Lohnt sich ein Darlehen für die Selbstständigkeit als Fotograf?

Du träumst davon, dich als Fotograf selbstständig zu machen? Oder hast du sogar schon deine ersten Schritte in die Selbstständigkeit gemacht? Deine Leidenschaft zum Beruf zu machen, das bringt einige Veränderungen mit sich. Themen wie Buchhaltung, Businessplan und Wettbewerbsdruck spielen plötzlich die Hauptrolle. Unter welchen Umständen lohnt es sich jetzt, ein Darlehen aufzunehmen, um deine Tätigkeit weiter auszubauen oder richtig durchzustarten? Wir haben hier einige Informationen und Tipps in diesem Blogbeitrag zusammengestellt.

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Lohnt sich ein Darlehen als selbstständiger Fotograf?

1. Die berufliche Situation selbstständiger Fotografen

Im Jahr 2018 waren rund 28.000 selbstständige Fotografen in Deutschland tätig. Der Beruf ist nach wie vor sehr beliebt und verzeichnet seit Jahren ein stetiges Wachstum bei der Zahl der Beteiligten. Damit wächst allerdings auch der Konkurrenzdruck auf jeden einzelnen Fotografen. Hier hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten einiges verändert:

  1. Der Meisterzwang ist weggefallen
  2. Durch die zunehmende Digitalisierung der Fotografie wird die Ausrüstung für den Fotografen preisgünstiger. Das wiederum verringert die Eintrittsbarrieren in diesen spannenden Beruf.
  3. Immer mehr begeisterte Amateur-Fotografen wollen sich beruflich entfalten
  4. Fotobearbeitungs-Apps verführen immer mehr Hobbyfotografen dazu, ihre eigenen Fotos online zu veröffentlichen. Das verringert indirekt die Marge der professionellen Fotografen.

Immerhin schätzten über 50 % der professionell arbeitenden Fotografen die Auftragslage als sehr gut ein und freuten sich über positive Aussichten. Allerdings solltest du als selbstständiger Fotograf nicht unterschätzen, dass der Wettbewerbsdruck auch zu kleineren Margen für den einzelnen Fotografen führen kann. Wie soll man dem entgegnen? Meist hilft hier der Weg nach vorne. Entweder du definierst deine eigene, ausgeklügelte Erfolgsstrategie, oder du expandierst. Die Kombination wäre empfehlenswert.

Falls du über den Ausbau deines Geschäfts nachdenkst, hat dies meist auch finanzielle Folgen. Sofern du nicht gerade auf einem riesigen Polster sitzt, erfordern finanzielle Dispositionen wie eine Darlehensaufnahme einige konkrete Überlegungen.

2. Die eigenen Finanzen unter Kontrolle

Es hört sich an wie eine Selbstverständlichkeit, aber es gehört in diesen Beitrag. Bevor du über ein Darlehen nachdenkst, solltest du einen sehr guten Überblick über deine aktuelle Finanzlage haben. Deine Buchhaltung muss stimmen und du solltest auch einige Grundkenntnisse zum Thema Darlehen haben. Erst dann solltest du die Konditionen verschiedener Anbieter für einen Kredit vergleichen. Wie vorher bereits erwähnt, muss eine Investition immer mit einer Strategie einhergehen. Einfach Geld rausballern und die beste Kamera kaufen wird nichts helfen.

3. Investitionsentscheidungen als selbstständiger Fotograf

Es kann einige vernünftige Gründe dafür geben, als Fotograf einen Kredit aufzunehmen. Vielleicht möchtest du dein Geschäft ausbauen und andere Räume beziehen. Vielleicht brauchst du auch Ersatz für Equipment, das nicht mehr funktioniert. Ohne auf seine Bedürfnisse abgestimmte Ausrüstung kann ein Fotograf nicht existieren.

Steht ein Systemwechsel oder neues Equipment auf deiner Investitionsliste?

