Weitwinkelobjektiv | 5 Eigenschaften und die richtige Auswahl

Das Weitwinkelobjektiv ist nur eine der zahlreichen Ausrüstungs-Optionen, über die du als Fotograf verfügst. Doch wozu genau ist es gut und in welchen Situationen solltest du es verwenden? Um das zu beantworten, musst du natürlich erst einmal wissen wie ein Weitwinkelobjektiv funktioniert. Genau das und alle weiteren Fragen werden wir in diesem Artikel gemeinsam klären. Los geht’s!

weitwinkelobjektiv objektiv

Das Weitwinkelobjektiv hat eine kurze Brennweite und eignet sich für großformatige Aufnahmen. (@Capri23auto, Pixabay)

Was ist ein Weitwinkelobjektiv?

So einfach wie möglich gesagt versteht man unter einem Weitwinkelobjektiv ein Objektiv mit kurzer Brennweite und weitem Blickwinkel. Mit ihm kann die Kamera mehr von der Szene erfassen als mit einem Standard-Objektiv. Deshalb ist es besonders für Architektur– und Landschaftsfotografie geeignet, genauso wie für jeden anderen Bereich, in dem auch der Hintergrund wichtig für das Bild ist. Mit einem Weitwinkel Objektiv ist es dem Fotografen möglich, nah an das Objekt heran zu kommen, ohne dafür Details des Hintergrunds zu verlieren. Dadurch erhält der Betrachter des Bildes das Gefühl, die Szene durch seine eigenen Augen zu sehen.

Soweit, so gut. aber…

Ab welcher Brennweite spricht man von einem Weitwinkelobjektiv?

Üblicherweise gilt jedes Objektiv mit 35 mm oder kürzerer Brennweite als Weitwinkel Objektiv. Das entspricht ungefähr einem diagonalen Blickfeld von 65°.

Kann man mit einem Weitwinkelobjektiv zoomen?

Grundsätzlich kann man bei allen Objektiven zwischen einer Variante mit fester Brennweite und einer Zoomversion wählen. Das gilt auch für das Weitwinkel Objektiv.

Weitwinkel Zoom vs. Festbrennweite

Bei der Verwendung einer Festbrennweite kann man dem Objekt nur physisch näherkommen, während das mit einem Zoomobjektiv auch aus der Entfernung möglich ist. Festbrennweiten sind meistens leichter, schneller und günstiger und erreichen zusätzlich bessere Ergebnisse. Ein gutes Beispiel dafür ist zum Beispiel das Canon 24 mm f/2.8 STM.

Der große Vorteil von Zoomobjektiven ist allerdings ihre Flexibilität, da du spontan zwischen verschiedenen Brennweiten wählen kannst. Einige Allround-Modelle funktionieren sogar als Weitwinkel-, Standard-, und Teleobjektiv. Bei den meisten Zoomobjektiven musst du dich jedoch für eine bis zwei dieser Möglichkeiten entscheiden. Mit einem Zoomobjektiv kannst du deine Ausrüstung minimieren, da es so vielfältig eingesetzt werden kann. Leider ist es jedoch meist schwerer und teurer, weil sich mehrere Mechanismen darin verbergen. Eine Ausnahme dabei bilden Kit-Objektive, diese haben dann aber oft qualitative Nachteile. Meine Empfehlung für ein Zoom-Weitwinkelobjektiv ist das Canon EF 16-35 mm f/4.

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Generell haben Zoom-Objektive zwar in allen Bereichen ihre Möglichkeiten, sind aber in keinem die beste Alternative. Mit Festbrennweiten erreichst du einfach die bessere Bildqualität.

Welche Brennweite hat ein Weitwinkelobjektiv?

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Weitwinkelobjektive gibt es in einer Vielzahl von Brennweiten. (@Michael Kauer, Pixabay)

Zu dieser Frage muss man als erstes sagen, dass das Modell deiner Kamera einen großen Einfluss auf die Wirkung des Objektivs ausübt. Wenn sie einen kleineren Sensor hat (mit sog. Crop-Faktor, hier erklärt), wird immer ein Teil der Linse verdeckt und du erhältst ein engeres Blickfeld. Die hier aufgeführten Brennweiten gelten für Vollformat-Kameras. Um den genauen Wert für deine Kamera zu erhalten, teile die Brennweite einfach durch 1,5 (APS-C) oder 2 (bei MFT-Kameras).

