Pferdefotografie – Der komplette Ratgeber mit 15 Tipps

Die Pferdefotografie ist eine absolute Leidenschaftsdisziplin – aus gutem Grund! Pferde sind eines der elegantesten, anmutigsten und majestätischsten Motive, die du als Fotograf*in vor die Kamera bekommen kannst. Um diesen wunderbaren Tieren gerecht zu werden und mit deinen Bildern am Ende wirklich zufrieden zu sein, solltest du einige Faktoren berücksichtigen. Doch keine Sorge! In diesem Artikel verrate ich dir alles, was du über die Pferdefotografie wissen musst und mit welchen Geheimtipps du zum Pferdeflüsterer wirst!

Pferdefotografie Ratgeber und Tipps

Pferdefotografie Ratgeber und Tipps (@fabuchao)

Ausrüstung

Als angehende*r Fotograf*in ist dir wahrscheinlich längst bewusst, dass eine gute Vorbereitung die beste Garantie für ein tolles Ergebnis ist. Zur Vorbereitung gehört natürlich – neben dem Motiv und der Location – in erster Linie auch deine Fotoausrüstung. Bei der Pferdefotografie rate ich dir, folgende Faktoren im Kopf zu behalten:

  • Das Pferd ist ein relativ großes Motiv; deshalb musst du ein spezielles Augenmerk auf die Proportionen legen. Vermeide Objektive, die eine Verzerrung erzeugen (z.B. Weitwinkelobjektive) und achte auf die Positionierung deines Motivs.
  • Du arbeitest hier eng mit einem empfindsamen Lebewesen zusammen. Neben einigen allgemeinen Richtlinien für beidseitige Sicherheit und Entspanntheit (dazu später mehr) solltest du das auch bei der Wahl deiner Ausrüstung beachten. Pferde können beispielsweise schreckhaft auf Auslösergeräusche oder zu große Nähe reagieren.
  • Bei der Aufnahmesession im Lebensraum eines Pferdes kann es auch mal staubig oder dreckig zugehen. Achte deshalb auf ausreichenden Schutz deiner wertvollen Ausrüstung.

Meine Objektiv-Tipps für die Pferdefotografie

#1 Standardobjektiv / Festbrennweite

Wie bereits erwähnt sind einige Objektivtypen für die Pferdefotografie nicht unbedingt geeignet, was vor allem an der Verzerrung liegt. Ein zuverlässig zufriedenstellendes Bildergebnis erhältst du mit einem Standardobjektiv. Darunter versteht man ein Objektiv, dessen erzeugtes Bild in etwa der Wahrnehmung des menschlichen Auges entspricht. Standardobjektive decken einen Blickwinkel von ca. 50 bis 55 Grad ab und sind wegen ihrer weit zu öffnenden Blende auch für Aufnahmen bei schwachem Umgebungslicht super geeignet. Die offene Blende ermöglicht zudem den wunderschönen Bokeh-Effekt.

Ganz konkret empfehle ich dir für die Pferdefotografie ein Standardobjektiv mit einer festen Brennweite von 50 mm.

Du möchtest dein Wissen über die Brennweite vertiefen? Dann lies doch hier weiter. Oder informiere dich in diesem Artikel über Festbrennweiten.

Pferdefotografie 50mm Objektiv

Festbrennweite: Canon 50 mm Objektiv (@davecraige, unsplash)

#2 Teleobjektiv

Nicht nur mit einem Standardobjektiv kannst du in der Pferdefotografie erfolgreich durchstarten. Auch ein Teleobjektiv bietet dir einige Vorteile:

  • Der größere Abstand zwischen dir und deinem Motiv kann für beide Seiten entspannend und befreiend wirken.
  • Das Teleobjektiv erzeugt eine natürliche Perspektive ohne Verzerrung und erlaubt dir, auch etwas mehr von der Umgebung mit einzufangen.
  • Auch beim Pferdesport ist ein Teleobjektiv der optimale Begleiter. Damit behältst du auch bei stark bewegten Motiven den Überblick.