Investitionsentscheidungen für Equipment kann deshalb ein Darlehen erfordern. Das kann bereits ganz am Anfang deiner Tätigkeit der Fall sein, aber auch immer einmal wieder während deiner Selbstständigkeit zum Thema werden. Vielleicht brauchst du ein neues Auto, um Aufträge in der Umgebung deines Standortes annehmen zu können. Derartige Investitionen können sinnvoll sein. Eines muss gesagt sein. Geld aufnehmen und damit zu expandieren ist normal und vielfach sinnvoll. Auch große Unternehmen funktionieren heute so. Wichtig ist ein Business Plan, klare Limitierungen und ein klarer Kopf.

4. Ein guter Businessplan ist unverzichtbar

Der Businessplan ist nicht nur für den Kreditgeber die Basis einer positiven Entscheidung. Du selbst verschaffst dir mit einem professionell ausgearbeiteten Businessplan ebenso Klarheit zu deinen Möglichkeiten und zur Zielrichtung deiner Investitionen. Mit dem Plan nimmst du die Entwicklung mehrerer Jahre in der Zukunft vorweg und analysierst, wie sich das Darlehen auf die Weiterentwicklung auswirken wird.

Hast du’s gewusst?

Als Gründer stehen dir zum Teil besondere Ansprechpartner wie Bürgschaftsbanken für ein Darlehen zur Verfügung, die Kredite zu günstigen Bedingungen ausreichen. Deinen Businessplan wollen auch sie sehen. Wenn du selbst Schwierigkeiten mit der Erstellung eines Businessplans hast, stehen dir für Startup-Coaches und Gründerberatungen zur Seite. Sie können dich auch bei der Erstellung eines professionellen Businessplans unterstützen.

5. Vor- und Nachteile im Überblick

Was sind denn die Vor- und Nachteile, wenn man über ein Darlehen nachdenkt?

Positiv
  • Größere Investitionen möglich
  • Professionelleres Arbeiten & grössere Aufträge
  • Chance zur Selbstständigkeit (Förderung möglich)
  • Freiheiten im Arbeitsprozess
  • Expansion in neue Bereiche
Negativ
  • Zinsbelastung
  • Wirtschaftliches Risiko
  • Bindung an den Darlehensgeber
  • Wertminderung der Ausrüstung (Abschreiber)
  • Gefahr der Überschuldung
  • Kein Erfolgsgarant

6. Fazit: Die Darlehensaufnahme sollte gut überlegt sein

fotografin mit kamera

Auch der beste Businessplan kann die tatsächliche Entwicklung nicht voraussehen. Sei dir bewusst, dass du mit einer Darlehensaufnahme ein gewisses wirtschaftliches Risiko eingehst. Dieser Gedanke sollte vor allem die Konditionen des Kredites prägen. Kreditraten sollten so bemessen sein, dass du sie auch bei einer eher schlechten Entwicklung des Geschäftes bedienen kannst.

Ein besonderes Risiko kann eine Darlehensaufnahme darstellen, wenn du überwiegend im künstlerischen Bereich fotografierst. Eine etwas stabilere und tragfähigere Basis ist eine Mischung aus gewerblicher sowie künstlerischer Fotografie. Zwar kannst du dich im künstlerischen Bereich besonders kreativ als Fotograf ausleben, gewerbliche Fotografie kann dir aber existenzielle Grundeinnahmen sichern. Bevor du dich für die Aufnahme eines Darlehens entscheidest, solltest du alle die genannten Aspekte in deine Überlegungen einbeziehen. Je bewusster und klarer du mit der Entscheidung umgehst, desto selbstbewusster und überzeugender wirst du gegenüber dem Darlehensgeber auftreten.

Auch diese innere Einstellung spielt eine wichtige Rolle und kann deine Chancen für eine positive Kreditentscheidung steigern. Betrachte als selbstständiger Fotograf ein Darlehen immer als Investitionsentscheidung in die Weiterentwicklung deines Business, nicht als Mittel, um deinen Lebensstandard kurzzeitig anzuheben.

Über den Autor

Patrick ist der Gründer von pixolum und versorgt dich seit 2012 mit spannendem Fotografie-Stoff. Neben seiner Leidenschaft für Kameras & Design unterstützt er kreative Köpfe beim Aufbau ihres Business. Er trinkt jeden Tag 7 Kaffees aus der pixolum Tasse, ist absoluter SEO Nerd und beginnt mehr, als er zu Ende bringen kann.

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