Wir wissen also schon, dass alles abwärts von 35 mm als Weitwinkel Objektiv gilt. In diesem Bereich unterscheidet man folgende Varianten:

  • Als Gemäßigte Weitwinkelobjektive (Reportageobjektive) bezeichnet man Objektive mit leichtem bis mittlerem Weitwinkeleffekt. Sie liegen bei ca. 28 – 35 mm.
  • Ab 21 mm abwärts bis ca. 8 mm (Fischauge) spricht man von einem Superweitwinkelobjektiv.
  • Zoomobjektive mit Weitwinkelbereich gibt es im Bereich zwischen 12 und 70 mm.

Eigenschaften von Weitwinkelobjektiven

Was zeichnet ein Weitwinkel-Objektiv aus? Wie unterscheidet sich ein Weitwinkel von einem Tele-Bild?

Perspektive

Die wichtigste Eigenschaft eines Weitwinkelobjektivs ist seine Fähigkeit, einen sehr großen Bildbereich aufzunehmen. Das beeinflusst die Perspektive deines Bildes in folgenden Punkten:

Größe des Objekts

Wenn du ein Weitwinkelobjektiv benutzt, musst du deinem Motiv oft sehr nah kommen. Das sorgt dafür, dass Elemente im Vordergrund des Bildes im Gegensatz zum Hintergrund sehr groß erscheinen. Außerdem vergrößert das Weitwinkelobjektiv den optischen Abstand zwischen Objekten, die dann oft viel entfernter erscheinen als sie es tatsächlich sind. Ein Weitwinkel Objektiv betont also vor allem Elemente im Vordergrund des Bildes und lässt weiter entfernte Dinge klein und unwichtig erscheinen.

Frau am Berg Landschaft

Hier ist gut erkennbar, wie das Weitwinkelobjektiv den Vordergrund hervorhebt und den Hintergrund in die Ferne rücken lässt.

Verzerrung

Der übermäßige Größenunterschied zwischen den unterschiedlichen Elementen sorgt auch dafür, dass Objekte in die Länge gezogen werden. Dann spricht man von Verzerrung. Einerseits kann dieser Effekt deinem Bild eine abstrakte und einzigartige Wirkung verleihen. Andererseits kann die Verzerrung auch negativ und unnatürlich wirken. So zum Beispiel in der Portraitfotografie: ein verzerrtes Gesicht mit verfälschten Proportionen ist meistens nicht besonders vorteilhaft.

Gerade vs gekrümmt

Unsere Fotoausrüstung

Du fragst dich mit welcher Ausrüstung wir fotografieren? Hier findest du unser Equipment.

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Viele Weitwinkel Objektive sind darauf angelegt, gerade Linien möglichst wahrheitsgemäß abzubilden, anstatt sie zu krümmen oder zu verzerren. Das Problem dabei ist jedoch, dass durch diese Konstruktion Objekte am Rand des Bildes oft unnatürlich langgezogen werden. Besonders auffällig erscheint dieses Problem bei den Superweitwinkelobjektiven, wie zum Beispiel dem Fischauge. Deshalb wird bei diesen Objektiven bewusst auf die Begradigung der Linien verzichtet und die Krümmung stattdessen verstärkt. Diesen Effekt nennt man „Tonnenverzerrung“.

Bildqualität

Die Bildqualität wird bei der Verwendung eines Weitwinkelobjektivs von den folgenden Faktoren beeinflusst:

Blende

Im Normalfall werden deine Bilder zuverlässig scharf, wenn du ein Weitwinkelobjektiv benutzt. Wie bei jedem Objektiv kann sich die Schärfe jedoch je nach Einstellung der Blende verändern. Das gilt vor allem für extreme, also sehr offene oder sehr kleine Einstellungen. Um die maximale Schärfe zu erreichen, solltest du also möglichst eine mittlere Blende verwenden. Das kann bedeuten, dass du eine kurze Verschlusszeit einstellen musst – dann empfehle ich dir, ein Stativ zu benutzen, damit es nicht zu Verwacklungen kommt.

