musst du es vor deinem geistigen Auge visualisieren. Lerne, worauf du bei der Aufnahme von Bildern achten musst. Sobald du imstande bist, hochwertige Fotos zu machen, wendest du das gleiche Wissen nochmal an, um das richtige Bild für die Bildbearbeitung auszuwählen. Ja, selbst die Auswahl des richtigen Bildes für die Bildbearbeitung erfordert etwas Geschicklichkeit! Sei so wählerisch wie möglich.

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Ein Elefant in einem dunkel belichteten Wald (@Pixabay, pexels.com)

2. Wie soll mein Bild am Schluss aussehen?

Sobald du ein passendes Bild hast, kommt der nächste Schritt. Stelle dir vor der Bearbeitung vor, wie dein Bild am Schluss aussehen soll. Das ist eine Sache, mit der viele Anfängerfotografen zu kämpfen haben. Sie haben oft sehr wenig Ideen oder Vorstellunskraft, wie das Bild am Ende aussehen soll. Das kann bei der Bildbearbeitung zu einigen Gefahren führen, denn die meisten Fotografen probieren am Anfang einfach verschiedene Bildbearbeitungsmethoden und -werkzeuge aus, um ihre Bilder „besser“ aussehen zu lassen. Das Experimentieren ist ein guter menschlicher Lernprozess. In dieser Phase ist es aber eher hinderlich als hilfreich für dich. Distanziere dich von allzu grossen Experimenten und gehe die Sache ruhig und konzentriert an.

Finde deinen eigenen Bildstil

Aber wie geht das? Meine Empfehlung wäre, über Kunst und deine Lieblingsfotos nachzudenken. Was macht ein bestimmtes Bild für dich attraktiv? Denke nicht ans Licht, Motiv und Komposition, da diese selbstverständlich sind. Achte stattdessen darauf, wie das Bild in Bezug auf Gesamthelligkeit, Kontrast und Farben dargestellt wird. Wie wird das Hauptmotiv der Szene hervorgehoben?

Manchmal helfen verschiedene Belichtungen, die speziellen Details eines Objekts auf dem Foto hervorzuheben. Sobald du weisst, welchen Bildstil du am meisten in deinen Lieblingsfotos magst, wendest du die gleichen „Looks“ auf deine Fotos an. Mit der Zeit wirst du zu mehr imstande sein, als nur die Arbeit anderer Leute zu adaptieren. Du wirst dann nämlich deinen eigenen Stil auf deine Fotos anwenden. Lies hier nach, wie du deinen eigenen Bildstil entwickeln kannst.

Noch etwas zur Bildauswahl. Es ist in Ordnung, wenn du am Ende nur ein oder zwei Fotos von hundert auswählst. Ich fotografiere schon seit vielen Jahren und kann dir sagen, dass ich immer noch sehr viele schlechte Bilder aufnehme, die ich niemals brauchen werde. Wichtig sind jedoch nur die wenigen guten Bilder, welche du am Schluss für die Bildbearbeitung auswählst.

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Durch die Bildbearbeitung werden die Details hervorgehoben (@Paul IJsendoorn, pexels.com)

3. Emotionen wecken mit Bildbearbeitung

Ein gutes Foto ist ein Foto, dass die Emotionen des Betrachters wecken kann. Erreichst du diesen Punkt, dann ist deine Fotografie gelungen. Leider ist es nicht so einfach, die Emotionen von jemandem durch ein Bild auszulösen. Besonders wenn es dabei um alltägliche Themen geht, oder um Themen, die normalerweise nicht direkt mit Gefühlen in Verbindung stehen. Mit einem Foto von einem weinenden Flüchtlingskind in einer dunklen Umgebung ist es einfach, Emotionen auszulösen. Mit einem Bild von einem Vogel im Flug oder einer hübschen Landschaft sieht es schon schwerer aus. Mit der richtigen Bildbearbeitung kannst du die gewünschten Emotionen gezielt steuern. Wie macht man das?

