Porträtfotografie: Studio- vs. Außenaufnahme – Der ultimative Praxisvergleich

Vor einem Porträtshooting stellt sich zu Beginn meist die Frage: besser im Studio fotografieren oder raus in die Natur? Je nachdem, welchen Charakter das Ergebnis am Ende aufweisen soll, ist entweder das eine oder das andere besser geeignet. Beide Locations weisen ihre ganz eigenen Herausforderungen auf. Wir haben die zwei Möglichkeiten gegenübergestellt und zeigen, worauf es jeweils ankommt.

porträtfotografie innen aussen

Bild: Fotolia, © amixstudio

 

Das Fotografieren von Menschen gehört zu den ältesten Genres in der Geschichte der Fotografie. Zu Beginn konnten aufgrund der Brennweite der ersten Linsen nur Ganzkörperaufnahmen aufgenommen werden. Mit der heutigen Technik hingegen stehen der Kreativität eigentlich kaum noch Beschränkungen entgegen. Dennoch unterscheiden sich die Möglichkeiten beim Knipsen von Porträtfotos im Studio und im Freien zum Teil erheblich. Beide Verfahren haben ihren ganz eigenen Charme und verschiedene Besonderheiten, die wir hier vorstellen und vergleichen.

1) Allgemeine Tipps zum Einstieg

Bei einer Porträtaufnahme wird meist mit einem relativ kurzen Abstand fotografiert. Der Mensch steht im Mittelpunkt und wird entweder vollständig abgebildet oder meist auch angeschnitten, wobei zunehmend das Gesicht in den Fokus rückt.

 

Im Laufe der Zeit sind eigene Objektive entwickelt worden, die sich besonders für die Porträtfotografie eignen. Diese weisen eine besonders hohe Schärfentiefe auf und besitzen in der Regel bereits eine große Anfangsblende. Zudem liegt die Brennweite etwa im Bereich zwischen 80 und 135 mm. Dadurch kann näher an das Fotomodell herangetreten werden.

 

Durch die speziellen Objektive ist es einfacher, das Motiv von seiner Umgebung durch den Bokeh‑Effekt abzuheben. Dabei wird der Hintergrund unscharf abgebildet, was die Aufmerksamkeit stärker auf die Person im Vordergrund lenkt. Licht- oder Glanzpunkte im Hintergrund verschwimmen dabei charakteristisch zu unscharfen, sich überlagernden Sprenkeln. Der Einsatz des Bokeh-Effekts ist bei der Porträtfotografie weit verbreitet. Mit etwas Übung und Ausprobieren kann dies jedoch auch mit anderen Objektiven gelingen.

porträtfotografie bokeh

Bild: Unsplash, © Eder Oliveira

2) Worauf es beim Porträt ankommt

Die ersten Fotografien erinnerten stilistisch an Gemälde. Ebenfalls aufgrund der technischen Voraussetzungen damals wurden sie zunächst nur in Innenräumen oder den Ateliers der Fotografen angefertigt. Vor allem die langen Belichtungszeiten machten es notwendig, dass das jeweilige Modell lange stillhalten musste. Seitdem hat sich die Geschichte der Porträtfotografie jedoch rasant weiterentwickelt:

 

 

Stilistisch sind die Fotografien heute oftmals viel lebendiger und dynamischer geworden. Früher wurden die besten Kleider aufgetragen und eine ganz bestimmte Pose eingenommen. Heute sind Porträts auch oft eine Momentaufnahme. Durch das Foto soll einerseits der Charakter einer Person eingefangen werden. Dies kann durch eine gezielte Inszenierung geschehen oder auch durch das Knipsen im richtigen Moment, wenn eine besondere Stimmung herrscht.

Andererseits kann auch die Umgebung oder das bewusste Arrangieren der Person in einem Kontext die Bildaussage beeinflussen. Vor allem bei Außenaufnahmen spielt deshalb der Ort des Geschehens eine wichtige Rolle.

3) Die richtige Vorbereitung

Bevor es losgeht, solltest du dir ein paar Gedanken darüber machen, wie das Ergebnis am Ende aussehen soll. Einsteiger werden zumeist Freunde oder Verwandte als Fotomodell auswählen, geübtere Fotografen wählen dagegen oft gezielt Personen als Modell aus, die zu einer ganz bestimmten Bildidee passen.