Belichtung

Die Belichtung spielt natürlich in jedem fotografischen Bereich und bei jedem Objektiv eine wichtige Rolle. Mit einem Weitwinkelobjektiv können Unterschiede in der Helligkeit zwischen verschiedenen Elementen wie zum Beispiel hellem Himmel und dunklem Grund besonders stark hervortreten. Dessen solltest du dir bewusst sein, wenn du mit einem Weitwinkel Objektiv arbeitest und die Belichtung gegebenenfalls anpassen. Überleg dir, welche Bereiche des Bildes besonders wichtig sind und welche Details du eventuell dem Schatten opfern kannst. Beim Ausgleich der Belichtung kann dir auch ein ND-Filter helfen.

Streulicht

Dadurch dass du mit einem Weitwinkelobjektiv immer einen großen Bereich aufnimmst, hast du auch oft Sonnenlicht mit im Bild. Das kann zu Streulicht oder ungünstiger Belichtung führen. Auch eine Streulichtblende hilft dir oft nicht weiter, da sie das Blickfeld einschränken kann. Bei der Produktion der meisten Weitwinkelobjektive wird versucht, dieses Problem von vorne herein einzudämmen. Trotzdem kann es nicht ganz ausgeschlossen werden und du solltest deshalb darauf achten, die Sonne möglichst aus dem Bild herauszuhalten oder durch ein Objekt zu verdecken.

Vignettierung

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Bei der Vignettierung werden die Ränder und Ecken des Bildes abgedunkelt. (@Karim Manjra, Unsplash

Als Vignettierung bezeichnet man das Abdunkeln des Bildes an Rändern und Ecken. Dieser Effekt findet sich bei allen Weitwinkel Objektiven, besonders auffällig ist er jedoch bei den günstigeren Modellen. Es gibt nicht wirklich eine Möglichkeit, ganz auf die Vignettierung zu verzichten. Deshalb ist es wichtig, das Objektiv vor dem Kauf gründlich auszuprobieren, um das Ausmaß des Effektes festzustellen. Dank moderner Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop kannst du unerwünschte Vignettierung auch nachträglich entfernen.

Filter

Beim gemeinsamen Gebrauch mit Filtern kann ein Weitwinkelobjektiv ungünstige Effekte hervorrufen. Das gilt vor allem für Polarisationsfilter, bei denen der Effekt vom Winkel zwischen Linse und Lichtquelle abhängig ist. Dieser Winkel kann beim Weitwinkelobjektiv innerhalb einer einzigen Aufnahme stark variieren. Das führt dazu, dass die Helligkeit in den verschiedenen Bildbereichen sehr unterschiedlich ausfallen kann. Um solche Probleme zu vermeiden, verzichtest du am besten weitestgehend auf Filter, wenn du mit einem Weitwinkel Objektiv arbeitest. Falls sich die Kombination nicht vermeiden lässt, solltest du dir zumindest bewusst sein, dass es zu Bildstörungen kommen kann.

3 Haupttypen von Weitwinkelobjektiven

#1 Fischauge

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Das Fischauge hat einen starken Krümmungseffekt – so entstehen faszinierende Bilder! (@Adrian Cuj, Pexels)

Das Fischaugenobjektiv gehört in die Kategorie der Weitwinkelobjektive, genau genommen unter die Superweitwinkelobjektive. Mit dem Fischauge erreichst du einen Blickwinkel von 100-180°, wobei durch die Tonnenverzerrung ein rundes Bild entsteht. Die Brennweite von Fischaugenobjektiven beträgt für Vollformatkameras zwischen 8 und 10 mm, für Kameras mit kleinerem Sensor nur 1-2 mm.