Als Künstler können wir wählen, wie wir unsere Kunst präsentieren wollen. Gestalte deine Bilder bewusst dunkel und düster, wenn du mit Depressionen zu kämpfen hast und dieses Gefühl auch durch deine Bilder ausdrücken willst. Stelle dein Bild hell und glücklich dar, oder mache es vielleicht sogar bunt, wenn du dich glücklich fühlst. Einige Fotografen beherrschen es sogar, etwas dazwischen zu erschaffen. Andere entscheiden sich gezielt dafür, das Gegenteil ihrer Gefühle zu vermitteln. Und wiederum andere lösen ihre Gefühle vollständig von ihren Bildern.

nachbearbeitung eine frau füttert möwen

Mit der Bildbearbeitung kann man die Motive noch mehr hervorheben (@GEORGE DESIPRIS, pexels.com)

Ziel: Verschiedene Emotionen auszudrücken

Wenn du dir meine Bilder ansiehst, kannst du wahrscheinlich erkennen, dass ich helle und farbenfrohe Bilder weitaus mehr geniesse als dunkle und düstere. Dennoch versuche ich den Kontrast darzustellen. Das hat sicher mit meiner Stimmung zu tun, wenn ich meine Fotos bearbeite. Ich habe einfach oft mehr Lust auf Bildbearbeitung, wenn ich in guter und gelassener Stimmung bin. Man könnte sagen, dass ich den „hellen und glücklichen“ Look bevorzuge. Ich möchte mit meinen Bildern Fröhlichkeit ausstrahlen. Dadurch ist der Look auch im Laufe der Jahre zu meinem Stil geworden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ich es dabei belassen will. Ich weiss, dass ich irgendwann auch viele weitere Emotionen durch meine Fotos auszudrücken will. Das muss ich selbst noch lernen. Zum Beispiel liebe ich die Schwarz-Weiss-Fotografie und möchte weiter daran arbeiten. Im Vergleich zur Farbfotografie kommuniziert sie auf einer ganz anderen Ebene mit dem Betrachter.

Der individuelle Bildbearbeitungsstil

Unsere Fotoausrüstung

Du fragst dich mit welcher Ausrüstung wir fotografieren? Hier findest du unser Equipment.

Ausrüstung anzeigen

Viele Fotografen rufen verschiedene Stile hervor. Alle haben ihren ganz eigenen Bildbearbeitungsstil. Ihre Bilder können manchmal dunkel und düster aussehen. Manchmal entscheiden sie sich bewusst dafür, sie hell und glücklich aussehen zu lassen. Was denkst du? Magst du eher die verträumten, „cremigen“ Bilder mit warmen Farben? Düstere Bilder mit viel Kompression? Oder doch ganz abstrakt mit wenigen Farbakzenten?

nachbearbeitung mond bei nacht über dem meer

Das Ziel der Bildbearbeitung ist es, ein bestimmtes Gefühl zu vermitteln (@GEORGE DESIPRIS, pexels.com)

Die Einzigartigkeit ist das, was ein Foto letztendlich ausmacht.

Wähle eine Emotion und verbinde sie mit deinem Foto. Wenn du nicht weisst, wo du anfangen sollst, würde ich dir empfehlen mit hell und glücklich zu beginnen. Es ist ein einfacher Stil, mit dem sich viele Menschen identifizieren können.

Der „Hell und Glücklich“-Look

Du hast nun ein gutes Bild geschossen und hast dich entschieden, es mit der hellen und glücklichen Emotion zu verbinden. Befolge die folgenden einfachen Schritte, um deinem Bild schnell einen hochwertigen Look zu verleihen. Durch viel Sättigung und Kontrast haben vermittelt das Bild ein strahlendes und fröhliches Gefühl. Helligkeit und Kontrast sind die beiden wichtigsten Faktoren, auf die du achten musst.

  1. Wähle zunächst ein Kameraprofil, dass sich gut für den Anfang eignet. In Lightroom kannst du dazu ein entsprechendes Kameraprofil auswählen.
  2. Je nachdem, mit welcher Kamera du das Bild aufgenommen hast, hast du verschiedene Einstellungsmöglichkeiten wie „Kameraporträt“, „Kamera-Standard“ oder „Kameralandschaften“.
  3. Jede dieser Einstellungen ist bereits so eingestellt, dass sie deinen Bildern mit unterschiedlichen Helligkeits-, Farb- und Kontraststufen einen bestimmten Look verleiht.

