Visual Storytelling für Einsteiger

Visual Storytelling ist ein Schlagwort, das uns vor allem im Marketingbereich immer wieder und immer häufiger begegnet. Visueller Content wird in allen Bereichen immer wichtiger. Nicht nur professionelle Fotojournalisten wollen mit ihren Aufnahmen Geschichten erzählen, auch für Blogger oder Instagramer ist diese Technik interessant. Wir zeigen, auf was es dabei ankommt.

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© Fotograf: Sasha Stories, unsplash

Visual Storytelling – was ist das eigentlich?

„Bilder sagen mehr als tausend Worte“ – diese oft zitierte Metapher ist gerade Fotografen bekannt und sie wissen darüber hinaus, dass dies auch stimmt. Mit einem gelungenen Foto lassen sich weit über den offensichtlichen Bildinhalt hinaus Informationen transportieren. Neben Emotionen, die eine solche Abbildung sehr unmittelbar hervorrufen kann, sind es je nach Kontext auch ganz individuelle Dinge, die der Betrachter hineininterpretiert.

Die Bildsprache ist in jedem Fall seit langem ein vielfältig einsetzbares Instrument um „Geschichten“ zu erzählen. Dies ist nicht nur als künstlerische Ausdrucksform interessant, sondern auch in der Werbebranche oder in anderen Bereichen von Bedeutung.

Grundlegende Begriffserklärung

Hinter dem trendigen Schlagwort „Visual Storytelling“ steckt im Grunde nichts anderes als ein Begriff, der für die vielfältigen Formen des bildhaften Erzählens steht. Charakteristisch ist dabei die Abgrenzung zu narrativen Erzählformen und Stilmitteln. Vielmehr kommen dafür unterschiedliche visuelle Elemente zum Einsatz:

  • Fotos
  • Zeichnungen
  • Grafiken
  • Videos oder ganz allgemein Bewegtbilder
  • Bildhafte Symbole

Die Liste zeigt bereits, wie unterschiedlich die Möglichkeiten beim bildhaften Erzählen (heute) sind. Insgesamt haben visuelle Ausdrucksformen seit der Einführung des Internets und den Innovationen im Bereich der heutigen Medienlandschaft sehr stark an Bedeutung gewonnen. Statt viel Zeit damit zu verbringen, uns lange Texte durchzulesen, haben wir uns an leicht zu erfassenden bildhaften Content gewöhnt.

Ein weiteres Merkmal dabei ist, dass nicht nur eine einzelne Aussage übermittelt wird, sondern durchaus eine umfassendere Geschichte. Dabei ist es sowohl mit einzelnen Bildern, als auch mit mehreren möglich, den entsprechenden Inhalt zu vermitteln. Die Story entsteht dabei beim Betrachter selbst durch den jeweiligen Kontext des Bildes oder auch zwischen mehreren davon. Dazu später mehr.

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© Fotograf: Blake Guidry, unsplash

Verschiedene Formen des Visual Storytellings

Jeder Fotograf möchte mit seinen Bildern etwas Bestimmtes aussagen. Die Aufnahmen sollen beispielsweise die Atmosphäre in einem besonderen Moment wiedergeben, einen Standpunkt ausdrücken, einen Eindruck über eine bestimmte Situation vermitteln, einfach nur Gefühle hervorrufen oder auch Fragen aufwerfen, etwa, weil sie Bekanntes in einem neuen Licht aufzeigen.

Das Storytelling kann dabei ganz unterschiedliche Formen annehmen. Dies hängt vor allem auch damit zusammen, welcher Zweck beim Erzählen der Geschichte verfolgt wird. Eine altbekannte Variante ist hier der Comic oder die frühere Form der Schaubilder. Auch hier wurden bereits Stories mithilfe von visuellen Elementen weitergetragen.

Heute ist die Technik im Bereich des Marketings und der Werbung von besonderer Bedeutung. Aussagekräftige Fotografien sind hier nicht mehr wegzudenken. Kaum ein anderes Medium ist ähnlich gut geeignet um Marketing- oder Werbebotschaften zu vermitteln. Gerade das Potenzial, Emotionen zu wecken und zu transportieren spielt dabei eine zentrale Rolle.

