Bilder schützen im Internet mit verschiedenen Methoden

Die eigenen Bilder schützen an welchen man das Urheberrecht besitzt, ist ein mühsames Thema im Arbeitsalltag eines jeden Fotografen. Bilder werden oft geklaut und unrechtmässig weiter verwendet. Wie kann man das verhindern? Gibt es eine Methode seine Bilder effizient zu schützen? Erfahren Sie, welche Methoden zum Schutz Ihrer Bilder bestehen und welche Kompromisse Sie eingehen müssen.

 

Es ist ein Dilemma. Als Fotograf ist man darauf angewiesen, seine Werke zu präsentieren, um die verdiente Aufmerksamkeit zu erhalten. Bilder sind die Sprache der Fotografen, und wenn man nichts sagt, wird man auch nicht gehört. Als Fotograf ist man also gezwungen, seine Bilder zu veröffentlichen damit potentielle Kunden angesprochen werden können. Es gibt keine universelle Lösung für effizienten Bildschutz inklusive der notwendigen Kennzeichnung für den Urheberrechtsschutz, sonst würde sich dieser Artikel erübrigen. Aber es gibt Methoden, wie man Bildpiraten abschrecken kann. Wir bewerten die Methoden nach Zeitaufwand, Abschreckungsfaktor, Verunstaltung und Effizienz. Letztendlich obliegt es jedem selbst, wo er die Schwerpunkte setzen will.

 

 

Copyright und Urheberrechtshinweise über der Galerie

Normalerweise stehen die Copyright-Hinweise irgendwo versteckt im Footer oder Disclaimer auf einer Website. In der Regel liest diese niemand und die Wirkung bleibt entsprechend aus. Mit einem prägnanten Text-Hinweis – zum Beispiel über einer Galerie – mit klaren Urheberrechtshinweisen oder gar einem Hinweis auf rechtliche Konsequenzen kann signalisiert werden, dass Verletzungen beobachtet und allenfalls rechtliche Schritte eingeleitet werden. Der Nachteil hierbei ist, dass die Stimmung eines erwünschten Besuchers kippen kann.

 

  • Abschreckung: Mittel
  • Zeitaufwand: Niedrig
  • Verunstaltung: Mittel
  • Effizienz: Niedrig

 

Geringe Auflösung der Bilder als Bildschutz

Die Attraktivität ein Bild zu stehlen kann verringert werden, indem dieses in einer geringeren Qualität und Auflösung veröffentlicht wird. Der angenehme Nebeneffekt dabei ist, dass die Ladezeit der Website reduziert werden kann. Die Ladezeit ist einer der rund 200 Faktoren bei Google, die Einfluss auf das Ranking einer Website haben können. Mit den meisten Grafikprogrammen lässt sich ein Bild schnell „fürs Web speichern“, um die gewünschte Qualitätsverringerung zu erreichen. Dies, ohne dass merkbare Unschärfe o.ä. durch das menschliche Auge wahrzunehmen ist. In den meisten Fällen kann die Qualität problemlos auf 60-70% reduziert und die Auflösung auf 1000-1200 Pixel verringert werden. Sehen Sie einen Unterschied?

 

 

bildvergleich_komprimierung

 

Damit kann das Bild zwar weiterhin kopiert und auf anderen Websites verwendet werden, die Nutzung wird aber stark eingeschränkt, da sich diese Bilder nicht mehr für den Druck eignen.

 

  • Abschreckung: Niedrig
  • Zeitaufwand: Niedrig
  • Verunstaltung: Niedrig
  • Effizienz: Mittel

 

 

 

Bilder schützen: Das Wasserzeichen zur Kennzeichnung

Ein Name oder ein Logo auf einem Bild lässt auf den ersten Blick erkennen, wer die Urheberrechte an diesem Bild besitzt (auch zu lesen im Artikel Urheberrecht für BIlder nach Schweizer Gesetz). Meist wird das Logo und der Schriftzug semi-transparent in das Bild eingearbeitet und in einer der Ecken platziert. Ein Wasserzeichen kann die Erscheinung oder das Gefühl, wenn man das Bild betrachtet, negativ beeinflussen. Oft wird auch von „Verunstaltung“ gesprochen. Dennoch ist es eine gute Variante, sein Bild zu schützen.

 

wasserzeichen_zum_bildschutz

 

 

Der initiale Aufwand für einen Bilddieb ist um einiges grösser, wenn er mit einem Grafikprogramm erst mühsam das Wasserzeichen entfernen muss. Nicht zuletzt setzen daher auch grosse Stock-Firmen auf diese Methode. Falls das Wasserzeichen einfach weggeschnitten wird, lässt sich eine Urheberrechtsverletzung relativ schnell nachweisen. Der Aufwand für das Anbringen des Wasserzeichens kann stark variieren. Einige Fotografen platzieren das Logo bewusst an den besten / am wenigsten störenden Orten, andere fügen es automatisiert immer an der gleichen Stelle ein.