Ich persönlich wähle das „Kamera-Standard“-Profil für die meisten meiner Kameras. Wenn dir dein Bildbearbeitungsprogramm keine Auswahl an verschiedenen Kameraprofilen bietet, fährst du einfach mit dem nächsten Schritt fort.

nachbearbeitung heller baum in einem dunklen wald

Ein heller Baum, welche sich von dem dunkelgrünen Wald abhebt (@veeterzy, pexels.com)

Highlights und Schatten

Beim nächten Schritt geht es um die Gesamthelligkeit des Fotos und die verschiedenen Helligkeitszonen.

  1. Wenn du ein Bild mit einem sehr breiten Spektrum an Helligkeit und Dunkeltönen hast, musst du möglicherweise mit den Reglern „Highlights“ und „Schatten“ arbeiten, um einige Details wiederherzustellen. Dein Ziel ist es, ein helles Foto zu erhalten. Sei daher vorsichtig, wie du die Highlights und Schatten deines Fotos anpasst. Zum Beispiel darfst du nicht zu viel Schatten einstellen, wenn es nicht natürlich aussieht. Dein Foto würde sonst am Schluss sehr flach aussehen.
  2. Stelle die Belichtung so ein, dass das Bild so hell wie möglich ist. Achte darauf, dass nichts verblasst. Das ist super wichtig, denn du willst auf deinen Fotos auf keinen Fall zu helle Bereiche haben. Wechsle bei Bedarf zwischen den Reglern für die Highlights und die Belichtung hin und her, um die beste Kombination zu finden.
  3. Jetzt bist du bereit, den Kontrast des Bildes zu bearbeiten. Lightroom ermöglicht dir das auf verschiedene Arten. Die drei häufigsten Möglichkeiten sind die Verwendung der Regler „Kontrast“, „Weiss“ und „Schwarz“ und der „Tonkurve“. Persönlich verändere ich den Kontrast selten direkt, da ich ihn nicht gerne mit einer einzigen Einstellung einstelle. Deshalb bevorzuge ich zum Start lieber die Regler „Weiss“ und „Schwarz“. Die Idee ist, das Weiss so weit wie möglich zu erhöhen, um die hellen Teile des Bildes aufzuhellen. Danach verringert man das Schwarz, um den Gesamtkontrast zu erhöhen.
  4. Das Gesamtbild ist nun deutlich heller. Möglicherweise macht es das viel zu hell, besonders bei höheren Weisseinstellungen.
  5. Falls dir das Bild zu hell ist, gehst du zurück und stellst deinen Belichtungsregler neu ein, um den Effekt abzuschwächen.

Bildbearbeitung in der Praxis

Hier ist ein Beispiel für solche Anpassungen in Lightroom:

nachbearbeitung lightroom bearbeitung

Ich habe die Weiss und Schwarz Regler um „+60“ und „-60“ eingestellt, was etwas extrem ist. Allerdings begann ich mit einem Bild, das anfangs nur sehr wenig Kontrast hatte. Ich wusste also, dass ich die Regler ziemlich extrem einstellen musste, damit das Bild die fröhliche Emotion vermittelt. Obwohl ich anfangs mit dem Belichtungsregler bei Null angefangen habe (das Bild war bereits hell genug), habe ich ihn nach dem Einstellen des Weiss-Reglers wieder auf einen Drittel reduziert.