 

Wer sich vorher einen Plan zurechtlegt und genaue Vorstellungen davon hat, welche Wirkung das Bild ausstrahlen soll, hat es beim Fotografieren dann später leichter. Auch berühmte Profifotografen wie beispielsweise Peter Lindbergh sammeln Inspirationen zu einer bestimmten Idee um schrittweise ein bestimmtes Konzept zu entwickeln. Ein Moodboard kann dann dabei helfen, eine Bildidee zu visualisieren und dient als Gesprächsgrundlage beim Austausch mit dem Modell oder verschiedenen Helfern. Dabei können andere Fotografien als Vorlage dienen oder auch Abbildungen gesammelt werden, welche ein besonderes Lichtkonzept oder eine ganz spezielle Farbgebung wiedergeben.

4) Das Porträtshooting im Studio

Aus dem Sammelsurium an Inspirationen kann dann das konkrete Konzept herausgearbeitet werden. Daraus lassen sich dann weitere Punkte wie zum Beispiel das geeignete Format oder auch die notwendige Ausrüstung ableiten.

 

Als erstes nehmen wir die Porträtfotografie im Studio näher unter die Lupe. Im abgeschlossenen Raum lassen sich einige Punkte oftmals besser steuern und beeinflussen. Dafür fehlt den Aufnahmen jedoch manchmal der natürliche Charme, der durch das Fotografieren im Freien erzeugt werden kann. Auch ohne große Investitionen ist es am Anfang möglich, einen Raum entsprechend umzurüsten, so dass er als Studio genutzt werden kann.

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Bild: Fotolia, © Gabriele Rohde

5) Die Vorteile des Studios

Das Schwierigste beim Fotografieren im Studio erweist sich meist auch als der größte Vorteil: Durch das Fehlen von natürlichem Licht muss selbst für die passende Beleuchtung gesorgt werden. Dabei bleibt ihr aber gleichzeitig von plötzlich auftauchenden Wolken, welche die Sonne verdecken oder störenden Spiegelungen und Lichtreflexen verschont.

 

Gerade für Anfänger spielt der Zeitfaktor eine wichtige Rolle. Im Studio kann der perfekte Moment nicht verpasst werden, wenn etwa der Sonnenuntergang die schönsten Farben erreicht hat oder die Sonne vorteilhaft zwischen den Bäumen hervorblitzt. Es kann in aller Ruhe die beste Einstellung gewählt oder durch schrittweise Veränderungen bei der Beleuchtung auf das gewünschte Endergebnis hinzugearbeitet werden. Ohne Druck ist es hier möglich, verschiedene neue Dinge auszuprobieren und grundlegende Erfahrungen zu sammeln.

6) Die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände

Zu den wichtigsten Gerätschaften zählen im Studio deshalb neben der Kamera die verschiedenen Lichtquellen. Grundsätzlich wird zwischen zwei unterschiedlichen Beleuchtungskörpern unterschieden:

 

  • Die Dauerbeleuchtung: Das Dauerlicht sorgt für eine gleichmäßige Grundbeleuchtung des Raumes. Je nach Ausführung ist es hier auch möglich, die Lichtrichtung gezielt einzustellen. Die Strahler können auf ein Stativ montiert und somit genau ausgerichtet werden. Zubehör wie Streuschirme, Softboxen oder Reflektoren ergänzen die Lichtquelle. Wichtig ist zudem, auf die Farbtemperatur der Lampe zu achten. Allerdings können hier mit Hilfe des Weißabgleichs noch Anpassungen vorgenommen werden.
  • Das Blitzlicht: Um Highlights zu schaffen kann ein Studioblitzlicht als Ergänzung zum Fotoblitz gute Dienste leisten. Auch die Blitzlampen können mit Softboxen ausgerüstet werden, was wiederum andere Effekte ergibt. Ein Synchronkabel oder Fernauslöser sorgt dafür, dass das Licht parallel mit der Kamera betätigt wird.

 

Schließlich wäre noch der Bildhintergrund zu erwähnen. Eine saubere Wandfläche ist für den Anfang möglicherweise bereits ausreichend. Auch ein Tuch oder eine Papierbahn sind dafür geeignet.

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Bild: Fotolia, © amixstudio

7) Fotostudio selbst gemacht

Gerade am Anfang ist es nicht möglich, sich ein komplettes Studio mit professionellem Equipment auf einmal zuzulegen. Dennoch kann mit ein paar Tricks zuhause ein Raum zu einem Fotostudio umfunktioniert werden.

 

Ein großes Leintuch, das an der Decke aufgehängt wird und bis zum Boden reicht, oder auch eine frisch gestrichene Wand sind fürs Erste ein guter Einstieg. Nach und nach kann beispielsweise in verschiedenfarbige Hintergründe investiert werden. Auch schwarze Papier- oder Stoffbahnen zum Abdunkeln sind sehr hilfreich.