Die psychologische Wirkung

Bei diesem Punkt ist es notwendig, einen Blick auf die Art und Weise zu werfen, wie wir, bzw. unsere Gehirne, Informationen verarbeiten. Dabei ist vor allem der Zeitfaktor interessant. Denn das Entschlüsseln und Verarbeiten von Informationen in einem geschriebenen Kontext dauert um einiges länger, als beim Betrachten von visuellem Content.

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Das Gewicht der visuellen Wahrnehmung

Für wen ist Visual Storytelling interessant?

Wer sich mit Fotografie beschäftigt, sollte sich früher oder später auch einmal mit Visual Storytelling auseinandersetzen. In den verschiedenen Bereichen kann sich die Technik in ganz unterschiedlichen Formen und Ausprägungen zeigen.

Visual Storytelling im professionellen Journalismus

Waren früher die Aufgabengebiete unter den Text- und Bildjournalisten noch klar aufgeteilt, verschwimmen hier zunehmend die Grenzen. Vor allem im Online-Bereich wird es immer wichtiger, dass Mitarbeiter einer Redaktion beide Genres bedienen können und die verschiedenen Ausdrucksformen auch beherrschen.

Professionelle Fotojournalisten haben heute jedoch auch zunehmend mit Konkurrenz aus dem Amateurbereich zu kämpfen. Die digitale Welt macht den Einsatz ausdrucksstarker Fotos zur sinnvollen Ergänzung von Textbeiträgen schlichtweg sehr einfach – auch für private Blogbetreiber. Bilder lassen sich nicht nur auf Knopfdruck bildschirmfüllend vergrößern, die Möglichkeiten, Webinhalte mit visuellem Content zu versehen, werden immer vielfältiger. Multimediale Reportagen ermöglichen zudem verschiedene Interaktionsmöglichkeiten und binden den Leser so stärker ein. Die Ausdruckskraft und Wirkungsmacht hochwertiger Fotos hat nicht an Bedeutung verloren.

Allerdings gibt es auch Kritik an den aktuellen Entwicklungen. So besteht die Gefahr, dass Emotionen im seriösen Journalismus ein zu starkes Gewicht bekommen. Der Skandal um erfundene Reportagen beim Spiegel hat dazu beigetragen, dass die Medienbranche derzeit ein großes Vertrauensproblem hat. Auch Fotojournalisten müssen sich mit diesem Punkt auseinandersetzen und mit glaubwürdigen Arbeiten zu einer seriösen Berichterstattung beitragen.

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© Fotograf: Nicolas I., unsplash

Storytelling in den sozialen Netzwerken

Wer heute im Netz Aufmerksamkeit generieren möchte – egal ob als professioneller (Foto‑)Journalist, Blogger oder Influencer auf Instagram, kommt nicht drum herum, sich mit hochwertigem Bild-Content auseinanderzusetzen. Der Erfolg von Plattformen wie Instagram oder Snapchat und die steigende Zahl an veröffentlichten Bildinhalten zeigt, welchen Stellenwert visuelle Inhalte inzwischen haben.

Die Qualität der Fotos macht dabei den entscheidenden Unterschied. Wer beispielsweise einen Reiseblog betreibt, kann sich im Netz darüber informieren, wie hochwertige Aufnahmen gelingen können. Einer der wichtigsten Punkte – gerade für Einsteiger – ist es, sich ausreichend mit seinem Equipment vertraut zu machen. Darüber hinaus ist im Bereich Reisefotografie das Thema Authentizität ein Faktor, der den kleinen aber feinen Unterschied machen kann und die Aufnahmen von der breiten Masse abheben lässt. Nicht zuletzt sind es frei verfügbare Hilfen zu jeglichen Problemen beim Thema Fotografie, die es auch Laien ermöglichen, schnell dazuzulernen und hochwertige Ergebnisse präsentieren zu können.

Immer mehr Plattformen bieten die Möglichkeit, mehrere Bilder im Kontext miteinander zu veröffentlichen und sie so zu einer Story zusammenzufassen. Nachdem Snapchat mit seinen kurzen Videosequenzen den Anfang gemacht hatte, erweiterte auch Instagram oder Facebook sein Portfolio um diese Möglichkeit. Als Video oder Slideshow lassen sich Aufnahmen zu einer multimedialen Erzählung arrangieren.