Meine Empfehlung: ein Tele-Zoomobjektiv mit einer Brennweite von 70 – 200 mm.

#3 Weitwinkel- und Fisheye-Objektiv

Jetzt wirst du dich wahrscheinlich ratlos am Kopf kratzen: Habe ich dir nicht eben erst eingeschärft, du sollest Weitwinkelobjektive in der Pferdefotografie vermeiden? Ja, habe ich. Sind wir auf der Suche nach einem möglichst natürlichen Ergebnis, wirkt sich ein Weitwinkelobjektiv aufgrund der Verzerrung nachteilig aus. Allerdings ist Fotografie ja immer auch Kunst, und in der Kunst gibt es bekanntlich kaum Regeln. Wenn du also Lust hast, ein spannendes, etwas surreales Pferdefoto mit verzerrten Proportionen zu erzeugen, dann schnapp dir ein Weitwinkel- oder Fisheye-Objektiv und los gehts!

Pro-Tipp

Zu Beginn habe ich schon einmal erwähnt, dass deine Ausrüstung bei der Pferdefotografie auch mal ganz schön schmutzig werden kann. Ich empfehle dir deshalb ein Objektivputztuch und für die Bildqualität außerdem einen UV-Filter!

Sicherheit für dich und das Pferd

Kommen wir nun zu einem weiteren wirklich wichtigen Punkt bei der Pferdefotografie. Für ein erfolgreiches Shooting ohne unangenehme geschweige denn gefährliche Zwischenfälle ist es entscheidend, dass sich Pferd und Fotograf*in wohlfühlen.

Ganz wichtig: Als Tierfotografen verpflichten wir uns, das Wohl der Tiere immer zu respektieren und zu gewährleisten. Kein Tier sollte leiden müssen, um das perfekte Foto zu erzeugen.

#1 Informiere dich über Pferde

#2 Sei dir der Risiken bewusst

#3 Mach dich vorher mit „deinem“ Pferd vertraut

#4 Respektiere Grenzen

#5 Höre auf den Pferdeführer

Bildkomposition

Einstellungen

Die schönsten Posen für die Pferdefotografie

Achte auf deine Sicherheit

Deine Sicherheit steht in direktem Zusammenhang mit deinem Verhältnis zum Pferd. Doch die sichere Situation muss bei der Pferdefotografie für beide gewährleistet sein. Sowohl du, als auch das Pferd, müssen sicher sein. Wie auch bei den Menschen gibt es Pferde mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten. Ein Pferd kann dich einerseits attackieren, aber andererseits auch beschützen – je nach dessen Persönlichkeit. Ihr Hauptinstinkt ist die Flucht und sie können leicht von fast allem erschreckt werden. So auch von Kameras.

Pferdefotografie - Pferd im Gehege

Stelle die Sicherheit aller Teilnehmer am Set sicher (@Pixabay, pexels)

Höre auf den Pferdeführer

Tu das, was dir der Pferdeführer sagt. Denn er wird sein Pferd am besten kennen. Folge seinen Anweisungen, respektiere seine Einschränkungen und überschreite diese nicht. Wenn Pferde erschreckt werden oder frustriert sind, können sie beissen, treten oder dich auf andere Art und Weise verletzen. Achte daher auch immer, wie das Pferd auf dich reagiert. Keine Pferdefotografie ist eine Verletzung wert. Ebenfalls ist es kein Foto wert, wenn dadurch das Tier enttäuscht oder frustriert wurde. Als Tierfotografen sollte unser Hauptanliegen das Wohlergehen der Tiere sein.

