Model Motivation – 6 Tipps für Fotografen

Die Motivation des Models bei einem Fotoshooting ist entscheidend für ein gutes Resultat! Als Fotograf trägst du neben deinem fotografischen Können die Verantwortung, dass sich das Model wohl fühlt. Ob Kundenauftrag, TFP Shooting oder mit einem geübten Model, allein die Motivation des Models kann dieses zu Höchstleistungen anspornen. In diesem Artikel verraten wir dir einige Tipps und Tricks, wie du anhand der Motivation noch mehr aus einem Shooting herausholen kannst.

 

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Ein geübtes Model kennt verschiedene Posen und kann sich schnell den Erwartungen und Wünschen des Fotografen anpassen. Trotzdem besteht aber gerade deshalb die Gefahr, dass sich das Model langweilt, und einfach dem gewohnten Ablauf nachgeht. Das Ziel ist aber, dass du als Fotograf die Richtung vorgibst und das Model während des Shooting führst.

 

 

1. Eine gute Shooting Vorbereitung – nur keine Hektik

Hektik oder Unsicherheit deinerseits während des Fotoshootings sind das Schlimmste, was einem Model passieren kann. Einige Fotografen schwören auf ein Drehbuch, andere nehmens lieber locker und lassen die Kreativität fliessen. So oder so, die eigene Vorbereitung ist das A und O.

 

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Falls du ein Bild des Models hast, leite dieses deiner Visagistin weiter, damit sie sicher das richtige Make-Up dabei hat. Welche Posen könnten zu diesem Model passen? Was für ein Typ ist Sie/Er? Eventuell hast du auch schon eine tolle Idee für ein Composing, auf welches du während dem Fotoshooting hinarbeiten kannst.

 

 

 

2. Klare Anweisungen – am besten aus Modelsicht

Gib deine Anweisungen immer aus Modelsicht. Rechts aus deiner Sicht ist Links aus Modelsicht, also «drehen nach links» ist die korrekte Anweisung für das Model, wenn es sich aus deiner Sicht nach rechts drehen soll. Am Anfang ist das Umdenken etwas mühsam, du gewöhnst dich aber schnell daran.

 

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Nenne die Dinge beim Namen. Einfache und klare Kommunikation gibt dem Model Sicherheit. Eine Anweisung wie «Brust raus» ist klarer als «grädige deinen Rücken und stell deinen Oberkörper in den Vordergrund». Wenn du dem Model zusätzlich jeweils sagst, was du gerade fotografierst (z.B. Close-Up, Oberkörper, ..), kann es besser darauf eingehen.

 

 

 

3. Nimm dem Model die Angst – in 10 Minuten

Nicht jedes Model oder jeder Kunde ist die geborene Rampensau. Viele Menschen fürchten sich sogar davor, fotografiert zu werden.

 

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Als geübter Fotograf spürt man dies aber meist sofort während dem Fotoshooting – oder schon bei der Begrüssung. In diesem Fall hilft es, sich erst einmal hinzusetzen und 10 Minuten zu opfern, um ein wenig zu plaudern. Nutze diese Zeit, um auch die eine oder andere Information zu entlocken. Fotografiert zu werden hat etwas intimes (ja, auch mit Kleidung) und braucht eine Vertrauensbasis zwischen Fotograf und Model.  Was hilft bereits vor dem Shooting?

 

  • Ein warmes Getränk und eine freundliche Begrüssung
  • Ein paar Minuten plaudern, ohne die Kamera bereits griffbereit hinter dem Rücken
  • Zeig persönliches Interesse am Model, es geht ums Model, nicht um dich
  • Stelle einfache Fragen wie „Was für Bilder magst Du?“
  • Macht zum Start ein Selfie zusammen, eine Grimasse, fotografiert eure Schuhe oder irgendetwas, das euch verbindet!
  • Lockerungsübungen können helfen – aber Vorsicht, wenn man dazu gedrängt wird kann das auch schnell lächerlich wirken. Wenn, dann Lockerungen im Gesicht durch lustige Aktivitäten – blödelt etwas rum, streckt euch die Zunge raus, oder was halt grad passt.
  • Erkläre den Ablauf, dass es Pausen gibt, und dass man die Bilder zwischendurch anschauen wird. Gib dem Model das Gefühl, Teil des Projekts zu sein. Es ist ein gemeinsames Projekt – keine One-Man-Show.