Visual Storytelling in Fotoausstellungen

Fotografen, die planen, ihre Aufnahmen im Rahmen einer Ausstellung zu präsentieren, sollten sich ebenfalls eingehend mit diesem Thema beschäftigen. Egal, ob in einer Werkschau Fotos zu ganz unterschiedlichen Sujets gezeigt werden sollen oder die Ausstellung inhaltlich einem ganz bestimmten Schwerpunkt folgt: Eine Geschichte hält das Ganze wie ein roter Faden zusammen und verleiht eine Struktur.

Die Technik des visuellen Erzählens sorgt in diesem Fall dafür, dass der Besucher bei seinem Gang durch die Fotoschau durch die Geschichte geleitet wird. Es kann beispielsweise ein Spannungsbogen erzeugt werden oder die Bilder spiegeln einen zeitlichen Ablauf wider.

Wer die Ausstellung organisiert, muss also vielfältige Punkte im Vorfeld überlegen und in die Planung mit einfließen lassen.

  1. Am Anfang steht jeweils die Frage, welches Thema die Schau ausdrücken soll.
  2. Bei der Auswahl der Bilder gilt es nicht nur nach ästhetischen Kriterien zu entscheiden. Gegebenenfalls kommen auch Fotos infrage, die vor allem durch ihre inhaltliche Aussage für das Gesamtkonzept benötigt werden.
  3. Schließlich muss die Anordnung und Reihenfolge der Bilder mit dem geplanten Thema in Einklang gebracht werden. Dabei sind weitere Faktoren zu beachten, etwa die natürliche Laufrichtung, in der die Besucher durch die Ausstellung streifen oder die architektonischen Gegebenheiten.
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© Fotograf: Eric Park, unsplash

Visual Storytelling im Marketing

Für Marketer sind die innovativen Möglichkeiten, mit Bildern emotionale Geschichten zu erzählen, ein Geschenk des Himmels. Derzeit stehen Fotografien in Form von Stockfotos mit rund 40 Prozent neben (Info-)Grafiken (37 Prozent) oder Videos (7 Prozent) noch an erster Stelle des am häufigsten eingesetzten visuellen Contents – so die Informationen laut einer Umfrage des Infografik-Softwaredienstleisters Venngage. Investierten 2018 nur 17 Prozent der Befragten mehr als 30 Prozent ihres Budgets in visuelle Inhalte, soll diese Zahl 2019 auf 32 Prozent steigen. Für hochwertige Grafiken und Bilder wird also zunehmend mehr Geld ausgegeben.

Profis wissen dabei die Vorzüge der Social‑Media Kanäle für ihre Kampagnen zu schätzen. Sie ergänzen die Möglichkeiten der eigenen Webseite oder analoge Werbemaßnahmen in einer enormen visuellen Bandbreite. Auswertungen der einzelnen Plattformen zeigen, dass Posts mit visuellen Inhalten besser wirken. Entsprechende Tweets werden um 150 Prozent häufiger geteilt und bebilderte Facebook-Posts erzielen eine um 94 Prozent höhere Engagement-Rate.

Bilder oder Fotos im Speziellen können hier ihr Potential perfekt ausspielen: Wenn es darum geht die umkämpfte Aufmerksamkeit der Konsumenten zu erreichen, sind sie einfach ungeschlagen. Und durch das (unterhaltsame) Geschichtenerzählen lassen sich abstrakte Markenwerte oder das Image eines Unternehmens noch besser nach außen tragen.

Mit Bildern Geschichten erzählen

Ob es eine einzelne Aufnahme ist, mehrere hintereinander oder auch eine ganze Sammlung – etwa in einer Ausstellung – Fotografen haben damit ein mächtiges Werkzeug zur Hand, um dem Betrachter eine Geschichte zu erzählen.

Wie viele Bilder braucht eine Geschichte?

Zu Beginn war bereits die Rede davon, dass schon ein einzelnes Bild genügen soll, um eine Story zu transportieren. Wie ist das möglich? Hierzu genügt eigentlich ein Blick auf den traditionellen Fotojournalismus. Sicherlich kennt jeder die eine oder andere Aufnahme, die um die Welt ging und zur Ikone wurde.

Die ganze Story in einem einzigen Bild

Eine gelungene Aufnahme kann einen bestimmten Sachverhalt oder eine umfangreichere Situation zusammenfassen und auf den Punkt bringen. Ein Ablauf, der sich über einen längeren Zeitraum erstreckt wird dann komprimiert und auf seine grundlegende Substanz reduziert. Durch die Aussagekraft des Bildes wird gleichzeitig auch ein Gedankenfluss beim Betrachter angeregt.