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# 2 Geradlinige Linsen

Diese Variante des Weitwinkel Objektivs unterscheidet sich vom Fischauge in der Art der Verzerrung. Hier werden gerade Linien möglichst gerade gehalten, während sie vom Fischauge gekrümmt werden. Trotzdem erhältst du selbst mit geradlinigen Linsen eine gewisse Tonnenverzerrung. Besonders auffällig wird diese in der Architekturfotografie, wo auch eine minimale Auswärtskrümmung gerader Linien deutlich sichtbar ist (stürzende Linien). Das ist allerdings in der Nachbearbeitung leicht zu beheben.

Jedes Weitwinkelobjektiv, das nicht ausdrücklich als Fischauge bezeichnet wird, fällt in die Kategorie der geradlinigen Linsen. Sie ergeben ein etwas kleineres Blickfeld, manche Modelle kommen den 180° des Fischauges aber relativ nahe. Den weitesten Winkel erhältst du mit dem Samyang XP 12 mm f/ 3.5, dem Laowa 10-18 mm, oder dem Voigtlander 10 mm f/5.6.

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Auch Objektive mit noch kürzerer Brennweite sind erhältlich, diese eignen sich aber nur für Crop Sensor Kameras.

Ein Fischauge mit Brennweite x ist nicht mit einem Weitwinkelobjektiv der selben Brennweite vergleichbar. Durch die unterschiedliche Verzerrung entstehen ein etwas anderes Blickfeld und eine völlig andere Bildwirkung.

Meine Kaufempfehlung

Die folgenden Objektive sind gute Allround-Weitwinkelobjektive mit geradliniger Linse:

#3 Tilt-Shift-Objektiv

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Wenn man es nicht gerade auf diesen Effekt anlegt, kann die perspektivische Verzerrung stören… (@Skitterphoto, Pexels)

Keines der beiden bisher besprochenen Objektive ist in der Lage, das Problem der perspektivischen Verzerrung vollständig zu beheben. Dieses tritt auf, wenn zwei parallele Linien nicht direkt aus ihrer Mitte fotografiert werden. Mit einer geradlinigen Linse aufgenommen würden sie auf dem Bild zusammenlaufen. Das Tilt-Shift-Objektiv ist speziell dafür konstruiert, das zu korrigieren. Tilt-Shift-Objektive gehören nicht zwingend, aber meistens zu den Weitwinkel Objektiven.

Im Vergleich zu einem Vollformat-Sensor erfasst das Tilt-Shift-Objektiv ein wesentlich größeres Bild. Auf der Ebene parallel zum Sensor kann die Linse dann sowohl horizontal als auch vertikal verschoben werden. Dadurch kannst du zusammenlaufende Linien parallel und parallele Linien zusammenlaufend erscheinen lassen. Diesen Effekt bezeichnet man als Shift. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Neigung der Schärfeebene manuell zu kontrollieren (= Tilt).

Meine Kaufempfehlung

Tilt-Shift-Objektive sind raffiniert und deshalb auch sehr teuer. Unter professionellen Architektur- und Fine-Art-Fotografen sind sie jedoch sehr beliebt. Meine Empfehlung für ein Tilt-Shift-Objektiv ist das Canon EF TS-E 17 mm. Es ist vielseitig anwendbar und kann zusätzlich mit einem 2x Telekonverter auf 35 mm erweitert werden.

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5 Anwendungsbereiche für dein Weitwinkelobjektiv

Inzwischen hast du erfahren, wie ein Weitwinkelobjektiv funktioniert und welche Varianten es gibt. Doch in welchen Situationen solltest du es benutzen? Weitwinkelobjektive sind besonders für großformatige Aufnahmen wie in der Landschafts-, Stadt- und Architekturfotografie geeignet. Mit einem Fischaugenobjektiv hast du zwar das größte Blickfeld, wegen der extremen Verzerrung ist es aber vor allem für künstlerische Zwecke geeignet. In jedem Fall solltest du dir immer genau überlegen, wie deine Komposition aussehen soll und warum du dich in diesem Moment für ein Weitwinkel Objektiv entscheidest.