Stelle dich gut mit dem Pferd

Dieser Tipp mag auf den ersten Blick sehr selbsterklärend wirken. Doch du wärst überrascht, wenn du wüsstest, wie viele Fotografen mit der Pferdefotografie beginnen und sich gleichzeitig von diesen Tieren fürchten. Man muss bedenken, dass Pferde Beutetiere sind. Wenn du dich in der Nähe eines Pferdes unwohl oder ängstlich verhältst, wird auch das Pferd nervös. Das ist biologisch bedingt. Beutetiere reagieren ängstlich oder nervös, wenn sich ein anderes Tier in der Nähe  ebenfalls so verhält. In der Natur hilft ihnen dies dabei, sich gegenseitig zu warnen, wenn Raubtiere in der Nähe sind. Das Pferd reagiert ebenfalls ängstlich, wenn du es bedrohst oder selbst unsicher bist.

Wenn es deine Unsicherheit fühlt, kann es anfangen, sich schlecht zu benehmen oder dies sogar zu seinem Vorteil zu nutzen. Es ist eine gute Idee, viel Zeit mit Pferden zu verbringen, bevor du beginnst sie zu fotografieren. Sprich mit Pferdeexperten und Reitern und lerne so viel wie möglich über diese Tiere.

Auslösegeräusche machen

Ein guter Trick für die Pferdefotografie ist, früher zu einem Fotoshooting zu kommen und das Pferd mit dir und deiner Ausrüstung vertraut zu machen. Gib ihm nach Ermessen des Besitzers ein paar Leckerlis (diese sind super) und lass das Pferd deine Kamera beschnuppern. Löse einige Verschluss-Geräusche aus, um die Reaktion zu beurteilen. Wenn das Pferd durch das Klicken beunruhigt wird, solltest du auf ein Teleobjektiv wechseln und es von weiter weg fotografieren.

Pferd vorbereiten auf Shooting

Lass dich beschnuppern und mache Auslösegeräusche (@alecuffia, unsplash)

Kamera-Einstellungen für die Pferdefotografie

So wichtig die richtige Ausrüstung auch ist – deren korrekte Anwendung ist noch viel wichtiger. Hier sind meine empfohlenen Kamera Einstellungen für die ferdefotografie

1. Benutze den Servo-Autofokus

Unsere Fotoausrüstung

Du fragst dich mit welcher Ausrüstung wir fotografieren? Hier findest du unser Equipment.

Ausrüstung anzeigen

Das Umschalten der Kamera in den Burst-Modus und das Aktivieren des Autofokus helfen dir seh in der Pferdefotografie. Die Burst-Einstellung ist ein Muss, wenn Tiere sich aufregen und anfangen sich zu bewegen. Mehr dazu gleich.

Die meisten Spiegelreflex- oder Systemkameras unterstützen verschiedene Betriebs-Modi des Autofokus. Einer davon nennt sich „Servo“. Er hat je nach Kameramarke unterschiedliche Namen (AI Servo für Canon-Benutzer oder AF-C für Nikon-Benutzer). Damit kann der Fokus deiner Kamera dem Motiv folgen, während es sich bewegt. Unser Ranking der besten Systemkameras findest du übrigens auch hier.

Pferdefotografie Autofokus

Pferdefotografie: Nutze den Servo Autofokus (@sephkeil, unsplash)

2. Fotografiere im Serienbild-Modus (Burst-Mode)

Tiere blinzeln, drehen den Kopf und bewegen sich im ungünstigsten Moment. Du kannst sicherstellen, dass du die richtige Aufnahme machst, indem du die Kamera in den Serienbildmodus versetzt. So kannst du mehrere Fotos hintereinander aufnehmen, während du den Auslöser gedrückt hältst. Sobald alles eingestellt ist, kommt die Technik ins Spiel. Denke daran, dass das Ziel der Pferdefotografie darin besteht, das Tier in der richtigen Perspektive festzuhalten. Versuche so gut wie möglich, auf Augenhöhe des Pferdes zu fotografieren. Das stellt sicher, dass das Pferd nicht übergross dargestellt wird (wenn du von unten fotografierst).

