Sternenhimmel fotografieren – Tipps und Kamera Einstellungen

Wer den Sternenhimmel und die Milchstrasse fotografieren will, muss sich gut vorbereiten. Neben der optimalen dunklen Location und dem Wetter gibt es entscheidende Faktoren zu beachten. Nur 4-5 Nächte im Monat bei Neumond eignen sich nämlich dafür, Sterne zu fotografieren – und auch nicht in jedem Monat. Das richtige Objektiv und das Rauschverhalten der Kamera sind zentral. Wer richtig klare und gute Bilder von Sternen fotografieren will, kann sich mit dieser Anleitung tiptop vorbereiten.

 

Sterne und Milchstrasse fotografieren Anleitung

 

 

Sterne fotografieren – Anforderungen an die Kamera und Objektiv

 

Das Rauschverhalten der Kamera spielt beim Fotografieren von Sternen und der Milchstrasse eine entscheidende Rolle. Je weniger Rauschen desto besser. Mit einer Vollformatkamera hat man deutlich mehr Chancen, einen weiteren Bildausschnitt vom Sternenhimmel zu erhalten. Natürlich kann man auch mit Kameras mit APS-C Sensor (Crop-Faktor) gute Resultate erzielen. Falls man aber eine Vollformatkamera besitzt, sollte man diese auf jeden Fall vorziehen.

 

Um einen möglichst grossen Bereich des Nachthimmels und damit viele Sterne zu fotografieren, braucht man ein Weitwinkel-Objektiv. In diesem Fall je weitwinkliger, desto besser. Zudem sollte dieses so Lichtstark wir möglich sein. Hier einige Beispiele von Objektiven, welche sich gut eigenen:

 

 

 

Bewegung der Sterne und Milchstrasse beeinflussen Belichtungszeit

 

Da man Sterne bei Nacht fotografiert, ist im optimalerweise wenig Umgebungslicht vorhanden. Damit die Sterne auf dem Bild richtig strahlen und die richtige Schärfe haben, muss lange belichtet werden. Durch die Langzeitbelichtung bleibt der Verschluss lange offen, damit bei hoher Blendenstufe (kleine Öffnung) möglichst lange Licht auf den Sensor fallen kann. Soll man also im BULB Modus 2-3 Minuten lang belichten? Nein! Fotografiert man in der Nacht die Lichter einer Stadt oder fahrende Lichter von Autos, dann können zwei Minuten durchaus Sinn machen. Beim Fotografieren von Sternen gibt es aber eine natürliche Grenze für die Belichtungszeit, da sich die Erde dreht. Mit der Erddrehung verschieben sich auch die Sterne. Ab 20-30 Sekunden Belichtung können die Sterne durch die Bewegung bereits unscharf werden und einen Schweif ziehen. Die Blende muss also so eingestellt werden, dass wir genug Schärfentiefe haben, aber gleichzeitig so weit offen sein, dass die Belichtungszeit nicht über 30 Sekunden zu liegen kommt. Die maximale Belichtungszeit für Sternenhimmel kann auf Basis der Brennweite berechnet werden:

 

 

Belichtungszeit für Sternenhimmel berechnen

 

Die Formel für die Belichtungszeit hängt davon ab, ob sie eine Kamera mit Crop-Faktor oder eine Vollformatkamera besitzen:

 

  • Crop-Sensoren: 300/Brennweite,
  • Vollformat-Kameras: 500/Brennweite

 

Stellt man die Brennweite auf 20mm ein, so ergibt sich bei einer Vollformat-Kamera eine Belichtungszeit von 500/20 = 25 Sekunden.

 

 

ISO Wert

 

Erfahrungsgemäss ist ein ISO Wert zwischen 800-1600 notwendig, damit auf dem Bild etwas zu sehen ist. Wie immer gilt aber auch hier die Regel, einen so tiefen ISO Wert wie möglich einzustellen, um möglichst wenig Rauschen im Bild zu haben. Bei einem zu hohen ISO Wert entsteht ein körniges Bild, auf welchem ab einem gewissen Mass die Sterne nicht mehr vom Rauschen unterschieden werden können.

 

 

Neumond: Nur 4 bis 5 Tage im Monat eignen sich um Sterne zu fotografieren

 

Die beste Dunkelheit gibt’s bei Neumond. Das heisst, wenn der Mond nach dem Vollmond untergeht, bis er praktisch nicht mehr sichtbar ist. Wenn der Mond nicht scheint und strahlt, dann sieht man die Sterne noch extremer in ihrer vollen Pracht. In den Sommer-Monaten Juni und Juli sieht man die Milchstrasse in Europa aufgrund des Sonnenabstands am besten.

 

Hier finden Sie einen aktuellen Mond-Kalender, mit welchem Sie die besten Tage finden: http://www.linker.ch/eigenlink/mondphase.htm

 

 

 

Die optimale Location zum Sterne fotografieren

 

Je weniger Lichtquellen in der Nähe der Kamera, desto besser. Optimale Plätze zum Fotografieren des Sternenhimmels liegen meist erhöht – auf einem Hügel oder Berg, auf welchem keine weiteren Lichtquellen vorhanden sind. Stadtnahe Locations sind meistens ungünstig, da eine Stadt mit ihren tausend Lichtern über mehrere hundert Meter hoch Licht strahlen kann. An einem stockdunklen Ort gelingen die besten Fotos ohne Störungen. In der Schweiz gibt es viele Bergen, welche sich perfekt eignen um die Milchstrasse und Sterne zu fotografieren.

 

Auf folgenden Websites kann man die Lichtstrahlung von verschiedenen Orten aus der Luft sehen, um schnell eine dunkle Location zu finden:

 

http://www.blue-marble.de/nightlights/2012

 

Milchstrasse fotografieren dunkle ort map

 

http://darksitefinder.com/maps/europe.html

 

Sternenenhimmel fotografieren dunkle Orte

 

Zudem gibt es eine App namens Sun Surveyer, mit welcher man für einen bestimmten Ort feststellen kann, wo sich die Sterne, Mond oder Sonne zu einem bestimmten Zeitpunkt befinden. Mit diesem oder anderen Tools lässt sich das Shooting gut planen und ein optimaler Zeitpunkt finden.

 

 

Tipps fürs Sterne fotografieren zusammen gefasst

 

  • Einen dunklen Ort weit weg von einer Stadt oder sonstigen starken Lichtquellen suchen
  • Wettervorhersage und Himmel beobachten
  • Eine Nacht bei Neumond wählen, damit der Mond nicht sichtbar ist und leuchtet
  • Kamera, Stativ und Selbstauslöser mitnehmen
  • Belichtungszeit berechnen anhand der Formel > nicht länger als 20-30 Sekunden, da sich die Erde dreht und die Sterne sich damit bewegen.
  • In RAW fotografieren, damit die Bilder später auf dem PC entwickelt werden können

 

 

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