  • Zum einen kann das Bildmotiv selbst verschiedene Assoziationen wecken. Durch die (künstlerische) Darstellung entsteht ein Blick auf eine bestimmte Situation, mit der jeder eigene Eindrücke und persönliche Erfahrungen verbindet. Es wird ein Gedankengang angestoßen, in dem sich die jeweilige Story abspielt.

Zum anderen kann das Foto selbst über einen passenden Aufbau über mehrere Bildebenen verfügen. Statt eines Fokus auf ein Hauptmotiv wird der Blick des Betrachters nacheinander auf verschiedene Details gelenkt, wodurch die Dynamik eines Erzählstrangs entsteht.

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© Fotograf: Eduardo Sánchez, unsplash

Vom statischen Foto zur lebendigen Erzählung

Ein ganz spezielles psychologisches Phänomen, das die erzählerischen Möglichkeiten beim Storytelling um eine sehr mächtige Komponente erweitert, ist die Methode des Weglassens. Diese Technik ist den meisten vermutlich eher von Filmen oder auch von Comics vertraut. Bestimmte Dinge oder Abläufe, die nicht explizit gezeigt werden, entstehen stattdessen ganz automatisch in unseren Köpfen. Das heißt, unser kreativer Geist ergänzt verschiedene Szenen im Rahmen des sichtbaren Kontextes.

Ein einfaches Beispiel verdeutlicht die Wirkungsweise des Phänomens, das auch Induktion genannt wird:

Auf dem ersten Bild ist eine Person zu sehen, die gerade aus einem Glas trinkt. Das nächste Bild zeigt das leere Glas auf einem Tisch. In unserem Gehirn entstehen zwischen den Bildern die verschiedensten Gedanken dazu. Wir gehen davon aus, dass die gezeigte Person das Glas leergetrunken und auf dem Tisch abgestellt hat.

Schließlich geht es noch weiter. Denn es können noch weitere Überlegungen dazu auftauchen:

  • Wohin ist die Person verschwunden?
  • Weshalb ist sie nicht mehr zu sehen?
  • Oder was befand sich genau in dem Glas?

Die Technik der Induktion als gestalterisches Mittel

Durch das gezielte Weglassen von (erzählerischen) Inhalten wird der Betrachter zum Komplizen des Geschehens gemacht. Es werden ganz automatisch verschiedene Assoziationen geweckt, die zwar in einem gewissen Umfang gelenkt werden können – dennoch entstehen bei jedem dabei individuell etwas andere Bilder im Kopf.

Für das Storytelling kann die Technik der Induktion für ganz unterschiedliche Dinge eingesetzt werden:

  • Das Weglassen sorgt natürlich dafür, dass man sich kurzfassen kann, nicht alle Erzählschritte müssen explizit in Bildern dargestellt werden. Die Kunst besteht darin, dabei genau das richtige Maß zu finden: Was muss gezeigt werden, was kann der Imagination des Betrachters überlassen werden?
  • Das Weglassen erzeugt Spannung. Es ist anregender, sich verschiedene Dinge selbst vorzustellen, als sie in Form eines fertigen Bildes präsentiert zu bekommen.
  • Das wiederum sorgt dafür, das Interesse des Betrachters eher halten zu können. Durch die Interaktion besteht eine engere Verbindung zum Bild.

In gewisser Weise funktioniert das „Weglassen“ als stilistisches Mittel auch bei Einzelbildern. Vor allem, wenn auf den Betrachter etwas irritierend erscheint, entsteht so der Reiz, sich näher mit dem Gezeigten auseinanderzusetzen und die Geschichte hinter dem Bild zu erschließen.

A well designed world could tell its story in silence.Hidetaka Miyazaki, japanischer Autor, Designer und Creative Direktor für Videospiele

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© Fotograf: VadimGuzhva (links), samuel (rechts), fotolia

Abstraktion als Hilfsmittel

Eine Abstraktion des Dargestellten kann ebenfalls dazu beitragen, dass eine Aufnahme verschiedene Interpretationen zulässt und der Betrachter die Möglichkeit bekommt, in seinem Kopf eine Geschichte dazu entstehen zu lassen.

