Sonnensterne fotografieren | 10 tolle Tipps und Anleitung

Sonnensterne fotografieren ist nicht ganz einfach, aber lohnenswert – denn die Sonnensterne sind eine grossartige Ergänzung in deinen Landschafts-, Tier- und sogar Porträtbildern. Ein Sonnenstern ist der typische „Sonnenausbruch“, den man über einen Hügel brechen sehen kann. Die meisten Fotografen bevorzugen es, in der goldenen Stunde des Tages zu fotografieren, wenn die Sonne tief am Himmel steht und atemberaubende Bedingungen herrschen. Durch das Hinzufügen eines Sonnensterns kannst du deinem Foto die Kirsche auf das Sahnehäubchen setzen.

sonnensterne fotografieren sonnenstern im wald

Sonnensterne fotografieren (@johnwestrock, unsplash.com)

Wenn du ausserhalb der Goldenen Stunde, z. B. gegen Mittag, fotografierst, kann ein gut platzierter Sonnenstern deine übliche Aufnahme in etwas viel Interessanteres verwandeln! Solch ein Werkzeug solltest du jedoch nur in Massen benutzen und nur dann anwenden, wenn du es auch brauchst, anstatt es zur Gewohnheit zu machen. In manchen Szenen kann es ansonsten sehr schnell überwältigend wirken.

Hier ist eine Liste von 10 Dingen, die du beachten musst, wenn du mit deiner Kamera Sonnensterne in der Landschaft fotografieren möchtest:

1. Wähle die richtige Blende

Der wichtigste Faktor beim Sonnensterne fotografieren ist die Wahl der richtigen Blendenöffnung; im Allgemeinen ist kleiner hier besser. Hier ist es wichtig, eine Kamera zu haben, mit der du die Blende manuell einstellen kannst. Ein Wert um f/16 – f/22 herum ist perfekt, um grosse, scharf aussehende Sterne zu erzeugen. Ich persönlich finde f/16 eine gute Balance zwischen Tiefenschärfe, Bildschärfe und Sonnensterngrösse. Kleinere Öffnungen lassen auch weniger Licht herein und verlängern die Verschlusszeit. Verwende daher ein Stativ, um Verwacklungen zu vermeiden. Halte auch deinen ISO-Wert schön niedrig (ich empfehle dir 100), um die maximale Bildqualität und so wenig Rauschen wie möglich zu erhalten.

Dieser Vergleich zeigt f/10 und f/13, bei ähnlichen Brennweiten, auf dem gleichen Objektiv:

sonnensterne fotografieren f10 blende

Blende mit f/10 (@emotivephotography, unsplash.com)

sonnensterne fotografieren f13 blende

Blende mit f/13 (@debrupas, unsplash.com)

Während es im oberen Bild einen eher ausgefüllten Sonnenstern gibt, kann man erkennen, wie der Stern bei der etwas kleineren Blende von f/13 viel ausgeprägter ist. Siehst du die gelben Flecken auf dem Bild? Das ist Lens Flare. Ein gutes Gestaltungselement, wenn man es mag. Manchmal taucht dieser Effekt beim Sonnensterne fotografieren aber auch ungewollt auf. Lies hier nacht, wie du Lens Flare gestalterisch einsetzen oder entfernen kannst.

2. Lamellen haben Einfluss auf Sternform

Das Objektiv, mit dem du Sonnensterne fotografierst, wird das Aussehen deiner Sonne stark beeinflussen; leider neigen nur die teureren Objektive dazu, srichtig scharfe und besser aussehende Sterne zu erzeugen. Allerdings sind nicht alle Objektive gleichermassen geschaffen. Sonnensterne werden dadurch verursacht, dass das Licht durch die kleine Öffnung hindurchtritt und über die Blendenlamellen im Inneren der Linse gebeugt (ausgebreitet) wird. Die Anzahl der Blendenlamellen in deinem Objektiv bestimmt die Anzahl der Punkte auf deinem Stern. Je gerader die Kanten der Klingen sind, desto schärfer werden die Sterne erscheinen. Es lohnt sich also, mit allen deinen Objektiven zu experimentieren. Weitwinkelobjektive werden für diese Art der Fotografie am meisten benutzt.

