Wirtschaftlich Denken als Fotograf – lebe den Homo Ökonomikus

Wirtschaftlich Denken als Fotograf ist die Grundvoraussetzung, um erfolgreich zu werden. Wer über die Gelegenheitsfotografie hinaus wachsen möchte und eine professionelle Laufbahn als Fotograf anstreben will, der sollte die folgenden Punkte beherzigen. Jeder der schon einmal ein eigenes Geschäft aufgebaut hat weiss, dass der Weg zur Selbstständigkeit ein rechter Brocken Arbeit bedeutet. Der Erfolg während des Aufbaus ist keinerzeit garantiert. Beachtet man aber ein paar Grundregeln, so steigen die Chancen Profifotograf zu werden stark!

 

 

fotograf wirtschaftlich denken tipps

 

 

In unserem letzten Artikel hast du erfahren, wie du als Fotograf professionell Fotografieren kannst in einem gesättigten Markt. Als professioneller Fotograf von seinem Beruf zu leben ist nicht einfach. Die Regeln des Homo Ökonomikus zu kennen und damit als Fotograf wirtschaftlich zu Handeln ist daher extrem wichtig.

 

 

Was bedeutet wirtschaftliches Denken für mich als Fotograf?

Ökonomisches Denken und Handeln als Fotograf bedeutet, dass man Chancen neutral bewertet und diese wahrnimmt. Irrationale Entscheidungen müssen der Vergangenheit angehören. Dabei sollte man soweit wie möglich auf die Gefühlswelt verzichten, da der Homo Ökonomikus rein rationale Entscheidungen trifft, welche sein Geschäft weiter bringen. Das bedeutet keinesfalls, dass man andere Menschen ausser Acht lassen oder hintergehen muss. Es geht nur darum, eine Chance objektiv zu bewerten! 

 

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Ein Bild von bwl-wissen.net

 

 

Damit sicherst du die Basis deiner persönlichen Erfolgsstrategie als Fotograf. Das lässt sich an einem einfachen Beispiel erklären.

 

 

Wirtschaftlich Denken: Ein spannendes Praxis-Beispiel

Wenn du als Fotograf ein Profil auf pixolum hast, bekommst du die Chance, Aufträge zu erhalten. Nehmen wir an, du kannst einen Auftrag für einen Tag ergattern, an welchem du noch keinen Kunden hast. Das Auftragsvolumen liegt bei 2000 CHF / EURO. Im Gegenzug bezahlst du die vereinbarte Provision. Läge diese beispielsweise bei 10%, so wäre der Preis für den Auftrag 200 CHF / EURO . Die Provision könnte auch höher oder tiefer liegen, das spielt aber beim Homo Ökonomikus nur eine begrenzte Rolle. Nun hast du zwei Möglichkeiten:

 

  • Du lehnst den Auftrag ab, da du nicht bereit bist, eine Provision zu zahlen. Denn schliesslich bist ja du der, der arbeitet. In diesem Fall verdienst du an diesem Tag nichts. Stattdessen investierst du 8h Stunden in Akquise neuer Kunden, in der Hoffnung einen anderen Auftrag an Land zu ziehen. Deine eigene Zeit ist jedoch auch Geld. Bei einem Stundenansatz von 150 CHF / EURO läge deine Investition also bei 8 x 150 = 1200 CHF / EURO. Mit diesem Handeln investierst du in die Opportunität mit unsicherem Ausgang. Bilanz am Ende des Tages: -1200 CHF. Falls du es schaffst, innerhalb der 8 Stunden einen gleichwertigen Auftrag von 2000 CHF an Land zu ziehen, dann bleibt dir netto netto 2000 – 12000 = +800 CHF. Das ist 1000 CHF weniger, als wenn du den verfügbaren Auftrag annimmst.
  • Du nimmst den Auftrag an. Du verdienst an diesem Tag Geld, welches du in den weiteren Aufbau deines Geschäfts stecken kannst. Zudem lernst du einen neuen Kunden kennen, bei welchem du eventuell die Chance auf Folgeaufträge hast. Bilanz am Ende des Tages: + 1800 CHF / EURO.

 

Dieses Beispiel zeigt, dass man Faktoren abwägen muss. Wirtschaftlich Sinn würde die Annahme des Auftrags sogar bei einer Provision von 50% machen. Halte dich an die Zahlen! Der Homo Ökonomikus kennt keinen Stolz – er rechnet nimmt Chancen wahr. Übrigens denke auch ich als Inhaber von pixolum so. Genau wie du als Fotograf, stehe ich vor denselben Entscheidungen.

homo oekonomikus fotograf

 

 

Wirtschaftlich Handeln: Eigenes Fotostudio lohnt sich bei keinem Fotograf!