3. Verschlusszeit

Je nach Situation die du fotografierst, oder welchen Effekt du erzielen willst, brauchst du eine bestimmte Verschlusszeit. Damit du die Zahlen in diesen Situationen verstehst, solltest du unbedingt unseren Artikel zur Verschlusszeit lesen.

Pferd in Action

Wenn du Pferde in Action fotografierst, ist das sogenannte Mitziehen die beste Technik. Beim Mitziehen wird die Kamera mit der Bewegung des Motivs horizontal bewegt. Du synchronisierst die Kamerabewegung mit dem sich parallel zu dir bewegendem Motiv. Stelle sicher, dass die Verschlusszeit über 1/2000 Sekunde liegt, um die Mähne einzufrieren. Nicht ganz einfach, diese Technik. Das folgende Bild zeigt, wie das in der Pferdefotografie anwendbar ist. Leider ist aber der Reiter und das Pferd nicht ganz scharf. Vielleicht kannst du es aber mithilfe unserer Anleitung zu Motion Blur noch besser!

Pferde fotografieren mitziehen verschwommen

Bewege deine Kamera parallel zum Motiv. (@Melissa Newkirk)

Pferderennen fotografieren

Beim Fotografieren von Pferderennen empfehle ich die kürzeste Verschlusszeit, die das gegebene Licht zulässt. Nutze zudem erneut den Serienbild-Modus. Bei einigen kleineren Renntreffen ist es möglich, dass du zum Fotografieren näher an die Ziellinie darfst. In diesen Fällen musst du aber auch unbedingt erwähnen (und sicherstellen), dass du ohne Blitz fotografierst, da Pferde sehr leicht zu erschrecken sind.

Events

Wenn du andere Events mit Pferden, wie z. B. Springreiten fotografierst, bist du nicht unbedingt so nah am Pferd. Es gelten aber dieselben Regeln. Stelle sicher, dass du dich an einem sicheren Ort befindest, von welchem aus du das Pferd sehen kannst. Denke daran, dich nicht auf das Pferd und den Reiter zuzubewegen, und verwende keinen Blitz. Erkundige dich bei einem Organisator oder Helfer, bevor du mit der Pferdefotografie beginnst.

Pferdefotografie Hochsprung

Pferde-Hochsprung (@devine_images, unsplash)

Bilder, bei denen Pferd und Reiter im Hochsprung sind und alle Beine vom Boden abstehen, wobei die Vorderbeine höher als die Hinterbeine liegen, werden im Allgemeinen von Reitern und Besitzern bevorzugt. Du benötigst eine relativ kurze Verschlusszeit, etwa 1/650 bis 1/800 Sekunde. Diese Zeit ist ein guter Anfang. Schalte deine Kamera in den Serienbildmodus und drücke den Auslöser, während das Pferd abhebt. Ein solches Bild könnte dann in Etwa so aussehen wie oben dargestellt.

Tipps für die Bildkomposition bei der Pferdefotografie

1. Nutze den Negativen Raum

Pferde sind oft in Bewegung. Manchmal strotzen sie nur so vor Energie. Obwohl ein Foto aufgrund der kurzen Verschlusszeit eingefroren ist, kann sich der Betrachter den nächsten Schritt des Motivs vorstellen. Das bedingt aber, dass du genügend Raum in der Richtung offen lässt, in welche sich das Motiv voraussichtlich weiterbewegt. Dann wird es so aussehen, als würde es das Foto durchqueren. Diesen leeren Raum nennt man „Negativen Raum„. Wenn das Foto so so stark gefüllt ist, dass nur wenig negativer Platz vorhanden ist, wirkt das Bild schnell klaustrophobisch.