 

 

  • Abschreckung: Hoch
  • Zeitaufwand: Mittel
  • Verunstaltung: Mittel
  • Effizienz: Mittel

 

 

Technischer Bildschutz auf der eigenen Website

Es gibt verschiedene technische Ansätze, um eine kleine Hürde für den Bildklau zu schaffen. Der Klassiker ist das Unterdrücken des „Speichern unter“ Menu bei einem Klick auf das Bild. Das geschieht durch ein paar Zeilen JavaScript Code. Weiter wird versucht, mit CSS Overlays einen weiteren Layer über das Bild zu legen (oft mit einem ansprechenden Hover-Effekt / Animation). Damit führt der Rechtsklick ebenfalls nicht direkt zum Bild. Da beim Besuch einer Website aber sowieso alle angezeigten Bilder in den temporären Internetdateien auf dem Gerät des Besuchers gespeichert werden, hilft dies herzlich wenig. Ein bisschen Basiswissen in HTML reicht zudem, um im Quellcode den Pfad zum Bild einfach zu finden, um dieses anschliessend in der bereitgestellten Auflösung herunter zu laden. Die Möglichkeit mit einem Print-Screen Tool das Bild zu übernehmen bleibt ebenfalls bestehen. Daraus schliesst sich:

 

  • Abschreckung: Niedrig
  • Zeitaufwand: Mittel
  • Verunstaltung: Keine
  • Effizienz: Niedrig

 

 

Verhinderung der Bild-Indexierung durch Suchmaschinen

Viele Bilder werden auch durch Bildsuchmaschinen wie Bing oder Google gefunden. Die Suchmaschinen-Roboter kann man anweisen, bestimmte Teile seiner eigenen Website nicht zu indexieren. Dazu erstellt man einen kurzen Eintrag in der robots.txt Datei im Root Verzeichnis seiner Website. Der Such-Bot kann damit erkennen, was er indexieren darf und was nicht. Man kann das Indexieren seiner Bilder also teilweise verhindern, wenn man diese zentral in einem Ordner abgelegt hat und folgenden Eintrag in der robots.txt macht. Achtung: Holen Sie sich Unterstützung von Ihrem Webmaster, sonst kann es schnell passieren, dass gar nichts mehr indexiert wird.

User-agent: *
Disallow: /pfad/zu/meinem/bildordner/

 

  • Abschreckung: Keine
  • Zeitaufwand: Niedrig
  • Verunstaltung: Keine
  • Effizienz: Niedrig

 

 

Das Einbinden Ihrer Bilder auf fremden Websites verhindern

Diese technische Massnahme erfordert, dass das gestohlene Bild mittels Verlinkung auf Ihre Website eingebunden wurde. Es ist also nicht zwingend notwendig, dass jemand Ihr Bild herunterlädt und es auf seiner Website wieder hochlädt. Der Dieb kann auch einfach die bekannte URL auf Ihr Bild verwenden, um dieses auf seiner Page anzuzeigen. Wie kann das verhindert werden? Wie die robots.txt Datei, liegt auf den meisten Webspaces mit einem Apache Server auch eine Datei namens .htaccess im Root Directory (dort wo auch die index.php oder index.html liegt). Mit einem Eintrag in die .htaccess Datei kann bestimmt werden, welches Bild angezeigt wird, falls jemand die URL zu einem Ihrer Bilder bei sich einbindet.

 

RewriteEngine on
RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^$
RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^http://(www.)?deine-domain.ch(https://assets.pixolum.com/blog/.*)?$ [NC]
RewriteRule .(gif|jpg|png|GIF|JPG|PNG)$ http://www.deine-domain.ch/gestohlenesbild.gif [R,L]

 

Diese Codezeilen bewirken, dass auf der Website des Diebes nicht ihr Bild, sondern ein extra von Ihnen dafür angefertigtes Bild angezeigt wird. Das kann ein einfaches gif Bild sein mit einem Schriftzug, oder ein Bild mit der Aufschrift „Hier wurde versucht ein Bild zu stehlen“ – oder ähnlich. Das Bild – in diesem Fall „gestohlenesbild.gif“ muss am angegebenen Pfad abgelegt werden (in diesem Beispiel ebenfalls im Root). Achtung: wenden Sie sich an Ihren Webmaster, wenn Sie mit dieser Technik nicht so vertraut sind. In diesem Fall werden alle Bilder auf fremden Websites durch das „gestohlenesbild.gif“ ersetzt. Falls Sie aber nur bestimmte Websites ausschliessen wollen, müssen Sie diese explizit angeben. Ohne diese Angabe kann es z.B. sein, dass auch ein auf Facebook geteiltes Bild nicht mehr angezeigt wird.

 

RewriteEngine on
RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^http://(www.)?website1.de(.*)?$ [NC,OR]
RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^http://(www.)?website1.net(.*)?$ [NC,OR] 
RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^http://(www.)?website3.com(.*)?$ [NC] RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^http://(www.)?deine-domain.ch(https://assets.pixolum.com/blog/.*)?$ [NC]
RewriteRule .(gif|jpg|png|GIF|JPG|PNG)$ http://www.deine-domain.ch/gestohlenesbild.gif [R,L]

 

  • Abschreckung: Keine
  • Zeitaufwand: Mittel
  • Verunstaltung: Keine
  • Effizienz: Niedrig

 

 

 

Zusammenfassung

Eine einzelne Massnahme für effektiven Schutz seiner Bilder gibt es nicht. Eine Kombination der aufgeführten Ansätze kann aber dennoch den einen oder anderen Bildklau verhindern. Das wichtigste ist wohl, dass man sich der Problematik und dem Risiko bewusst ist, welches mit dem Publizieren von Bildern im Internet einhergeht. Im nächsten Artikel erfahren Sie, wie Sie erkennen können, ob eines Ihrer Bilder unrechtmässig verwendet wurde.

 

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