Die 10 wichtigsten Schritte für dein erstes Fashion-Shooting

Moodboard, Storyboard, Call-Sheet – Nie gehört? Solltest du aber, wenn du ein richtiges Fashion-Shooting auf die Beine stellen willst! Dieser Leitfaden bereitet dich perfekt vor auf die hektische, aber auch faszinierende Modewelt. Wie finde ich eine Crew? Wo ist der perfekte Ort für ein Shooting? Lies weiter und du erfährst es.

Fashion-Shooting Rose Sexy

Ja, sexy ist gut. Aber reicht das schon? (Adobe Stock)

In der Fashion-Fotografie gibt es ein weit verbreitetes Missverständnis. Nämlich, dass die einzigen Schlüsselkomponenten für ein erfolgreiches Fashion-Shooting darin bestehen, die neusten Trends zu präsentieren und die heissesten Models zu buchen. In Wirklichkeit gibt es so viel mehr, was zu einem erfolgreichen Fotoshooting beiträgt – und fotografische Fähigkeiten sind nur ein Teil dieser Gleichung.

Von der Konzeption über die Budgetierung bis hin zum Talent- und Location-Scouting ist die Arbeit eines Modefotografen keine leichte Aufgabe. Aber wenn du dich der Herausforderung stellst und ernsthaft überlegst, in die glamouröse, rasante Welt der Mode und Schönheit einzusteigen, sind hier die zehn wesentlichsten Schritte, die dir den Einstieg erleichtern.

1. Finde deine Inspiration

In der Modefotografie stellst du deine eigenen Regeln auf. So gut wie alles kann aufgenommen und mit den künstlerischen Elementen der Porträt-, Kunst-, Stillleben- oder sogar Strassenfotografie durchdrungen werden. Die Vielzahl der Möglichkeiten kann überwältigend sein. Wenn du also neu in der Modewelt bist, ist es immer eine gute Idee, mit etwas Recherche zu beginnen.

Schnapp dir ein Magazin oder geh online und schau dir die Arbeiten von High-End-Fotografen an, die in einer der weltweit führenden Modehauptstädte – London, Paris, Mailand und New York – ansässig sind. Jeder der namhaften Fotografen hat sein Handwerk beherrscht und seine eigene besondere Ästhetik entwickelt. Achte daher auf die Details in jedem ihrer individuellen Portfolios (Beleuchtung, Komposition, Styling, etc.), um von den Besten zu lernen.

Achte auch auf die Arbeit von Nachwuchsfotografen in deinem Umfeld, denn diese Fotografen werden deine Kollegen in der Branche sein. Finde Newcomer, die kreative Risiken eingehen oder neue Technologien auf interessante Weise nutzen, um sich einen Namen zu machen.

Welche Art von Modefotografie bringt dich wirklich dazu, „Wow“ zu sagen? Lass dir das mal durch den Kopf gehen und wenn du es weisst, schlägst du diese Richtung ein.

Fashion-Shooting Keller

Ob Studio, Strasse oder Heizungskeller – Ein Fashion-Shooting ist überall möglich. (Adobe Stock)

2. Erstelle ein Moodboard

Sobald du die kreativen Möglichkeiten der Modefotografie verstanden hast, entwickelst du ein Konzept für dein eigenes Fashion-Shooting. Ein guter Ausgangspunkt dafür ist ein Moodboard. Moodboards sind eine sehr nützliche Ressource, um alle deine Ideen an einen Ort zu bringen und sie an andere kreative Köpfe weiterzugeben.

Ein Moodboard kannst du entweder online erstellen oder du machst einen auf alte Schule und greifst zur Schere. Füge Bilder und Ideen für jedes Element deiner geplanten Aufnahmen hinzu – Beleuchtung, Styling, Haare und Make-up, Standort, Modelle und sogar Posen.

Hier einige Online-Moodboard-Services: Milanote, Pinterest, Canva

Dein Moodboard sollte ein klares visuelles Thema kommunizieren, damit jeder Betrachter sofort versteht, was du erreichen willst. Wenn du dein Moodboard zusammenstellst, denk daran, deine bestehende Ausrüstung zu berücksichtigen. Konzentriere dich auf Bilder, die für dein Team und dein Können erreichbar sind.

Fashion-Shooting Moodboard

Moodboards können ganz einfach auch online erstellt werden. (Milanote)

3. Entdecke Fashion-Shooting Talente

Fashion-Shootings sind eine Teamleistung. Die meisten Fotografen arbeiten mit Models, Stylisten, Friseuren und Visagisten zusammen, um ihre Ideen zum Leben zu erwecken. Bei grösseren Shootings können sogar Set-Stylisten und Assistenten involviert sein. Überleg dir, welche Art von Talenten du in deiner Crew benötigst, um dein Shooting Realität werden zu lassen.

