Bokeh Effekt Tutorial – die Schönheit der Unschärfe

Bokeh Fotografie befasst sich mit der Ästhetik der unscharfen Bereiche im Bild. Das erscheint auf den ersten Blick einmal nebensächlich – macht aber einen grossen Unterschied. Manchmal fragt man sich, warum einem ein Bild besser gefällt als ein anderes, obwohl sich das Motiv ähnelt. Ein Grund kann die Art des Bokehs sein. Nicht nur das scharfe Motiv im Vordergrund ist entscheidend für ein gutes Bild. Der Hintergrund ist genauso wichtig für den Eindruck, welchen das Gesamtbild hinterlässt. In diesem Tutorial lernst du, wie du Bilder mit tollem Bokeh Effekt fotografieren kannst.

 

bokeh bilder fotografieren

 

 

 

Die Bedeutung von Bokeh

Der Begriff «Bokeh» stammt aus dem japanischen Raum. Wer kennt sie nicht, die Kirschblütenbilder von dort. Eine richtige Kunst hat sich darum entwickelt. Und dazu gehört auch die gestalterische Methode, den Blick des Betrachters durch ausgeprägte Schärfe­ und Unschärfebereiche zu lenken. Damit werden die Blüten als Hauptmotiv ganz deutlich vom Hintergrund herausgestellt. Der Betrachter des Bildes weiss, es geht um die Blüte.

 

bokeh effekt fotografie

 

Im Grunde ist das nur ein gestalterisches Mittel, eine Erfindung der Optik. Denn mit unserem Auge sehen wir Schärfe und Unschärfe nie so ausgeprägt wie auf manchen Bildern. Ausserdem wirken Bokeh Bilder mit den unterschiedlichen Ebenen sehr räumlich und tief. Manchmal hat man fast das Gefühl, mit in das Bild hineingenommen zu werden.

 

 

 

Bokeh Effekt – diese Objektive brauchst du

 

bokeh objektiv und blende

 

Es gibt zwei Wege, eine Bokeh Effekt zu erreichen. Mit einem Objektiv mit einer grossen Brennweite (z.B. 200mm) kann man den Hintergrund weit in die Ferne «schieben». Alternativ kann man ein Objektiv mit einer tiefen Festbrennweite (z.B. 50mm) verwenden. Das kleine Objektiv eignet sich, wenn man nah an ein Motiv herantreten möchte. Nehmen wir an, du möchtest eine brennende Kerze auf einem Tisch fotografieren, und den Hintergrund (weitere Kerzen) mit dem Bokeh Effekt gestalten. In diesem Fall ist das zweite Objektiv mit kleiner Brennweite sinnvoll, da du nah in die Kerze gehen kannst. Die beiden Varianten:

 

 

  • Objektiv kleine Brennweite: 50mm / Blende f1.4 – f1.8
  • Objektiv grosse Brennweite: 200mm / Blende f6.0 – fx

 

 

 

Bokeh Kamera Einstellungen – die richtige Tiefenschärfe

Das Bokeh lebt von der Tiefenunschärfe. Das heisst, deine Blende sollte so tief wie möglich eingestellt werden. Die tiefst mögliche Blendenstufe «f» wird durch die Wahl des Objektivs, die Brennweite und die anderen Kamera Einstellungen beeinflusst. Am besten du stellst deine Kamera als erstes in den manuellen Modus. Danach beginnst du mit folgenden Kamera Einstellungen für dein Bokeh:

 

  • Verschlusszeit / Belichtungszeit 1/200s
  • ISO 100 (so tief wie möglich)
  • Brennweite 50mm oder 200mm, je nach Objektiv
  • Blende so tief wie möglich
  • Fokus auf manuell einstellen und das Motiv im Vordergrund scharf stellen

 

 

 

Was beeinflusst denn nun das Bokeh, also die Art der Unschärfe?

Damit ist auch die Frage verbunden: «Was ist ein schönes Bokeh?». Klar ist, es gibt keine feste Grösse „Bokeh“. Eher handelt es sich um eine subjektive Empfindung, was einem gefällt. Die optimale Stärke des Bokeh-Effeks muss bei jedem Bild neu beurteilt werden. Am besten man macht eine Serie von Bildern mit verschiedenen Einstellungen und Objektiven:

 

bokeh effekt vergleich objektive brennweite

 

Am besten gefallen uns die ersten beiden oder das letzte Bokeh Bild. Welches ist dein Favorit?

 

 

 

Bokeh Filter  – das Spiel mit den Formen

Viele die ein Bokeh Bild erstellen wollen, suchen im Internet nach einem Bokeh Filter, welcher den gewünschten Effekt bringen soll. Für ein klassisches Bokeh Bild sind aber keine Filter notwendig – resp. existieren gar nicht für diesen Zweck. Die Bokeh Bildwirkung erzielt man wie oben beschrieben durch den richtigen Einsatz der Objektive und Kamera Einstellungen. Da das Objektiv rund ist, wird das Bokeh auf dem Bild als Kreis sichtbar. Diese Lichtform kann man mit verschiedenen Bokeh Filtern verändern. Bei einem Bokeh Filter handelt es sich um Objeltiv-Deckel mit einem Muster, welche man auf das Objektiv aufschrauben kann. Statt der Kreisform erscheinen die Lichter im Hintergrund dann entsprechend dem gewählten Muster.

 bokeh-filter-lichter-formen

 

 

 

Bokeh Filter selber machen

Mit ein wenig Pappe und einer Schere lässt sich schnell ein eigener Bokeh Filter erstellen. Dieses Youtube Video zeigt wie es geht:

 

 

 

 

 

Bokeh Fazit und Zusammenfassung

Das Bokeh ist ein wichtiger Faktor in der Bildgestaltung der unbewusst dazu beitragen kann ob ein Bild verzaubert oder gewöhnlich wirkt. Wenn man darauf achtet macht es schon einen deutlichen Unterscheid, welches Objektiv man einsetzt. Packe alle deine Objektive ein und such dir ein schönes Motiv. Experimentiere mit den verschiedenen Objektiven und Blendenstufen um zu schauen, welches Objektiv das schönste Bokeh zaubert.

 

 

 

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