 

Viele Fotografen haben sich zur Beleuchtung am Anfang mit einem Baustrahler bedient. Dieser ist sehr lichtstark, wird durch die speziellen Leuchtmittel jedoch auch sehr heiß. Tücher oder Schirme zum Erzeugen von diffuserem Licht müssen hier mit ausreichend Abstand angebracht werden. Statt eines teuren Reflektors können auch weiße Papptafeln oder Styroporplatten benutzt werden. Mit Alufolie bezogen wird der reflektierende Effekt noch verstärkt.

8) Stylingtipps fürs Studio

Gerade im Studio liegt der Fokus ohne große Ablenkung direkt auf der Person. Die Aufmachung des Modells mit der passenden Kleidung oder Make-Up sollte deshalb besonders berücksichtigt werden. Passt die Farbe der Kleidung zum Hintergrund? Welche Accessoires können die Bildaussage noch mehr hervorheben? Treten bei der Kleidung störende Falten auf, die unerwünschte Schatten hervorrufen?

 

Der Fokus liegt zudem auch ganz uneingeschränkt auf dem Gesicht. Durch die gezielte Beleuchtung werden dabei viele Details sichtbar, die sonst eher unentdeckt bleiben. Mit verschiedenen Stylingprodukten und Make-Up ist es möglich, Unebenheiten oder Fältchen zu kaschieren oder auch gezielte Highlights mit

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Bild: Unsplash, © freestocks.org

reflektierenden Pigmenten zu setzen. Das richtige Schminken sollte deshalb als wichtiger Teil bei der Konzeptplanung berücksichtigt werden.

9) Troubleshooting bei Innenaufnahmen

Für verschiedene Herausforderungen, die das Fotografieren im Studio mit Menschen mit sich bringt haben wir ein paar Tipps zusammengetragen:

 

  • Das Porträt wirkt unnatürlich: Eine zu starke Beleuchtung oder eine kalte Lichtfarbe kann die Hautfarbe unnatürlich erscheinen lassen. Auch das Fehlen eines natürlichen Umfeldes lässt das Modell manchmal etwas steif wirken. Abhilfe: Beleuchtung dimmen oder weiter entfernen, Softboxen nutzen und natürliche Highlights durch Reflektoren erzeugen. Passende Accessoires können einen gewissen Kontext vorgaukeln.
  • Das Shooting zieht sich in die Länge: Wer noch nicht so geübt ist, sollte sich zu Beginn auf zwei, drei wenige Aufbauten oder Positionen beschränken. Je besser das Konzept vorher durchgesprochen und abgestimmt wird, umso schneller kann die Bildidee dann in die Realität umgesetzt werden.
  • Umgang mit beengtem Platz: Sinnvoll ist es trotz umfangreichen Equipments, mehrerer Strahler und diversen Aufbauten Ordnung zu halten. Mit dem Fernauslöser statt dem Synchronkabel kann beispielsweise eine Stolperfalle vermieden werden. Mehr Bewegungsfreiheit bedeutet auch mehr Spielraum beim Fotografieren.

10) Gestalterische Möglichkeiten

Beim Shooting im Studio ist es möglich, die Aufnahmen mit der Wahl eines günstigen Hintergrundes im Anschluss mit wenig Aufwand freizustellen und zu isolieren. Die Porträtbilder können dann beispielsweise durch Fotomontage in andere Szenen und inhaltliche Kontexte gebracht werden.

 

Vor allem durch die Beleuchtung kann einem Foto ein ganz eigener Charakter verliehen werden. Gezieltes Hervorheben oder auch völliges Ausblenden verschiedener Partien und Bereiche sind hier machbar und erlauben einen riesigen kreativen Spielraum.

 

Die beiden Begriffe High Key und Low Key können in diesem Zusammenhang ebenfalls ins Spiel gebracht werden. Eine gezielte Überbelichtung mit vielen hellen Tönen und einem entsprechend hellen Hintergrund (High Key) führt zu sehr „cleanen“ Aufnahmen und einer abstrakten oder gar verfremdeten Wirkung.

 

Beim dunklen Pendant dazu (Low Key) werden durch Unterbelichtung große Kontraste erzielt. Hartes Licht, prägnante Schatten oder bewusst ausgeblendete Bereiche sorgen für eine mystische, geheimnisvolle oder dramatische Szene.

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Bilder: links: Fotolia © matusciac, rechts: Unsplash © Blake Connally

11) Das Porträtshooting im Freien

Beim Knipsen draußen bestehen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten bei der Wahl einer Location oder auch den Beleuchtungssituationen der unterschiedlichen Tageszeiten und verschiedenen Wetterverhältnissen. Dafür lassen sich gerade diese äußeren Umstände oftmals nur schwer kontrollieren. Verschiedene Suchseiten im Internet helfen dabei, eine geeignete Location für sein Vorhaben zu finden.