Sobald du eine Vorstellung vom Rückgrat deines Teams hast, müsst du nach Künstlern in deiner Nähe suchen und diese ansprechen. Blättere durch lokale Publikationen und achte auf die Bildquellen, um herauszufinden, wer das Team hinter einem bestimmten Bild ist. Durchsuche auch Social Media und achte auf relevante Hashtags. So findest du möglicherweise Leute, die mit dir zusammenarbeiten möchten.

Unsere Fotoausrüstung

Du fragst dich mit welcher Ausrüstung wir fotografieren? Hier findest du unser Equipment.

Ausrüstung anzeigen

In einigen Städten gibt es Facebook-Seiten, auf denen Amateurfotografen, Models, Friseure und Maskenbildner Shootings auf Time-for-Prints-Grundlage (TFP) organisieren können. Das bedeutet, dass jeder kostenlos an dem Shooting arbeitet und die Fotos für seine Portfolios verwenden darf.

Wenn deine Stadt keine solche Facebook-Seite hat, mach eine! Du kannst sicher sein, dass andere aufstrebende Schöpfer die Möglichkeit zu schätzen wissen, sich untereinander auszutauschen und voneinander zu lernen. Es lohnt sich auch, Anzeigen bei örtlichen Kosmetikinstituten zu schalten, um Friseure und Make-up-Künstler zu finden, die bereit sind, ihre neuen Fähigkeiten im Austausch für Fotos zu testen.

Fashion-Shooting Styling

Für ein Fashion-Shooting sind eine Menge Leute nötig. (@Flaunter.com auf Unsplash)

4. Stell dein Dream-Team zusammen

Sobald du eine Auswahlliste deiner zukünftigen Talente erstellt hast, überprüfst du ihre Portfolios, um eine genaue Vorstellung von ihren Fähigkeiten und ihrem Stil zu erhalten. Es ist eine gute Idee, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die auf einem ähnlichen Erfahrungsniveau sind wie du. So kannst du ein starkes, loyales Netzwerk aufbauen, in dem sich alle gemeinsam entwickeln können.

Sprich mit deinen Leuten über dein Konzept und sei bereit, einige ihrer Ideen zu integrieren, um das endgültige Haar, Make-up, Styling und Set zu finalisieren. Jedes Teammitglied kann wertvolle Einblicke in seine individuellen Fachgebiete geben. Sobald das Team bereit ist, ist es an der Zeit, die Details deines Fashion-Shootings zu planen.

5. Entwickle ein Storyboard

Der Tag des Shootings kann eine logistische Herausforderung sein. Stelle sicher, dass du eine klare Vorstellung davon hast, wie der Tag genau verlaufen wird, damit du das Beste aus deiner Zeit herausholen kannst.

Beginne mit der Erstellung eines Storyboards, damit du weisst, welche Looks du heute fotografierst. Sei präzise bei der Erstellung des Storyboards – du musst dir vorher über einiges im Klaren sein. Beispielweise über die Anzahl der Outfitwechsel, über die Haar- und Make-up-Verbesserungen und die Reihenfolge, in der du deine Aufnahmen machen willst. Wenn du im Freien arbeitest, musst du deine Reihenfolge möglicherweise anpassen, um eine gleichbleibende Beleuchtung zu erhalten.

6. Suche nach Orten für dein Fashion-Shooting

Es gibt eine Menge Orte, an denen du ein Fashion-Shooting veranstalten kannst. Das kann wirklich überall sein, von urbanen Strassenlandschaften über Naturlandschaften bis hin zu Studioeinrichtungen und anderen Innenräumen. Überleg dir, welche Art von Standort zum gesuchten Look passt und beginne dann, nach geeigneten Orten zu suchen.

Es gibt ein paar wichtige praktische Überlegungen, wenn du dich auf einen Standort festlegst. Gibt es Umziehmöglichkeiten für das Model? Kannst du alle deine Visionen an einem Ort realisieren oder musst du zwischendurch einen Ortswechsel vornehmen? Ist der Ort für alle zugänglich oder musst du einen Transport organisieren?

Ausserdem solltest du rausfinden, ob du für einen Studiozugang bezahlen oder Genehmigungen oder Freigaben beantragen musst, um im öffentlichen Raum (z.B in Parks oder auf Stadtstrassen) zu fotografieren. Viele Leute werden ihre Zeit für dein Shooting aufwenden, darum ist es wichtig, dass du in Sachen Administration den Überblick hast.