Um zu verstehen, was diese Anpassungen an meinem Foto bewirkt haben, wirf einen Blick auf das untenstehende Vorher und Nachher:

nachbearbeitung berge mit wolken

(@Pixabay, pexels.com)

Wie du sehen kannst, ist es ein ziemlicher Unterschied zwischen den beiden Bildern. Normalerweise schiebe ich die Regler Weiss und Schwarz nicht über 30-40 hinaus, aber jedes Bild ist anders und in diesem Fall bekam ich das Ergebnis, nach dem ich gesucht hatte. Obwohl die „Tonkurve“ auch für die Kontrasteinstellung sehr nützlich sein kann, ist sie für viele Fotografen etwas verwirrend. Ich persönlich verwende die Tonkurve auf einigen Bildern, wenn ich den Kontrast noch weiter feinabstimmen muss, aber nicht zu oft.

Der „Dunkel und Düster“-Look

Es ist einfach, in der Bildbearbeitung ein helles und kontrastreiches Bild zu erhalten. Aufgrund vieler verschiedener Faktoren ist es um einiges schwieriger, einen dunklen und düsteren Look zu erreichen. Zunächst einmal hängt es stark von dem Bild ab, mit dem du beginnst. Wenn du ein helles und farbenfrohes Foto hast, musst du es ein wenig abschwächen.

  1. Schiebe den Regler in Richtung Blau statt Orange, wenn du den Weissabgleich einstellst. Damit behältst du die Farben bei.
  2. Reduziere den Kontrast bei Bedarf und maximiere einige der anderen Einstellungen.
  3. In vielen Fällen musst du das Bild in Schwarz-Weiss konvertieren, oder die Farben für diesen unheimlichen Look deutlich reduzieren.

Hier ist ein Bild, das ich in Lightroom als Beispiel für einen dunklen und düsteren Look bearbeitet habe:

nachbearbeitung dark and gloomy

Beispiel für ein Bild im dunklen und düsteren Look (@Joshua Sortino, unsplash.com)

Siehst du wie unterschiedlich das Bild im Vergleich zu den meisten anderen Bildern in diesem Artikel aussieht? Der fast komplett schwarze Untergrund lässt es so aussehen, als wäre man auf einem anderen Planeten. Die neblige Wolkendecke im Hintergrund überragt den ganzen Himmel und deutet auf düsteres Wetter hin. Die ganze Landschaft scheint verwahrlost zu sein. Dieses Bild wäre sicherlich nicht die richtige Wahl gewesen für einen hellen und glücklichen Look.

So erhältst du den düsteren Look

  1. Ich habe: das Foto noch weiter abgedunkelt (obwohl ich mit einem ziemlich dunklen Bild begonnen habe), den Weissabgleich in Richtung Blau verschoben, die Highlights auf -100 reduziert, einige Schatten (+30) hinzugefügt und etwas Textur und Klarheit hinzugefügt.
  2. Ich wollte die Strukturen noch mehr hervorheben, weswegen ich eine Belichtungseinstellung von 0.4 benutzte.
  3. Um den Himmel intensiver zu machen, habe ich schliesslich einen Gradientenfilter hinzugefügt, der die Belichtung reduziert und Kontrast und Klarheit erhöht.

Es gibt keine Zauberformel für den dunklen und düsteren Look. Du musst also ein wenig experimentieren, bis du das gewünschte Ergebnis erhältst. Das gleiche gilt für den Versuch, etwas dazwischen zu erreichen, oder ein Bild in Schwarz-Weiss zu konvertieren.

4. Betone dein Motiv

Wenn du dir erfolgreiche Fotos anschaust, merkst du, dass die meisten von ihnen entweder ein oder mehrere wichtige Motive enthalten, auf die der Betrachter speziell achtet. Die meisten Fotografen zeigen bewusst nur ein primäres Motiv und verwenden zweit- oder sogar drittrangige Motive, um das wichtigste Motiv zu unterstützen. Ein Foto ohne klares Motiv ist selten erfolgreich.

nachbearbeitung berg mit wolke

Das Hauptmotiv soll herausstechen und den Blick des Betrachters auf sich lenken (@eberhardgross, pexels.com)

Hier ist der Berg das Hauptthema,auf welchen der klare Fokus gelegt wird. Die Wolkendecke dient als Stützelement.