 

 

 

4. Loben, reden und belohnen – das Allerheilmittel

Weisst du warum es beim Telefonieren immer ein Grundrauschen gibt? Nicht etwa, weil dies durch die Technik so bedingt ist, sondern weil wir uns wohler fühlen, wenn wir ein Geräusch hören. Dieses Grundrauschen ist also Absicht. Das gleiche gilt beim Fotoshooting. Achte darauf, dass nicht Totenstille herrscht in deinem Fotostudio. Falls du gerne viel redest, dann ist das Problem schon gelöst. Andernfalls hilft etwas dezente Musik im Hintergrund auch schon.

 

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Das Model braucht laufend deine Bestätigung. Geize nicht mit Komplimenten! Wer wird schon nicht gerne gelobt? Natürlich sollte das Lob auch ernst gemeint sein. Sage ehrlich und offen, was du an deinem Modell magst. Ein paar Ideen, was man so sagen kann:

 

  • «Wunderbar, weiter so!»
  • «Gleich nochmal, das toppen wir noch»
  • «Das sieht perfekt aus»
  • «Deine Augen gefallen mir, lass uns diese noch etwas betonen»
  • «Grossartig!» oder einfach ein «WOW» zwischendurch
  • «Du machst das super, gleich noch eins»

 

Falls du merkst, dass die Motivation des Models nachlässt, dann stelle eine Pause und einen kurzen Blick auf die Bilder in Aussicht. «Noch 10 Bilder, dann gibt’s einen kleinen Snack oder Kaffee! Bist du dabei? Gib nochmal alles!».

 

 

5. Deine eigene Motivation und Ausstrahlung als Fotograf

Ein ansteckendes Lachen und eine tolle Ausstrahlung können wahre Wunder bewirken. Mit deiner eigenen Motivation trägst du massgeblich dazu bei, dass das Fotoshooting für den Kunden zu einem Erlebnis wird. Deine eigene Begeisterung, Kreativität und Fotolust wirkt sich direkt auf dein Model aus. Du bist nicht nur Fotograf, sondern auch Animateur. Zieh das Model mit in deine Welt – lass das Model deine Freude am Fotografieren spüren!

 

 

 

6. Visuell geht mehr – motiviere das Model mit Bildern

Fotografen streiten sich darüber, ob man seine Bilder während dem Shooting zeigen soll, oder nicht. Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Wenn du deinem Model ab und zu ein gutes Bild zeigst, kann das sehr motivierend wirken.

 

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Visuelle Informationen –  also Bilder – wirken komplett anders und stärker auf uns als Worte. Die Kameravorschau reicht da völlig aus! Es geht nur darum, dem Model einen kleinen Einblick zu geben. Entweder freut sich das Model über die Bilder und die Motivation steigert sich nochmal, oder aber man hat eine Diskussionsbasis, was verbessert werden kann. Lieber nach den ersten 10 Minuten ein kleiner Check, als am Ende des Shootings die grosse Überraschung. Falls das Model unsicher/unzufrieden ist, frag es einfach, was es sich vorstellt.

 

Oft sind wir mit unseren Fotos nicht zufrieden. Das kommt daher, dass wir uns über die Jahre an unser eigenes Spiegelbild gewöhnt haben. Auf einem Foto stimmt die Ansicht auf einmal nicht mehr, und kann ungewohnt wirken – eben nicht so, wie man sich kennt. Manchmal hilft es, diesen Fakt zu erwähnen.

 

 

 

 

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