12) Die Vorteile beim Fotografieren draußen

Nichts lässt ein Modell schöner aussehen, als natürliches Sonnenlicht. Meist ist gerade für die Grundbeleuchtung ausreichend Licht vorhanden. Allerdings bieten auch die speziellen Lichtverhältnisse bei Tagesanbruch oder zum Sonnenuntergang eine ganz besondere Stimmung, die durch künstliches Licht nur schwer zu erzeugen ist.

 

Darüber hinaus sind die Platzverhältnisse im Freien zumeist nicht so beengt wie in einem Studio. Je nach Location bleibt dann mehr Platz um verschiedene Perspektiven auszuprobieren und seine Position leichter zu verändern.

 

Was auf den ersten Blick vielleicht zunächst als Nachteil erscheint, kann mit etwas Übung und Geschick auch zu einem Vorteil werden: Unvorhergesehene Situationen oder ein gewisses Überraschungsmoment sorgen oftmals für tolle Effekte oder außergewöhnliche Ergebnisse und das gewisse Etwas bei einer Aufnahme.

Die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände für unterwegs

Auch hier lohnt es sich, vorher genau zu planen, denn wenn das Konzept steht, können unnötige Ausrüstungsgegenstände direkt zuhause gelassen werden. Für das Shooting unterwegs gilt ohnehin: Je weniger getragen werden muss, umso besser. Die folgenden Dinge sollten jedoch nicht vergessen werden oder fallen in der kompakten Variante nicht so schwer ins Gewicht:

 

  • Es genügt meist sich auf zwei passende Objektive zu beschränken. Eine 35er Festbrennweite bietet eine gute Lichtstärke und viele Möglichkeiten.
  • Ausreichend Batterien, Akkus und Speicherkarten oder Ersatzfilme dürfen niemals fehlen. Davon dürfen gerne auch etwas mehr mitgenommen werden. In einer guten Fototasche findet sich dafür immer noch ein kleines Plätzchen zum Verstauen.
  • Ein Faltreflektor, vielleicht auch mit verschiedenfarbigen Oberflächen (weiß, silber, gold, schwarz), ist auch für Einsteiger erschwinglich, wiegt nicht viel und leistet einfach gute Dienste beim Steuern des Lichts.
  • Proviant sollte auch nicht vergessen werden. Meist dauert das Shooting länger als gedacht und ein kleiner Snack sorgt dann immer für gute Stimmung am Set.

 

Ein zusätzlicher Helfer ist beim Shooting im Freien nie verkehrt. Da auf Stative meist verzichtet wird, fallen ständig verschiedene Aufgaben an, die von einer weiteren

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Bild: Unsplash, © William

Person übernommen werden können.

13) Tipps zur Logistik

Wer viel draußen unterwegs ist, sollte in eine hochwertige, gut gepolsterte Fototasche investieren. Auch ein spezieller Kamerarucksack ist eine gute Lösung. Er bietet noch etwas mehr Stauraum, er sitzt sicher auf dem Rücken, falls mal im Gelände etwas geklettert werden muss und meist kann auch noch das Stativ daran befestigt werden.

 

Gerade beim Tragen des Equipments sind zusätzliche Helfer unverzichtbar. Denn die Modelle haben in der Regel selbst genug zu schleppen mit ihrem Outfit, Accessoires und den Stylingprodukten.

 

Es ist oft sinnvoll, die Location vorher schon genau auszukundschaften. Dann sind die besten Ecken bereits bekannt und vor Ort muss nicht mehr lang überlegt werden wo es genau hingeht. Denn auch bei einem Szenewechsel am Set muss das Equipment jedes Mal mit „umgezogen“ werden, was zusätzlich Zeit kostet.

14) Stylingtipps für draußen

Auch beim Outdoorshooting sollte auf die Mitnahme von etwas Make-Up, Puder und Co. nicht verzichtet werden. Gerade bei warmen Temperaturen ist es zwischendrin öfters notwendig, nachzuschminken oder abzupudern, um unerwünschte Glanzstellen auf der Haut zu vermeiden.

 

Zudem ist es sinnvoll, draußen verschiedene Outfits zur Auswahl zu haben. So kann die Farbe der Kleidung etwa optimal auf die vorhandene Umgebung abgestimmt werden. Auch bei guter Planung und Vorbereitung kann sich die Lichtstimmung oder die Wetterverhältnisse vor Ort verändern und dann passt das blaue Shirt plötzlich doch nicht mehr so gut zu den rotbraunen Herbstblättern im Hintergrund.