Über 75% der von uns befragten Fotografen unterhalten ihr eigenes Fotostudio. Ein Fotostudio mit der ganzen Ausrüstung ist meist ein grosser Ausgabeposten, und kann einen Grossteil der Gewinne wieder auffressen. Neben der Miete flattern auch Stromrechnungen ins Haus, die Kaffeemaschine und natürlich das ganze Equipment muss laufend instand gehalten und ab und zu erneuert werden. Für viele Fotografen ist das Fotostudio der primäre Arbeitsplatz, oder gar das zweite Zuhause. Wirtschaftlich ist ein eigenes Fotostudio in 99% der Fälle nicht. Ein Studio sollte immer mindestens zu 80% ausgelastet sein. Uns mit ausgelastet ist gemeint, dass während dieser Zeit tatsächlich fotografiert wird! Falls das durch deine eigene Auftragslage nicht der Fall ist, musst du zwingend etwas unternehmen, damit deine Fixkosten gesenkt werden können. Was ist in welchem Fall zu tun?

 

  • Bei 0-30% Auslastung durch eigenen Gebrauch:
    Gib dein eigenes Fotostudio auf. Die Nutzung steht in keinem Verhältnis zu den Kosten, die das Studio verursacht. Eine Vermietung zu 70% wäre eine Option, ist aber eher unwahrscheinlich. Suche dir ein Mietstudio von einem anderen Fotografen, welches du bei Bedarf mieten kannst. Wirtschaftlich zu Handeln als Fotograf bedeutet eben auch, harte Entscheidungen zu treffen.
  • Bei 30-55% Auslastung durch eigenen Gebrauch:
    Bei einer rund 50%-igen Auslastung deines Studios, wäre Studio-Sharing die beste Option. Suche dir einen anderen Fotografen, mit welchem du das Fotostudio und damit auch die ganzen Kosten teilst. So entfallen bereits 50% der Fixkosten, und du hast einen verlässlichen Partner, ohne dauernd wechselnde Mieter.
  • Bei 55-80% Auslastung durch eigenen Gebrauch:
    Bei relativ hoher Auslastung eignet sich die sporadische Vermietung deines Fotostudios. Mietstudios werden von anderen Fotografen meist nicht regelmässig, sondern für einzelne Projekte gebucht. Bei einer Auslastung von 70-90% bist du nicht zwingend auf diese Einnahmen angewiesen, trotzdem nutzt du mit der Vermietung eine weitere Einnahmequelle, die gutes Geld bringt.

 

 

Bildbearbeitung und Admin-Arbeiten im Fotostudio vermeiden

Ein professioneller Fotograf nutzt rund 20 bis maximal 30% seiner Zeit für das eigentliche Fotografieren. Dazu kommt, dass nicht jeder Auftrag im Studio ausgeführt wird. Die restlichen 70% der Zeit wird für Bildbearbeitung, Akquise neuer Kunden, Projektplanungen und administrative Aufgaben wie die Buchhaltung verwendet. Das heisst:  Auch wenn du voll mit Aufträgen ausgelastet bist, ist es dein Fotostudio trotzdem nicht. Wirtschaftliche Denken und Handeln als Fotografi bedeutet, dass du das Fotostudio ausschlieeslich zum Fotografieren nutzt. Alle anderen genannten Aufgaben kannst du eigentlich zuhause in Büro erledigen, oder nicht? Dein Fotostudio hat auf einen Schlag 70% Kapazität frei, welche du für gutes Geld vermieten kannst.

 

 

 

Irrationalität durch eine erfolgreiche Strategie ersetzen

Je weniger irrationale Entscheidungen du als Fotograf triffst, desto besser sind deine Erfolgschancen. Rational entscheiden und wirtschaftlich Handeln kannst du aber nur, wenn du den Fotografie-Markt kennst. Grundlage für jede gute Entscheidung (im Geschäftswesen) sind ausreichend Daten. Dazu zählen deine eigenen Präferenzen, die Sättigung des Fotografie-Marktes, deine eigene aktuelle Auftragslage, Zukunftspläne, Konkurrenten und noch viel mehr. Daten sammeln ist aufwändig und vielleicht nicht die beliebteste Arbeit. Der Fotografie Markt ist aber gesättigt, weshalb eine Marktanalyse und klare Strategie für jeden Fotografen unerlässlich ist.

 

wirtschaftlich denken und handeln als fotograf

 

 

Was sind deine Erfahrungen? Wie gut kannst du rationale Entscheidungen treffen als Fotograf? Wir sind gespannt auf deine Meinung!

 

 

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