#1 Street-Fotografie

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In der Stereofotografie werden Weitwinkelobjektive gerne verwendet. (@Dimitris Vetsikas, Pixabay)

Für die Street-Fotografie ist ein Weitwinkelobjektiv oft von großem Vorteil. Es verleiht deinen Bildern eine gewisse Dramatik und Präsenz. Die Schwierigkeit daran ist allerdings, dass du damit manchmal sehr nah ans Objekt herankommen musst.

Wenn dein Bild nicht gut genug ist, bist du nicht nah genug dran.“

  • Robert Capa

Für die Street-Fotografie empfehle ich dir ein schnelles Objektiv mit einer Festbrennweite von 35 mm oder 24 mm.

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#2 Reisefotografie

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Überleg dir vor einer Reise gut, welche Ausrüstung du mitnimmst… (@C. Cagnin, Pexels)

Reisen lässt es sich natürlich am besten mit leichtem Gepäck, das heißt auch mit eingeschränkter Ausrüstung. Das bedeutet für die meisten Fotografen ein Standard-Zoomobjektiv, eventuell auch ein zusätzliches Teleobjektiv. Wenn deine Motive auf der Reise aber vor allem aus Sehenswürdigkeiten und Landschaften bestehen, empfehle ich dir zumindest ein etwas weiteres Objektiv mitzunehmen. Falls du ein Kit-Objektiv bis 24 mm besitzt, kann das schon ausreichend sein (Ein 18 mm Kit-Objektiv entspricht 28-30 mm Brennweite).

Ich selbst nehme auf Reisen tatsächlich selten ein Standard-Zoomobjektiv mit. Stattdessen entscheide ich mich für ein Weitwinkelobjektiv und ein kurzes Teleobjektiv, jeweils mit fester Brennweite.

In meinem Reisegepäck: 24 mm f/1.4, 85 mm f/1.8 und 40 mm f/2.8 (Pancake-Objektiv)

#3 Architektur- und Immobilienfotografie

In diesen Bereichen der Fotografie ist ein Weitwinkel Objektiv unbedingt notwendig. Für Innenaufnahmen empfehle ich dir sogar ein Superweitwinkelobjektiv. Blende und Verarbeitungsqualität sind hier nicht so wichtig. Stattdessen kommt es bei der Wahl deines Objektivs auf Vielseitigkeit, Schärfe und Winkel an. Tilt-Shift-Objektive haben das immer, wenn du das entsprechende Geld investieren kannst und möchtest. Sie liefern dir eine hohe Bildqualität und detaillierte Einstellungsmöglichkeiten bei minimierter Verzerrung. Bei Canon und Nikon findest du eine tolle Auswahl an Tilt-Shifts, die allerdings wirklich teuer sind. Etwas günstigere, aber trotzdem hochwertige Alternativen findest du bei Samyang.

#4 Landschaftsfotografie

Auch in der Landschaftsfotografie kannst du auf ein Weitwinkelobjektiv kaum verzichten. Wenn du – wie ich dir empfehle – ein Stativ verwendest, ist die Blende nicht entscheidend für deine Auswahl. Stattdessen solltest du dich auf Größe, Gewicht, Bildqualität und Wetterresistenz konzentrieren. Ich empfehle dir dafür das Canon EF 16-35 mm f/4.

#5 Eventfotografie und Fotojournalismus

In diesen Bereichen ist vor allem Flexibilität in deiner Ausrüstung gefragt, da du mit wechselnden Perspektiven und Lichtverhältnissen rechnen musst. Dazu gehören auf jeden Fall schnelle Weitwinkelobjektive. Die dienen dir sowohl zum Einfangen eines großen Blickfeldes, als auch bei dramatischen Nahaufnahmen. Folgende Optionen kommen hier in Frage:

Weitwinkel-Zoomobjektiv

Weitwinkel-Zoomobjektive liefern Vielseitigkeit und hohe Bildqualität, haben aber ihren Preis. Bei Canon und Sony findest du mehrere geeignete 16-35 mm f/2.8 Objektive, bei Nikon und Sigma eines mit 14-24 mm f/2.8. Leider kommst du mit Zoomobjektiven kaum unter f/2.8. Wenn du auch bei schwierigen Lichtverhältnissen bewegte Objekte fotografieren möchtest, musst du mit dem ISO um einiges hochgehen. Damit riskierst du ein stärkeres Bildrauschen.