Ähnlich wie das Weglassen ist dabei eine stärkere Interaktion des Betrachters gefordert, um den Sinn oder die Aussage eines Bildes erschließen zu können. Je stärker der Abstraktionsgrad ist, umso größer wird der Interpretationsspielraum. Persönliche Erfahrungen und Ideen bekommen dann ein stärkeres Gewicht.

Immer im Mittelpunkt: der Kontext

In welche Richtung die individuellen Assoziationen laufen, hängt jedoch nicht nur alleine vom Motiv und dem Abgebildeten selbst ab. Hier spielt der Kontext eine wichtige Rolle.

Ein Beispiel: Das Bild ist eine dramatische Naturaufnahme mit Wolken als Hauptmotiv. Je nachdem in welchem Kontext wir es zu sehen bekommen, tauchen ganz unterschiedliche Überlegungen und Assoziationen dazu auf:

  • Auf einem Newsbeitrag zu den Wetteraussichten zum Wochenende schließen wir bereits beim Blick auf das Bild auf ein drohendes Gewitter in den kommenden Tagen.
  • In einem Reiseprospekt wird unsere Fantasie dazu angeregt, welche exotischen Destinationen wohl hinter dem Horizont auf uns warten mögen.
  • Bei einer Ausstellung zum Thema Spiritualität erweckt die Aufnahme hingegen Assoziationen zum Himmel.
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© Fotograf: Kevin Philipson, unsplash

Das Verhältnis von Text und Bild

Die Assoziationen können zudem durch den Einsatz von Text gelenkt werden. Typische Beispiele wären Bildunterschriften, die nur wenige Wörter oder Sätze umfassen. In Ausstellungen gibt es mitunter zu einzelnen Aufnahmen umfassendere Erklärungen, etwa zur Geschichte der Entstehung.

Bereits mit einzelnen Stichworten lässt sich zu einem Bild eine eindeutigere Richtung vorgeben. Nähere Informationen machen Zusammenhänge klarer und können den Spielraum entsprechend eingrenzen, in den die Gedanken beim Betrachten eines Bildes wandern.

Statt offen zu lassen, was die Aufnahme konkret zeigen will, kann so eine unmissverständliche Aussage ausgedrückt werden.

Auch hier ist aber auch das Gegenteil möglich: Widerspricht der zugehörige Text dem, was auf dem Foto zu sehen ist, kann auch dies wiederum Irritationen hervorrufen und den Betrachter zu einer näheren Auseinandersetzung mit dem Gesehenen verleiten.

Bildwirkung heute

Im Laufe der Zeit gab es immer wieder bestimmte Trends oder auch technische Innovationen, die sich auf die Bildgestaltung und –rezeption ausgewirkt haben. Dazu zählen nicht nur Meilensteine wie etwa die Entdeckung der Fotografie an sich, der nächste Schritt der Farbfotografie oder auch die Entwicklung digitaler Bildbearbeitungsprogramme.

Ein aktuelleres Beispiel wäre die massenhafte Ausbreitung des Fotografierens im privaten Bereich durch leistungsfähige Smartphones. Damit einhergehend muss auch die Möglichkeit erwähnt werden, seine Aufnahmen über die verschiedensten Plattformen auf einfachem Wege mit der ganzen Welt zu teilen.

Als Folge werden wir heute auf Schritt und Tritt im Alltag von visuellen Inhalten begleitet. Auch diese Omnipräsenz an Bildern und ihre schiere Masse hat sich auf die Bildgestaltung ausgewirkt. Einst außergewöhnliche Ausdrucksformen haben sich abgeschliffen, das Besondere ist zur Normalität geworden.

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© Fotograf: Daniel Adesina, unsplash

Innovative Ansätze für Visual Storytelling

Es ist um einiges schwieriger geworden, mit Bildern Aufmerksamkeit zu erregen. Dennoch ist es nicht unmöglich. Um aus der beinahe unendlichen Flut an analogen und digitalen Fotografien noch herauszustechen, kann es helfen, erneut den gewohnten Blickwinkel zu ändern.

Vor allem das Thema Authentizität hat heute in Bezug auf viele fotografischen Bereiche eine wichtige Bedeutung bekommen. Eine Auseinandersetzung mit den künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten und die Suche nach unverbrauchten Darstellungsformen kann einen Beitrag dazu leisten. So können alternative Erzählformen entstehen, die die Fotografie von heute beleben und neue Wege aufzeigen.

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