🩋 Makrofotografie – 10 Tipps und AusrĂŒstung Nahaufnahmen

Mit der Makrofotografie bildet man kleine Objekte ganz groß ab. Details, die man auf einem herkömmlichen Foto nicht erkennen wĂŒrde, kommen so erst richtig zur Geltung. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Licht, sowohl bei Indoor- als auch bei Outdoor-Aufnahmen. Die Makrofotografie beschrĂ€nkt sich ĂŒbrigens nicht nur auf BlĂŒten- und Insektenfotografie. Probiere selbst einmal aus, wie rĂ€tselhaft und faszinierend AlltagsgegenstĂ€nde in Großaufnahme erscheinen können.

makrofotografie tutorial nahaufnahmen

Kamera-AusrĂŒstung fĂŒr Makrofotografie

Die meisten Objektive in der Makrofotografie sind Festbrennweite Objektive. Es gibt Makroobjektive mit verschiedenen Brennweiten:

  • Kurze Brennweiten liegen in den Bereichen 30-50 mm
  • Standard-Brennweiten im Bereich 60-105 mm
  • Von Telemakroobjektiven spricht man bei Brennweiten von 150-200 mm.

Die Wahl des Makro-Objektivs hĂ€ngt einerseits davon ab was du fotografieren möchtest, und zum anderen von der gewĂŒnschten Bildwirkung. Je lĂ€nger die Brennweite, desto einfacher ist es das Stativ zu positionieren, ohne das Motiv zu verscheuchen oder es durch den Schatten des Objektivs zu verdunkeln. Bei der Makrofotografie von schnell flĂŒchtenden Insekten ist es also ratsam, zu einem 105 oder einem 180 mm Objektiv zu greifen, denn hier kann der Mindestabstand zwischen Objektiv und Tier von 30 cm bis 50 cm reichen.

Ein Bild fĂŒr zwischendurch, weils so schön ist…. eine afrikanische Daisy Osteospermum Calenduleae! 🙂

makrofotografie tipps blueten fotografieren

Retroadapter statt teures Makro-Objektiv?

Wer sich in die Makrofotografie erst einmal hineinfinden möchte, ohne sich gleich ein Makroobjektiv zu leisten, kann sich fĂŒr wenig Geld mit einem Retroadapter behelfen. Mit einem Retroadapter kann beispielsweise das normale Kit-Objektiv oder ein anderes wie abgebildet umgekehrt an der Kamera befestigt werden:

makrofotografie retroadapter objektiv

Bitte aber den UV-Filter nicht vergessen, welchen du als gĂŒnstigen Linsenschutz verwenden kannst.

Stativ fĂŒr die Makrofotografie

Als Neueinsteiger in der Makrofotografie lĂ€sst man sich schnell dazu verleiten, Makroaufnahmen ohne Stativ und sonstige Hilfsmittel zu machen. Nach ein paar Versuchen wirst du aber frustriert feststellen, dass die Bilder zu 80% unscharf sind. Um dieser EnttĂ€uschung vorzubeugen und auf Anhieb brillante Makroergebnisse zu bekommen, ist es ratsam ein stabiles Stativ oder einen Bohnensack (fĂŒr bodennahe Motive) zu verwenden.

In diesem Video ist zu sehen, wie vielseitig so ein Bohnensack-Stativ eingesetzt werden kann. Gerade in der Natur fĂŒr Makroaufnahmen sehr geeignet:

Bei der Makrofotografie befindest du dich immer in einem Teufelskreis: einerseits schließt du die Blende, um alle Bildelemente scharf abzubilden und die SchĂ€rfentiefe zu erhöhen, andererseits sind dann die Belichtungszeiten automatisch lĂ€nger, was zu Verwacklungen und UnschĂ€rfe fĂŒhren kann. Das Stativ leistet dir fĂŒr die Nahaufnahmen unverzichtbare Dienste.

Zubehör fĂŒr die Makrofotografie: Nahlinsen und Lichtzelte

Wem der Abbildungsmaßstab seines Makrobjektivs noch zu klein ist, kann Zwischenringe (Distanzringe) verwenden. Ein Zwischenring verringert die minimal mögliche Distanz zum Motiv und das Motiv wird grĂ¶ĂŸer abgebildet. Eine kostengĂŒnstige Makrolinse, auch Nahlinse genannt, die einfach wie ein Filter auf das Objektiv gesetzt wird, vergrĂ¶ĂŸert ebenfalls den Abbildungsmaßstab einer Makroaufnahme.

makrofotografie nahlinse

Die StĂ€rken von Nahlinsen werden wie bei einer Lesebrille in Dioptrien angegeben und die Leistung einer Nahlinse in Kombination mit einem L-Objektiv sind im Vergleich zu einem echten Makroobjektiv verblĂŒffend gut.

Da das Licht eine essentielle Rolle in der Makrofotografie spielt, sind auch Reflektoren und Lichtzelte eine lohnende Investition. Gerade in der Mittagssonne sorgen sie fĂŒr ein weiches Licht und mindern Reflektionen. Und zuletzt natĂŒrlich nicht auf eine Gegenlichtblende verzichten. ÜberprĂŒfe aber vorher, ob diese bei deinem Objektiv nicht bereits verbaut ist, wie das z.B. bei Festbrennweiten oft der Fall ist. Tipp: Kombiniere die Makrofotografie doch einmal mit einem Bokeh Effekt! Toll oder?