Pferdefotografie Negativer Raum

Negativen Raum lassen. überfülle das Bild nicht. (@Helena Lopes, pexels)

2. Detailbilder

So wundervoll Ganzkörper- oder Porträtfotos auch sind, vergiss die Details nicht. Das Tolle an der Pferdefotografie ist ihre Fähigkeit, Licht in etwas zu bringen, das sonst unbemerkt bleibt. Ein Bild des Auges, des Zaumzeugs oder des Ohrs eines Pferdes kann genauso einzigartig und interessant sein wie ein Ganzkörperbild. Zeige dem Betrachter ein Bild, das er sonst in seinem Leben nicht wahrnehmen würde.

Pferdefotografie Detailaufnahme Auge

Detailaufnahmen vom Auge eines Pferdes (@jeztimms, unsplash)

3. Finde einen guten Hintergrund

Ein grundlegender Tipp generell für die Fotografie: Achte immer auf den Hintergrund. Wenn die Farbe des Hintergrundes der des Motivs zu ähnlich ist, erscheint das Bild flach und im Allgemeinen uninteressant. Erst der Kontrast zwischen Vordergrund, Motiv und Hintergrund weckt das Interesse des Betrachters. Es ist verständlich, dass wir Fotografen oft den Umständen zum Opfer fallen und die Standorte nicht immer kontrollieren können. Besonders in der Pferdefotografie, bei der es üblich ist, in einer Scheune oder auf einer kleinen Weide zu fotografieren. Nicht alle Pferde fühlen sich in neuen Umgebungen wohl, nicht alle Besitzer haben Anhänger und nicht jeder lebt auf einem grossen Grundstück. Hier ist deine Anpassungsfähigkeit und Kreativität gefragt.

Pferdefotografie Unscharfer Hintergrund

Hebe das Motiv vom Hintergrund ab.

  • Finde neue und einzigartige Möglichkeiten, mit denen für dich festgelegten Parametern (z.B. Umgebungslicht, Platz) zu arbeiten.
  • Versuche mit einer weit geöffneten Blende den Hintergrund unscharf zu machen. Hier findest du eine gute Anleitung zur Tiefenschärfe und wie du sie optimal steuerst.
  • Verwende Nachbearbeitungs-Techniken, um das Motiv von den übrigen Elementen im Bild zu trennen.
  • Ein gutes Beispiel wäre das Fotografieren eines dunkelbraunen Pferdes in seinem Schattenstall. Ich würde das Bild mit 1 bis 2 Blendenstufen überbelichten. Dann kannst du den Farbreichtum bei der Nachbearbeitung anpassen, um das Motiv vom Rest des Bildes zu trennen.

4. Was für ein Pferd fotografierst du?

Verschiedene Pferderassen haben unterschiedliche „Spezifikationen“ in Bezug auf Aussehen, Haltung, Winklung und Pflege. Dies ist besonders wichtig, wenn du in die Welt der Pferdeshows eintauchen möchtest. Frage deine Kunden oder dich selbst, welche Pferderasse du fotografieren möchtest. Starte dann eine Google-Suche für diese Rasse. Auf diese Weise erhältst du eine Idee, was dem entsprechenden Pferd schmeichelt.

Tolle Posen bei der Pferdefotografie

1. Ohren nach oben

Wenn die Ohren oben sind, sieht das Tier wachsamer und glücklicher aus – ein schönes Motiv, das du unbedingt fotografieren solltest. Bei Pferden verwenden viele Besitzer keine Bilder mit heruntergeklappten Ohren, weil die Tiere dadurch nicht so elegant wirken. Nach vorne gerichtete Ohren bei einem Pferd zeigen, dass das Pferd selbstbewusst ist. Sie sorgen für eine bessere Dynamik im Bild. Du kannst während der Pferdefotografie Rascheltüten, Essen, Klicks oder Geräusche von deinem Smartphone verwenden, um die Aufmerksamkeit eines Pferdes zu erregen, damit dieses die Ohren anhebt. So einfach ist das.