Sonnensterne fotografieren Einfluss der Blendenlamellen

Die Anzahl der Blendenlamellen in deinem Objektiv bestimmt die Anzahl der Punkte auf deinem Stern

3. Kreative Positionierung

Den schönsten Effekt beim Sonnensterne fotografieren kannst du erzielen, wenn du die Sonne an einem Ort positionierst, an welchem sie hinter einem anderen Element etwas hervor schaut. Dies kann der Rand eines Baumes sein, durch einen Spalt im Laubdach oder über einem entfernten Gipfel. Natürlich kann es auch gut funktionieren, wenn du die Sonne in der Mitte des Himmels positionierst. Die Magie passiert aber erst dann, wenn du dich mit der Kamera bewegst und den Sweet Spot findest, an dem die Sonne teilweise durch ein Objekt behindert wird.

4. Halte dein Objektiv sauber

Wenn du in gegen die Sonne fotografierst, wirst du wahrscheinlich feststellen, wie dreckig eigentlich deine Linse ist. Der Staub und Schmutz wird von hinten beleuchtet, so dass dieser auf dem Bild als viele unscharfe, helle Punkte erscheint. Anstatt also Hunderte von Punkten in der Nachbearbeitung mühsam zu entfernen, kannst du auch einfach schnell dein Objektiv abwischen. Das gilt auch für Filter! Wenn alles sauber ist, bekommst du scharfe Sternenlinien und ein sauberes, punktfreies Bild.

sonnensterne fotografieren alte farm

(@timothyeberly, unsplash.com)

5. Live View könnte deine Augen retten!

Verwende beim Sonnensterne fotografieren immer den Live View – der Hauptgrund dafür ist deine Sicherheit. Es ist viel besser, die Sonne durch den Bildschirm zu betrachten, als direkt durch den Sucher. Besonders wenn die Sonne stark ist und hoch am Himmel steht. Ein weiterer Vorteil ist, dass du die Form des Sonnensterns durch Drücken der Vorschau-Taste für die Tiefenschärfe leichter visualisieren kannst. Ausserdem kannst du die Position der Kamera leicht anpassen, um den besten Effekt zu erzielen.

6. Graue Sonnensterne? Falsch belichtet. 

Wenn du deine Kamera auf das Hellste Objekt am Himmel richtest, wird dies definitiv zu einigen Belichtungsproblemen führen. Für diese Art von Bilder neige ich immer dazu, die Szene mehr als normal zu belichten, um einige der Highlights in unmittelbarer Nähe der Sonne festzuhalten. Die Sonne sollte immer weiss erscheinen, niemals grau! Du solltest das Bild nicht zu sehr unterbelichten, da die Sonne sonst grau wird und es wirklich schlimm aussehen wird. Du möchtest nur einen kleinen weissen Punkt in der Mitte deines Sonnensterns und nichts weiter. In einigen Fällen wird dies den Rest deines Bildes ziemlich unterbelichtet aussehen lassen, weswegen du in der Nachbearbeitung die Schatten in deinen Aufnahmen erhöhen solltest.

7. Zeit und Wetter zum Sonnensterne fotografieren

Wie bei jeder Art von Fotografie kommt es extrem auf die Tageszeit an. Versuche, morgens oder abends zu fotografieren, um Sonnenstrahlen während der goldenen Stunde einzufangen.

Es wird ziemlich schwierig sein einen Sonnenstern zu fotografieren, wenn es zu bewölkt oder trüb ist. Versuche also, an einem klaren Tag mit minimalen Wolken zu schiessen. Da deine Blende geschlossen ist, wird dein Bild höchstwahrscheinlich dunkel sein. Du solltest dir überlegen, vielleicht einen Blitz zu verwenden, um die umliegenden Motive zu beleuchten. Ansonsten ist die Sonne zwar hell, alles rundherum aber schwarz.

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Sonnensterne fotografieren: Schönes Wetter ist eine Voraussetzung. (@rutzsepp, unsplash.com)

8. Verwende Apps und Tools

Unsere Fotoausrüstung

Du fragst dich mit welcher Ausrüstung wir fotografieren? Hier findest du unser Equipment.

Ausrüstung anzeigen

Plane deinen Standort im Voraus! Ein geschicktes Werkzeug für Fotografien ist die Sun Surveyor App – welche du auch in der Liste der wichtigsten Apps für Fotografen findest. Sie kann dir genau sagen, wo sich die Sonne an einer bestimmten Stelle am Himmel, einer bestimmten Tageszeit oder einem bestimmten Ort auf der Welt befindet, bevor du dort ankommst!