15) Herausforderungen meistern

Bevor es losgeht auf den Wetterbericht zu achten, ist immer eine gute Idee. Doch auch wenn Sonnenschein angekündigt ist, sollte ein Regenschutz immer mit dabei sein. Für das Equipment und für euch und das Modell. Mit ein paar zusätzlichen Hilfsmitteln können zudem verschiedene Herausforderungen gemeistert werden:

 

  • Klebeband, Schnur oder Draht: Damit können Kleider in Form gebracht, Haare zur Seite gebunden oder auch ein störender Ast aus dem Bild gezogen werden.
  • Unempfindliche Kleidung: Dann macht es nichts aus, wenn auch mal am Boden im Dreck gekniet oder gelegen wird beim Knipsen. Ein Sitzkissen oder eine Isomatte leisten hier ebenfalls gute Dienste.
  • Flexibel sein: Im Freien ist es wichtig auf unvorhergesehene Situationen reagieren zu können. Sie bieten aber gleichzeitig auch tolle neue Möglichkeiten für spontane Änderungen und neue Inspirationen. Auch wenn das Wetter nicht wie gewünscht mitspielt, kann das Shooting durch kleine Planänderungen noch erfolgreich sein, wenn auf die tatsächlichen Gegebenheiten eingegangen werden kann. Dann ist die Mühe nicht ganz umsonst, auch wenn ein ganz anderes Ergebnis dabei herauskommt als ursprünglich vorgesehen.

16) Kreative Möglichkeiten

Im Freien bieten sich für das Modell meist viel mehr Möglichkeiten zur Interaktion mit der Umgebung. Der Kontext kann hier ganz gezielt mit in die Bildwirkung mit einbezogen werden. Gerade hierbei ist der kommunikative Austausch mit dem Model sehr wichtig. Diese wissen in der Regel sehr genau, wie sie am besten zur Geltung kommen, oder haben eigene Ideen, die das Shooting bereichern und auf den richtigen Weg bringen können.

 

  • Zwischendrin sollte sich immer wieder die Zeit genommen werden, um die bisherigen Ergebnisse in etwas größerer Auflösung zu betrachten. Dann können gezielt Verbesserungen, etwa beim Bildausschnitt oder beim Posen vorgenommen werden. Ungewöhnliche Perspektiven, ein kreativer Umgang mit Licht und Schatten, die Nutzung vorhandener Objekte als Accessoires – im Freien sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

 

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Bilder: links: Unsplash © Kimson Doan, rechts: Unsplash © Alex Iby

17) Fazit

Beide Formen haben ihren ganz speziellen Reiz und stellen den Fotografen vor unterschiedliche Herausforderungen. Gleichzeitig bieten sich aber auch vielfältige kreative Möglichkeiten und vor allem unterschiedliche Lernprozesse und Potentiale sich weiterzuentwickeln und neues zu lernen.

18) Drinnen oder Draußen?

Welche Location schlussendlich gewählt wird, hängt zum größten Teil vom gewünschten Ergebnis und dem jeweiligen Bildkonzept ab. Für Anfänger ist das Arbeiten in einem abgeschlossenen Raum möglicherweise sinnvoller, da dort die einzelnen Einflussfaktoren besser gesteuert werden können. Dort ist es möglich in Ruhe und ohne Zeitdruck verschiedene Einstellungen zu testen und die Auswirkungen selbst kleiner Veränderungen beim Aufbau kennen- und einsetzen zu lernen.

 

Andererseits wird beim Knipsen im Freien gezielter die Wahrnehmung geschult. Hier ist das genaue Achten auf die Umgebung und der kreative Umgang mit den jeweiligen Gegebenheiten das A und O. Nach und nach kann hier Routine entwickelt werden im Umgang mit der Kamera und den besten Einstellungen.

19) Übung macht den Meister

Zum Schluss bleibt nur der Tipp, soviel auszuprobieren wie möglich. Nur beim Fotografieren selbst können wichtige Erfahrungen gesammelt werden. Fehler bleiben dabei nicht aus. Die genaue Betrachtung und Analyse der Ergebnisse im Anschluss ist dabei enorm wichtig. Dabei fallen meist erst die kleinen Details auf, die störend wirken. Beim nächsten Mal kann es dann besser gemacht werden. Manchmal werden dabei auch erst bestimmte Effekte entdeckt, die eher zufällig entstanden sind. Auch diese können bei einem anderen Shooting dann gezielt wiederholt werden.

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