Ziel ist es, den Blick des Betrachters auf den wichtigsten Teil des Bildes zu lenken. Das gelingt dir durch die Anwendung verschiedener Kompositionstechniken. Manchmal erreichst du das auch mit spezifischen Bildbearbeitungstechniken, wie zum Beispiel der Dodge & Burn Technik. Dein Ziel als Fotograf ist es, schönes Licht zu verwenden, um dein Motiv zum Zeitpunkt der Aufnahme hervorzuheben.Manchmal reichen aber all diese Anstrengungen nicht aus, um dein Motiv perfekt zu inszenieren. Dann kommt wieder die Bildbearbeitung ins Spiel.

Das Wichtige hervorheben

Wie hebst du also dein Thema oder Motiv hervor? Die Antwort hängt mit der Helligkeit des Objekts zusammen. Du hebst das Motiv deutlicher hervor, wenn du es im Verhältnis zum Hintergrund und zu anderen Objekten in der Szene ausreichend hell machst. Schaue dir erst einmal die Gesamthelligkeit des Bildes an. Ist es hell genug, dass es sich bereits vom Rest der Szene abhebt? Wenn die Antwort „ja“ lautet, musst du es möglicherweise nicht noch heller aussehen lassen. Wenn die Antwort „nein“ oder „vielleicht“ lautet, passt du die Helligkeit an und schaust, ob es das Motiv besser hervorhebt.

nachbearbeitung schöne berglandschaft

Berglandschaft, die schön bearbeitet wurde. (@eberhardgross, pexels.com)

Dodge & Burn lässt sich ganz einfach in Lightroom, Capture One und den meisten anderen Programmen anwenden. Wähle einfach einen Pinsel mit einer anderen Belichtungseinstellung und male über einen Teil des Bildes. In Lightroom gibt es mehrere Möglichkeiten, um die Dodge & Burn-Technik umzusetzen. Benutzen den Korrekturpinsel, den Radialfilter und sogar den Verlaufsfilter, um Teile deines Fotos hervorzuheben. Ich persönlich mag am liebsten den Korrekturpinsel. Falls ich aber eine schnelle Einstellung vornehmen muss, erledigt der Radialfilter die Aufgabe sehr gut. Du willst diese Technik in Photoshop anwenden? Dazu habe ich dir hier das passende Video, das dir die Dodge & Burn-Technik in Photoshop auf drei verschiedene Arten erklärt:

Wenn du Capture One verwenden willst, wirst du die Einstellungsmöglichkeiten lieben, die sich auch aufeinander abstimmen lassen. Das Beste daran ist, dass es im Vergleich zu Lightroom und anderer Bildbearbeitungssoftware praktisch keine Verzögerungen gibt.

Hier ist ein Bild, auf dem Dodge & Burn angewendet wurde, um das Gesicht hervorzuheben, da es auf dem Originalfoto zu dunkel war:

nachbearbeitung dodge and burn gesicht

Mithilfe der Dodge & Burn Technik wurde das Gesicht besser zur Geltung gebracht (@gregoryallen, pexels.com)

5. Bildbearbeitung: Weniger ist mehr

Übertreibe es nicht mit der Bearbeitung deiner Bilder! Mit all den hervorragenden Bildbearbeitungswerkzeugen, die ich dir heute vorgestellt habe, lässt man sich leicht dazu hinreissen. Ich persönlich verändere die Schieberegler Sättigung und Vibrance in Lightroom selten, da sie schnell dazu führen können, dass Bilder sehr übertrieben grell aussehen. Gleiches gilt für die Schieberegler Schärfen, Textur, Transparenz und Dehaze, die bei falscher Verwendung durchaus Schaden anrichten können. Sei sehr vorsichtig bei der Intensität von Highlights und Schatten, da eine zu starke Einstellung deine Bilder zu flach aussehen lassen kann.

Das Gleiche gilt für HDR und andere Werkzeuge und Techniken. Versuche, deine Bilder so natürlich wie möglich aussehen zu lassen, ohne es zu übertreiben. Denk daran, dass die Farbe auch den Kontrast beeinflusst und dass sie leicht verblassen, wenn du dich bei der Bildbearbeitung nicht konzentrierst.

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