Weitwinkelobjektive mit Festbrennweite

Aufgrund dieser Nachteile bei Zoomobjektiven empfehle ich dir eher die Weitwinkelobjektive mit fester Brennweite. Mein Tipp ist hier weiterhin das 24 mm f/1.4 Objektiv, es gibt allerdings auch andere gute Möglichkeiten. Eine davon wäre eine 35 mm f/1.4 Linse, zum Beispiel von Tamron. Falls dir diese Optionen nicht reichen, findest du bei Sigma auch ein Objektiv mit 20 mm f/1.4. Das weiteste Objektiv auf dem aktuellen Markt ist eines mit 14 mm f/1.8.

Stitching

Natürlich gibt es auch Möglichkeiten, den Effekt eines Weitwinkel Objektivs zu simulieren. Wenn du zum Beispiel ein 50 mm Standard-Objektiv verwendest, könntest du dafür eine Serie von Bildern aufnehmen und sie später zusammenfügen. Für einen 28 mm Effekt bräuchtest du etwa 6-8 Fotos, für 16 mm deutlich mehr. Für den optimalen Bearbeitungsprozess benötigst du dann ein Programm wie Photoshop oder Lightroom. Wenn du bereit bist, viel Zeit zu investieren und über ein unbewegtes Motiv verfügst, kann diese Strategie zu guten Ergebnissen führen. Ein Vorteil dieser Technik wäre tatsächlich eine wesentlich bessere Auflösung als bei einer einzelnen Aufnahme.

Dieses Verfahren des Zusammenfügens mehrerer Bilder wird „Stitching“ genannt und eignet sich auch für andere Effekte. Es kann zum Beispiel verwendet werden, um die geringe Tiefenschärfe größerer Formate zu simulieren. Das funktioniert besonders gut bei Portraits oder Produktfotos. Die Idee dazu verdanken wir Ryan Brenizer, einem Hochzeitsfotografen aus New York. Er verwendet Stitching sowohl zur Hintergrundtrennung als auch für den Weitwinkeleffekt. Sein genialer Trick blieb nicht lange unentdeckt und wird inzwischen von vielen Fotografen benutzt. Um das Stitching wirklich zu beherrschen, braucht es ein wenig Zeit und Übung – aber es lohnt sich! Wenn dich interessiert, wie du mithilfe von Stitching ein tolles Panoramafoto erzeugen kannst, sieh dir doch dieses Video an:

Fazit Weitwinkelobjektiv

Hier noch einmal zusammengefasst die wichtigsten Infos zum Thema Weitwinkel Objektiv:

  1. Ein Weitwinkelobjektiv zeichnet sich durch eine kurze Brennweite und einen weiten Blickwinkel aus.
  2. Es existiert in den Varianten Festbrennweite und Zoomobjektiv.
  3. Durch den Weitwinkeleffekt entstehen verschiedene Arten der perspektivischen Verzerrung.
  4. Man unterscheidet je nach Intensität und Verzerrung zwischen Gemäßigten und Superweitwinkelobjektiven.
  5. Weitwinkelobjektive eignen sich besonders für großformatige Aufnahmen in den verschiedenen Bereichen der Landschafts- und Stadtfotografie.
  6. Das Weitwinkel Objektiv gehört zu den Essentials der Foto-Ausrüstung, einige seiner Effekte können aber auch mit Standard-Objektiven simuliert werden.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel weiterhelfen und vor allem Lust machen, mit einem Weitwinkelobjektiv zu experimentieren. Welche Variante verwendest du am liebsten? In welcher Situation arbeitest du besonders gerne mit deinem Weitwinkel Objektiv? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Sophia
Über den Autor

Sophia ist Künstlerin, Schreiberin und Lehrerin. Sie liebt nichts mehr als Kreativität und die Schönheit der Einfachheit. So geht sie die Dinge auch etwas langsamer an. Ihr entgeht dadurch aber auch nichts (wirklich nichts) – weder eine fotografische Szene, noch irgendeine Bewegung im Team entzieht sich ihrem Blick.

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