Blende und Tiefenschärfe – Fotografieren lernen

Mit der Blende wird die Tiefenschärfe festgelegt. Sie ermöglicht es, teile eines Bildes unscharf erschienen zu lassen. Das Motiv, auf welches fokussiert wird, erscheint damit scharf, und andere Gegenstände oder Bereiche hinter dem Motiv die weniger wichtig sind, können unscharf gemacht werden. Gerade bei der Portraitfotografie ist das sehr beliebt, damit die Person scharf im Vordergrund steht.

 

 

Was ist eine Blende?

Die Blende ist ein Teil des Objektivs der Kamera. Grundsätzlich steuert man mit der Blende, wie viel Licht durch das Objektiv durchgelassen wird, um dann auf den Sensor in der Kamera zu fallen. Wie im Bild unten zu sehen ist, kann man sich eine Blende als ineinandergreifende Lamellen vorstellen. Von einer offenen Blende spricht man, wenn die Blende eben ganz geöffnet ist und maximal viel Licht eintreten kann. Bei einer geschlossenen Blende bleibt ein kleiner runder Durchlass in der Mitte, durch welchen nur noch ein minimaler Lichtstrahl in die Kamera eintreten kann.

 

Blende im Objektiv

 

 

Die Blende einstellen

Bei jeder Spiegelreflexkamera kann man die gewünschte Blende, beziehungsweise die Öffnung der Blende manuell einstellen. Dazu dreht man das Rad oben an der Kamera auf den Modus „AV“ bei Canon, oder einfach „A“ bei vielen anderen Kameras wie Nikon. Achtung: Verwechseln Sie nicht den Automatik-Modus welcher meistens grün markiert ist mit dem A oder AV für die Einstellung der Blende. Anschliessend kann mit dem Drehrad auf der Kamera der Wert der Blende eingestellt werden.

 

Blende Kamera einstellen

 

 

Welche Blenden-Stufen gibt es und was bewirken sie?

Je nach Objektiv können verschiedene Blenden-Werte eingestellt werden. Auf dem Objektiv selbst ist der mögliche Bereich mit den f-Werten, z.B. f1.8-f11 normalerweise angegeben. Bei einem klassischen KIT Objektiv startet die Blende meist bei f3.5. Bei grösseren Objektiven kann die Blende dann bis zu f36 oder noch höher eingestellt werden. Die kleinste Blende, respektive die „offene Blende“ hat theoretisch einen Wert von f1. In der Praxis ist das aufgrund der Bauart der Kameras physikalisch aber kaum möglich. Objektive mit kleinster Blende können auf minimal 1.2f eingestellt werden.

 

  • Je höher die Zahl der Blende, desto geschlossener ist die Blende und wenig Licht kommt herein
  • Je tiefer die Zahl der Blende, desto offener ist die Blende und viel Licht kommt herein

 

Blende und Schärfentiefe

 

 

Zoomen und Blenden-Stufen

Die Zoom-Einstellung hat ebenfalls einen Einfluss auf die möglichen Blende-Werte, die an der Kamera eingestellt werden können. Wird ein Motiv mit einem optischen Zoom „näher geholt“, dann sind die niedrigsten Blenden-Stufen nicht mehr einstellbar. Bei keinem Zoom liegt der minimale Wert je nach Objektiv z.B. bei 3.5f, bei aktivem Zoom dann beispielsweise bei f5.6.

 

 

Belichtungszeit und Blende stehen in engem Zusammenhang

Die Belichtungszeit steht in sehr engem Zusammenhang mit der Blende. Sie gibt an, wieviele Sekunden Licht durch das Objektiv auf den Sensor fällt. Bei einer grossen Blende (kleiner Lichtdurchlass) muss die Belichtungszeit entsprechend länger sein, damit gleich viel Licht auf den Sensor fällt wie bei einer kleinen Blende (grosser Lichtdurchlass). Bei einer längeren Belichtungszeit muss eventuell ein Stativ verwendet werden. Eine Faustregel besagt, dass ab ca. 1/15 Sekunde Belichtungszeit bereits ein Stativ verwendet werden sollte, damit das Bild nicht verwackelt. Das Bild kann schnell zu dunkel werden, wenn man nur eine grössere Blende wählt und die Belichtungszeit nicht anpasst. Die Helligkeit des Bildes wird also rein durch die Einstellung der Blende nicht beeinflusst, sondern nur durch die Belichtungszeit. In unserem Beispiel mit dem „AV“-Modus wird die Belichtungszeit von der Kamera automatisch bestimmt. Wechselt man in den „M“-Modus, ist jede Einstellung manuell einstellbar, also auch die Belichtungszeit.

 

 

 

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