Pferdefotografie Ohren

Gehobene Ohren bei einem Pferd deuten auf Achtsamkeit (@thepoplartree, unsplash)

2. Spannungshaltungen sehen am besten aus

Pferde sind bekannt für ihren langen Hals und ihren muskulösen Körperbau. Körperspannung ist der Schlüssel für gute Portraitaufnahmen von Pferden. Versuche, das Pferd den Hals ein wenig beugen zu lassen, damit das Tier beweglicher und eleganter aussieht. Mit einem Leckerli kann der Besitzer das Pferd dazu verleiten, den Hals ein kleines Stück nach vorne zu beugen. Am besten bringst du gleich selbst eine solche Läckerli-Box mit etwas Variation mit. Wenn du das Pferd den ganzen Körper leicht beugen oder belasten lässt, rücke diese Muskeln in den Vordergrund des Bildes. Dies kann ein wenig dauern, aber das Endergebnis ist es wert.

3. Lerne, Pferde zu führen

Das ist wahrscheinlich der Make-or-Break-Teil deines Pferde Fotoshootings. Aufgrund der massiven Grössen- und Standortbeschränkungen von Pferden kann dies recht kompliziert werden. Die Kommunikation mit dem Pferdeführer und ein paar Richtungshinweise werden Wunder bewirken. Achte beim Aufnehmen von Posen darauf, wo das Pferd stehen oder hinsehen muss. Achte besonders auf Beleuchtung und kompositorische Elemente. Es ist eine gute Idee, das Pferd von einem Assistenten ablenken zu lassen, damit es in die richtige Richtung schaut. Wenn das Pferd ohne seinen Führer galoppieren soll, nutze die natürliche Affinität des Pferdes, ein Herden-Tier zu sein. Das Pferd wird wahrscheinlich versuchen, zu seiner Herde zurückzukehren.

Befindet ihr euch aber auf der anderen Seite des Zauns, kannst du diesen als Ankunftsort verwenden und dich entsprechend positionieren. Dies ist auch für den Besitzer ziemlich einfach vorzubereiten. Bringe das Pferd einfach in die beste Ausgangsposition, von wo aus es etwas Platz hat, um zum Zielpunkt zu rennen.

4. Zeige die Persönlichkeit des Pferdes

Letztendlich wiederspiegeln auch in der Pferdefotografie wirklich gute Fotos nichts anderes, als die Seele des Motivs. Dies bedeutet, dass du keine Angst vor aufrichtigen und persönlichen Aufnahmen haben musst. Lege also deine Kamera nicht sofort nach einer majestätischen Aufnahme ab, sondern mache weiter. Bestimmt wirst du dann den Moment erleben, wenn das Pferd auf süsse oder alberne Weise mit dir oder dessen Besitzer in Kontakt tritt.

Pferdefotografie Interaktion

Schöne Interaktion zwischen Besitzer und Pferd (@richsavas, unsplash)

Zusammenfassung

Pferde sind sehr majestätische aber auch sensible Tiere. Achte also bei der Pferdefotografie darauf, sie nicht zu erschrecken. Verwende für die Pferdefotografie eine grosse Blende für einen unscharfen Hintergrund und eine kurze Verschlusszeit für kurze Belichtungszeiten. Vergiss auch nicht, mit dem Besitzer zu kommunizieren, da er das Pferd besser unter Kontrolle hat als du.

Über den Autor

Sophia ist Künstlerin, Schreiberin und Lehrerin. Sie liebt nichts mehr als Kreativität und die Schönheit der Einfachheit. So geht sie die Dinge auch etwas langsamer an. Ihr entgeht dadurch aber auch nichts (wirklich nichts) – weder eine fotografische Szene, noch irgendeine Bewegung im Team entzieht sich ihrem Blick.

1 Gedanken und Fragen

  1. Igor May

    Vielen lieben Dank Patrick!Wirklich mega erklärt. Richtig Top

    Antworten

Hinterlasse deine Meinung und Fragen

 

Magst du diesen Beitrag?