makrofotografie bokeh festbrennweite

Anleitung und Tipps fĂŒr die Makrofotografie

  1. Schalte die Spiegelvorauslösung der Kamera aus,denn schon geringste Kameravibrationen sind fatal fĂŒr das Ergebnis. Am besten verwendest du bei der Makrofotografie zusĂ€tzlich noch einen Fernauslöser. Bei Outdoor-Shootings solltest du unbedingt an einem windstillen Tag fotografieren.
  2. Arbeite bei der Makrofotografie mit der Live-View-Funktion deiner Kamera. Damit kannst du wichtige Bildausschnitte vergrĂ¶ĂŸern und siehst schon vor der Auslösung, ob du richtig fokussiert hast. Wer eine Kamera mit schwenkbarem Display hat, wird dieses bei der Makrofotografie auch schĂ€tzen lernen.
  3. Verwende den Fernauslöser oder den kamerainternen Selbstauslöser (Verzögerung ca. 10 s)
  4. Probiere eine Blende von 5,6 aus, da du dann im Vergleich zu einer Blende von 2,8 eine bessere SchÀrfentiefe erhÀltst, generell gibt es hier aber keine Regel. Jeder muss selbst ausprobieren, welches Ergebnis ihm gefÀllt.
  5. Als nĂŒtzliche Helferlein in der Makrofotografie solltest du in der freien Natur immer ein Messer oder eine Schere dabei haben, um störende Halme oder Äste zu entfernen (natĂŒrlich nur dort, wo erlaubt). Auch mit einer Pflanzenklammer kann man störende Zweige kurzzeitig beiseite rĂŒcken.
  6. Bei der BlĂ€tter- und BlĂŒtenfotografie werden gerne Wassertropfen abgelichtet. Anstatt auf Regen zu warten, kannst du auch immer eine WassersprĂŒhflasche als Zubehör dabei haben.
  7. Bei der Makrofotografie im Freien wirst du öfter mal knien mĂŒssen oder dich flach auf den Boden legen. Eine Isomatte oder ein dĂŒnner Plastiksack sind daher bei AusflĂŒgen immer empfehlenswert. Auch eine kleine LED-Leuchte zur punktuellen Aufhellung hat sich bewĂ€hrt.

Fazit Nahaufnahmen

Die Makrofotografie zeigt uns, welch große Wunder in ganz kleinen Dingen stecken. Ob abstrakt oder konkret, ob im Studio oder Draußen, Motive fĂŒr Nahaufnahmen gibt es ĂŒberall, man muss sie nur entdecken und kontrollierbare Bedingungen schaffen. Dann eröffnen sich dem Betrachter ungeahnte Universen!

Unsere FotoausrĂŒstung

Du fragst dich mit welcher AusrĂŒstung wir fotografieren? Hier findest du unser Equipment.

AusrĂŒstung anzeigen

Und nicht vergessen: Makrofotos mĂŒssen nicht zwingend BlĂŒten oder Tiere abbilden:

makrofotografie anleitung fotografieren

Hast du Fragen oder Makro-Erfahrung? Wir freuen uns ĂŒber deinen Kommentar!

pixolum
Über den Autor

Patrick ist der GrĂŒnder von pixolum und versorgt dich seit 2012 mit spannendem Fotografie-Stoff. Neben seiner Leidenschaft fĂŒr Kameras & Design unterstĂŒtzt er kreative Köpfe beim Aufbau ihres Business. Er trinkt jeden Tag 7 Kaffees aus der pixolum Tasse, ist absoluter SEO Nerd und beginnt mehr, als er zu Ende bringen kann.

7 Gedanken und Fragen

  1. Avatar
    Silver

    Vielen Dank fĂŒr die kompetente Beratung. Gibt es nicht kleine Klammern oder Hilfsmittel, mit denen man das Objekt ( BlĂŒmchen, Äste etc) so fixieren kann, das sie sich nicht bewegen? Deshalb die Frage, weil es bei uns oft Wind hat. Besten Dank.
    Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

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    1. Avatar
      Harald SchÀfer

      Lange Zahnstocher usw.

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  2. Avatar
    Harald SchÀfer

    Hallo, ich bin neu hier in dem Makro Forum, auf dieser Welt aber schon ein Dreivierteljahrhundert!
    Mich hat nun die Makrofotografie gepackt und habe schon einige Honighummeln fotografiert,- mit noch gemischten Erfolgserlebnis.
    Nun habe ich mir das Tamron 90 mm Brennweite angeschafft und hoffe bessere Ergebnisse erzielen zu können. Wenn ich ein paar zeitbare Macro-Bilder habe, Melde ich mich wieder…Harald der starke am Waldes-Rand ….!

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  3. Avatar
    Andrea

    Hallo. Ich versuche mich auch immer mal wieder in der Macro Fotografie. Hab mir dann das Sigma 150 mm 1: 2,8 APO Macro DG HSM gekauft. Ein Super Objektiv, hab auch schon ein paar gute SchĂŒsse damit gemacht. Ich fotografiere immer aus der Hand, da ist man bei Insekten flexibler. Ich stell mir das mit Stativ schwierig vor, werd das aber auch mal probieren. Lg

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    1. Avatar
      Christine

      Hallo Andrea,
      bin leidenschaftliche Schmetterlingsfotografin seit ein paar Jahren.Es wird auch vielesmehr aus der Natur abgelichtet.
      Ich benutze ein Nikon 5200 und ein altes Makroobjektiv 60 mm.
      GrĂŒĂŸe Christine

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  4. Avatar
    Alexander

    Du hast vergessen ĂŒber den Flash zu schreiben.

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  5. Avatar
    André

    Hallo. Ich habe einen Photoadapter Leica 1:10.4/800, den ich normalerweise fĂŒr Leica-Fernrohr benutze. Nun möchte ich anfragen, ob mir jemand sagen kann, ob man diesen Leica 1:10.4/800 „umbauen“ und auch fĂŒr Makroaufnahmen benutzen kann. Zur Zeit fotografiere ich im Nikon D800. Besten Dank fĂŒr eure Antwort.
    André

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