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9. Optimale Brennweite für Sonnensterne

Die Brennweite steht nicht in direktem Zusammenhang mit der Grösse der Sonnensterne, die du erzeugen kannst. Wenn du von einem Weitwinkelobjektiv zu einem Teleobjektiv wechselst, kannst du die Grösse der Sonnensterne beeinflussen. Das ist aber eher eine Funktion, um dem Motiv „näher“ zu kommen, als wirklich ein Effekt, der durch das Objektiv selbst erzeugt wird. Natürlich eignen sich gewisse Objektive besser, um schönere Sterneffekte zu erzeugen.

Einige Objektive erzeugen sogar unabhängig von der Brennweite überhaupt keine scharfen Sterne. Bei einem Zoomobjektiv kannst du die Grösse der Sonnensterne durch Vergrössern oder Verkleinern ändern, aber die relative Grösse und Form sollte sich nicht drastisch ändern, da du Licht durch die gleiche Öffnung sendest. Du kannst die Sonnensterne vergrössern, indem du heranzoomst oder näher rangehst. In einigen Bildern kannst du sie jedoch nicht vergrössern, ohne etwas an der Blende zu ändern.

10. Lichtqualität bei Aufnahmen von Sonnensternen

Wie bei allen Aspekten der Fotografie hat die Lichtqualität einen Einfluss auf dein Bild. Kennst du dich mit den verschiedenen Lichtarten aus? Falls nicht, wirf einen Blick auf diesen tollen Artiel zu den verschiedenen Lichtarten und wir du sie nutzen kannst.

Sonnensterne fotografieren bildet da keine Ausnahme. Dunst, Nebel, Rauch usw. können dazu beitragen, die Schärfe des Effekts zu reduzieren. Auch die relative Grösse und Helligkeit der Lichtquelle wirkt sich aus. Kleiner und heller funktioniert am besten. Die Verdunkelung des Lichts wird entweder den Sonnensterneffekt verstärken oder brechen. Sei darauf vorbereitet, deine Kamera neu zu positionieren, um den besten Winkel für den Effekt aufzunehmen.

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(@debrupas, unsplash.com)

Extra: So bekämpfst du Streulicht bei deinen Sonnenstern-Aufnahmen

Du hast die perfekte Komposition gefunden, die Blende gewählt, in der die Sonnensterne grossartig aussehen, und dann machst du die Aufnahme. Bei der Betrachtung des Bildes findest du jedoch grosse, hellfarbige Flecken an gegenüberliegenden Stellen des Bildes (siehe oberes Bild). Das nennt man Linsenreflexion oder eben Lens Flare. Entweder man liebt diese Flecken, oder man hasst sie. In einigen Fällen, wie z. B. in Hollywood-Filmen, hast du sie vielleicht gesehen und sie sind gelegentlich sehr effektvoll. In schönen Standbildern ist es jedoch meist ein unerwünschtes Nebenprodukt beim Fotografieren in Richtung der Sonne. Selbst mit einer sauberen Linse tritt die Linsenreflexion immer noch auf, da die Sonne in einem bestimmten Winkel auf die Linse scheint.

Eine Möglichkeit, die Reflexionen im Objektiv zu stoppen besteht darin, deine Kamera für die nächste Aufnahme neu zu positionieren, damit deine Kamera über das Licht schaut und die „reflektierende“ Zone sich nicht im Bild befindet. Dies ist jedoch nicht immer möglich, und deine Komposition kann dadurch ihren ganzen Reiz verlieren.

Eine zweite Möglichkeit wäre, zwei Fotos mit einer besonderen Technik zu kombinieren: In diesem Fall machst du ein zusätzliches Bild, aber diesmal hältst du einen Finger vor dein Objektiv, der die Sonne bedeckt und machst das zweite Bild. Überraschenderweise verschwindet das Streulicht der Linse. Nun verarbeitest du diese beiden Bilder. Lade beide Bilder als Ebenen in Photoshop – in diesem Fall ist das „Fingerfoto“ die Ebene darüber und du musst nun den Bereich, in dem sich der Sonnenstern der Ebene darunter befindet, maskieren/entfernen. Zum Schluss erhältst du ein Bild ohne Streulicht, aber mit einem schönen Sonnenstern.

Hast du selbst schon Sonnensterne fotografiert? Wir sind gespannt auf deine Erfahrungen und Tipps oder Fragen.

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