Mode-Shooting im Wald

Ungewöhnliche Orte führen auch zu ungewöhnlich schönen Bildern. (@Kourosh Qaffari auf Pexels)

7. Erstelle ein Call-Sheet

Du hast jetzt eine Crew, den Ort und ein Storyboard. Jetzt fehlt nur noch ein sogenanntes Call-Sheet. Ein Call-Sheet enthält alle Informationen, die deine Crew am Tag des Shootings zur Hand haben muss. Es sollte Folgendes enthalten:

  • Datum und Zeit des Shootings
  • Das Shooting-Konzept
  • Angaben zu den Örtlichkeiten (inklusive Anweisungen zum Zugang oder Parkmöglichkeiten, sollte dies nicht offensichtlich sein)
  • Verantwortungsbereiche der jeweiligen Personen
  • Kontaktdaten aller Involvierten
  • Detaillierter Tagesplan
  • Übrige Anmerkungen oder spezielle Anweisungen

Du kannst dein Moodboard auch gleich zum Call-Sheet legen, so dass jeder leicht darauf zugreifen kann und alle relevanten Informationen an einem Ort sind. Am besten schickst du das Call-Sheet ein paar Tage vorher an alle, damit deine Leute allfällige Probleme frühzeitig ansprechen können.

8. Achte auf Details

Die kreativsten Ideen für atemberaubende Modefotografie können sich in Luft auflösen, wenn du dich mit einer unzufriedenen Crew oder defekter Ausrüstung wiederfindest. Achte also auf die Details, um einen reibungslosen Ablauf des Fashion-Shootings zu gewährleisten. Wenn du einen mehrstündigen Shoot planst, sollte für jeden etwas zu essen und zu trinken da sein. Gib den Leuten die Möglichkeit, ab und zu eine Pause zu machen – kreativ zu sein und auf dem Laufenden zu bleiben, ist schwierig, wenn du hungrig und müde bist. Du könntest ebenfalls in Schwierigkeiten kommen, wenn die Crew nicht genügend Steckdosen zur Verfügung hat. Stroboskope, Batterien und Haarstylinggeräte müssen möglicherweise alle angeschlossen werden. Denk voraus, um nicht zu kurz zu kommen.

Es empfiehlt sich zudem, ein Budget für verschiedene Arten von Kosten zu haben. Wenn ein Gerät in letzter Minute kaputt geht oder eine zusätzliche Person unerwartet auftaucht, um dem Make-up Artist zu helfen, dann ist es gut zu wissen, dass du die Kosten decken kannst.

Fashion-Shooting Pause

Halte deine Leute bei Laune! Kleine Pausen und Verpflegung wirken Wunder. (Adobe Stock)

9. Mach einen Notfallplan

Du hast also geplant, geplant und noch mehr geplant, deine Crew ist vollständig gebrieft, die Ausrüstung ist vorbereitet und du bist bereit loszulegen – doch was passiert, wenn dein Model plötzlich mit der Grippe im Bett liegt und es nicht schaffen wird? Oder wenn es anfängt zu regnen und die perfekten Lichtverhältnisse jetzt futsch sind? Denk daran: Manchmal gehen die besten Pläne schief, so ist das Leben halt. Um den Stress und die Verwirrung dieser Situationen zu vermeiden, hast du bestenfalls einen Notfallplan parat.

Schau regelmässig nach dem Wetter und bereite dich darauf vor, im schlimmsten Fall einfach die Stimmung deines Shootings anzupassen oder gar den Ort zu wechseln. Wobei… ein Fashion-Shooting im Regen hat doch auch etwas. Wie dem auch sei, halte auch die Kontaktdaten der verschiedenen Künstler und Models bereit, damit du einen Ersatz organisieren kannst, sollte jemand in letzter Sekunde aussteigen. Es ist sicher auch hilfreich, die Erste-Hilfe-Ausrüstung eines Fotografen mitzunehmen. Hier sind Dinge wie Isolierband, Klammern und Stifte gemeint. Mit diesem Notfall-Kit kannst du in letzter Minute Anpassungen an der Ausrüstung und falls nötig sogar an der Kleidung der Models vornehmen.

Modeshooting schlechtes Wetter

Schlechtes Wetter? Egal, dann improvisierst du eben. (@Pixabay auf Pexels)

10. Mach immer weiter

Koordiniere so viele Fashion-Shootings wie möglich, um mit verschiedenen Techniken und Konzepten zu experimentieren. Im Laufe der Zeit wirst du in der Lage sein, die erworbenen Fähigkeiten zu nutzen, um deine eigenen kreativen Risiken einzugehen und einen persönlichen Stil zu entwickeln.

In der Zwischenzeit kannst du weiter üben – an Freunden, Familie und dir selbst. So hast du zwar nicht das volle Programm inklusive Crew und Models, aber du kannst sicher deine Beleuchtungs-Skills verbessern und die Besonderheiten deiner gesamten Ausrüstung kennenlernen.

Zum Schluss bleibt nur zu sagen, experimentiere mit so vielen verschiedenen Stilen wie möglich, während du deine Fähigkeiten verbesserst. Das gibt dir nicht nur eine grössere Chance, deine Stärken zu erkennen, sondern hilft dir auch, deine fotografischen Fähigkeiten zu erweitern. Mit deinem eigenen persönlichen Stil bist du bestens darauf vorbereitet, jede Fotosituation zu bewältigen, die dir in den Weg kommt! Fashion-Shooting? Klar, eine deiner leichtesten Übungen.

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